Deutscher Maler um 1632
Stillleben mit einer Gans, zwei erlegten Wildenten, einem Vogel, im Hintergrund ein Einhorn und ein Esel, beschriftet und datiert auf dem Blatt rechts unten: “EIN EXTRACT einer Evangelischen. Examiniert. Execution 1632”, Öl auf Leinwand, 79 x 101 cm, gerahmt, (Wo) Gutachten: Prof. Pater Dr. Gregor Lechner, 16. November 2006. Prof. Dr. Lechner sieht das Gemälde in einem größeren Zusammenhang mit einem Kloster oder einer kirchlichen Residenz und erkennt darin eine gegenreformatorische Anspielung,“wobei die Gans als Symbol für die Gefolgschaft Christi angesehen wird, die Ente für Torheit und Luxuria steht, jedoch auch für die Gattenliebe. Der Esel weist auf das Judentum hin, ebenso auf Demut und Trägheit. Das Einhorn vermittelt Heilung und Reichtum und steht für Reinigung und Rekonziliation. Der Text “Ein Extrackt... 1632” scheint eher rezepthafte Bedeutung zu haben, ebenso die mit “Incredientia” (Ungläubigkeit) beschrifteten und geschlossenen Gläser, dazu das rote verschlossene Buch (als Hl. Schrift) mit dem jesuitischen IHS-Monogramm (steht für Gegenreformation)”. Eine konkretere Deutung war leider nicht möglich, da weitere zugehörige Bilder fehlen oder verloren sind, und die Symbolik auch in der Emblematik eine changierende ist. Provenienz: süddeutsche Privatsammlung
Schätzpreis €3.000,- bis €5.000,-
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