Jurian Jacobsz (Hamburg 1625-1685)
Portrait eines hohen Offiziers, einen Brustpanzer und Kommandantenstab tragend mit einer Seefestung im Hintergrund rechts, unten links signiert:“J Jacobsz. fec”, Öl auf Leinwand, 114 x 92 cm, gerahmt, (Wo) In Hamburg ausgebildet, trat Jurian Jacobsz um 1640 in die Werkstatt Frans Snyders in Antwerpen ein (Lungagnini, S. 14), dessen Kompositionen er während seiner gesamten Laufbahn immer wieder variieren sollte.Vor 1646 kehrte er nach Hamburg zurück, wo er mit Jagdbildern in der Art seines Lehrers, sowie mit seinen schon damals viel beachteten Portraits schnell zu einem der gefragtesten Künstler avancierte. Das in dieser Zeit entstandene Portrait des Mathematikers Tassius (heute Kunsthalle, Hamburg) gibt Aufschluss über seine frühe Meisterschaft. 1658 ließ er sich in Amsterdam nieder, wo seine Portraits so geschätzt wurden, dass der Seeheld Admiral de Ruyter 1662 nicht etwa Ferdinand Bol oder Bartholomäus van der Helst, die beiden führenden Amsterdamer Portraitisten jener Zeit, mit seinem Familienportrait beauftragte, sondern den Hamburger (Lungagnini S. 17-heute befindet es sich im Rijksmuseum, Amsterdam). Houbraken erwähnt ihn in seiner “Schouburg” 1719 ausführlich. Ab 1665 arbeitete Jacobsz als hochgeachteter Hofmaler des Statthalters von Friesland, Fürst Heinrich Casimir II. von Nassau-Dietyin Leeuwarden. Das vorliegende Portrait ist wahrscheinlich während des Amsterdamer Aufenthalts entstanden, als Jacobsz. zu den bedeutendsten Portraitisten der Stadt zählte. Seine am flämischen Vorbild geschulte, subtil charakterisierende Bildnismalerei ist deutlich erkennbar, die feine Darstellung der Materialien und der große Realismus verrät den niederländischen Einfluss, der im gesamten, nur wenige gesicherte Portraits umfassenden Werk des Hamburgers spürbar ist. Wir danken Herrn Dr. Henrik Lungagnini, Gut Schierensee,Verfasser des Werkverzeichnisses von Jurian Jacobsz, für seine Mitarbeit bei der Katalogisierung dieses Gemäldes.Literatur: Vgl. Henrik Lunganini, Der Hamburger Maler Jurian Jacobsz 1624- 1685. Leben und Werk, Hamburg 1970. Provenienz: Appleby Brothers, London (Galeriekleber auf der Rückseite); F. Leedham, London (nach einem Schlagstempel auf der Rückseite)
Schätzpreis €15.000,- bis €20.000,-
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