FRANZ JOSEPH I., Kaiser von Österreich, 1830 - 1916. E. B. m. U.,Wallsee, 26. 12. 1900,
5 S., kl. Falteinrisse, 8vo.; e. Kuvert (À Madame Cathérine de Kiss née Schratt. Rome. Hotel Quirinal), rotes Lacksiegel, weiteres Kuvert von anderer Hand, dieses postalisch gelaufen. Ausführlicher Brief an Katharina Schratt: “... Ich hoffe, daß Sie den heiligen Abend mit meiner Schwägerin angenehm zugebracht haben und gewiß haben Sie auch der Schließung der heiligen Pforte in der Peterskirche beigewohnt, vielleicht auch schon den Papste Ihre Aufwartung gemacht. Es naht auch schon die Zeit Ihrer Rückkehr nach Wien und eines hoffentlich guten Wiedersehens ... Hier habe ich die ganze Familie, Gottlob, sehr wohl angetroffen,Valerie, welche Sie grüßen läßt, sieht brilliant aus, schont sich noch etwas, geht aber schon im Hause herum, in die Kirche und war bei der Bescherung, welche wieder sehr hübsch war und die Kinder glücklich machte, besonders aber den kleinen Theodor, der sich sehr vorteilhaft entwickelt hat, sehr lustig ist, mit unglaublicher Schnelligkeit im Zimmer herumkriecht und wenn er sich anhalten kann, aufsteht, aber noch nicht geht. Die Bescherung wurde durch einen Chorgesang der Angehörigen des Hauses eingeleitet und mit der Volkshymne geschlossen, die 4 größeren Kinder declamierten ein Gedicht und sangen ein Weihnachtslied. Der schöne Chorgesang beim Gottesdienste in der Schloßkirche ist auch erhebend ... Am 22. war in Wien der Gardekapitän GdC. Graf Pálffy bei mir, der von Rom zurückgekommen war, wo er dem Könige von Itaien die Ernennung zum Inhaber unseres 28. Infantrie Regiments überbrachte. Er wohnte auch im Hotel Quirinal und hat in der Scnelligkeit seine Andacht und den Besuch der Jubiläums Basiliken gemacht und einem Pilgersange in der Peterskirche beigewohnt. Dann war noch das Ehepaar Rosthorn, welche von Peking, wo sie sich bei der Belagerung der Gesandschaften ausgezeichnet haben, bei mir. Sie ist eine hübsche Frau, der man die durchgemachten Strapazen gar nicht an sieht. Desto schlechter und angegriffen sieht er aus. Sie erzählten interessant und bescheiden von Ihren Erlebnissen. Sie ist die erste Frau, welche mit der Kriegsmedaille decoriert wurde ...”.
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