Wladimir Baranoff-Rossiné
(Ukraine 1888-1944 Auschwitz) Le voilier, um 1910, signiert Rossiné, rückseitig mit Echtheitsstempel und Signatur der Witwe, Öl auf Leinwand, 50 x 75 cm, gerahmt, (PP)
Fotozertifikat:
Dimitri Baranoff-Rossiné (Sohn des Künstlers) Paris, 25.3. 2008, Archiv-No. 264
Provenienz:
Rutland Gallery, London; Privatsammlung, Süddeutschland
Ausgestellt:
1970 London Rutland Gallery, Nr. 27 Den größten Teil seines Lebens verbrachte Wladimir Baranoff-Rossiné inParis: Er stammte aus dem Süden der Ukraine und hatte zwischen 1903- 1908 an der Kunstschule in Odessa, später an der Akademie der Künste in St. Petersburg studiert und nahm ab 1908 an der avantgardistischen Ausstellung „Zveno“ in Kiew teil. Doch in Paris verbrachte er den größten Teil seines Lebens. Seit 1910 lebte er hier, wo er u.a. 1912 und 1913 Archipenko, Braque und Picasso traf. (Kat.Ausst.Koblenz 2003 S.27/28) Die Pariser Künstlerkolonie hatte Maler aus Russland und Böhmen, aus Italien und Spanien, aus Mexiko und den USA angezogen. Auch mit deutschen Künstlern wie Franz Marc und August Macke hatte es engen Kontakt gegeben.Eine wesentliche Rolle bei der Herausbildung der neuen Kunstsprache spielte die Künstlergruppe die sich um die Familie Delaunay scharte. Sonja Delaunay-Terk pflegte Kontakte mit Besuchern aus Russland. Sie freundete sich mit N. Udalzowa, L.Popowa und A.Exter an, die die Privatschule „La Palette“ besuchten, wo A.Gleizes, H. Le Fauconnier und A.Lot unterrichteten. Sie lernte auch den Philologen A. Smirnow und den Künstler G. Jakulow kennen (…) Jakulow legte bei seinem Paris-Besuch Robert Delaunay seine „Sonnentheorie“ da und beeinflusste zweifellos den Künsten mit seinem Hang zu Kreisformen und Farbkontrasten. Diese Ideen beherzigte auch G.Apollinaire (…) Neben der Idee einer Malereisynthese enthielt die Deklaration über Orphismus Überlegungen über die Verbindung von Farben und Musik. Mit ähnlichen Ideen trug sich damals auch Wladimir Baranoff-Rossiné, der der Familie Delaunay nahe stand. (ebda S.20) Das vorliegende Werk erinnert durch die Orchestrierung aus Farbe und Licht, die hier ein sehr poetische, musikalische Note hat, und die Erzeugung aus den Farbe heraus einer Rhythmus an Delaunays Orphismus. 1914 fuhr Baranoff-Rossiné nach Russland und kehrte erst 1925 wieder nach Frankreich zurück, wo er recht zufrieden arbeiten konnte bis zu seiner Festnahme im Jahre 1942. (ebda S.27/28)
Schätzpreis €150.000,- bis €250.000,-
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