Jean Mariège (Lyon um 1680 - 1728)
Ein Dorffest mit Gauklern vor dem Ehrenhof eines Landsitzes, im Hintergrund eine Dorfkulisse, Öl auf Leinwand, 49,5 x 61 cm, fein geschnitzter und vergoldeter klassizistischer Rahmen, (Wo)
Ohne Limit
Obwohl aufgrund seines relativ kleinen Oeuvres erhaltener Werke heute wenig bekannt, genoss Jean Mariège hohes Ansehen. 1728 wird er als “Maler der Stadt Lyon” erwähnt, eine Stellung, die vom Prestige des Vedutisten zeugt. Neben den hauptsächlich von Mariège überlieferten Scheinarchitekturen haben sich auch eine kleine Anzahl von Gemälden erhalten. So verwahrt das Musée Fabre in Lyon einen belebten Markt mit Architekturkulisse, eines der wenigen von ihm “Mariège 17..” signierten und datierten Werke, im Musée Ingrès in Montauban wird ein weiteres Architekturstück verwahrt, und viele Gemälde befinden sich heute oft noch in den Privatsammlungen der großen Pariser Familien (Ternois, S. 137). Viele seiner reizvollen, an Watteau erinnernden Szenen entstanden im Zusammenhang mit größeren Theaterkulissen (Ternois, S. 133).Wie hier verschmelzen in seinen Werken Elemente der Fête Champetre-Malerei Watteaus mit der älteren Tradition der barocken Architekturvedute, wiewohl auch flämische Genreszenen zitiert werden, zu einer reizvollen Phantasielandschaft, die in der Eleganz der Komposition und Farbgebung bereits an die Rokokomalerei erinnert. Literatur: Vgl. Daniel Ternois, Jean Mariège - un peintre oublié du XVIIIe Siècle, in: La Revue du Louvre et des Musées de France Nr. 64, 14. Jahrgang, Paris 1964, S. 131-138;Thieme-Becker, Bd. XXIV, S.96; Benezit, Bd. VII, S. 181.
Schätzpreis €8.000,- bis €12.000,-
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