
Melchior de Hondecoeter Nachfolger

Spätbarockes Osterei
Mit stolzgeschwellter Brust kräht der Hahn vom Bild. Er stammt aus einem Gemälde eines Nachfolgers des Tiermalers Melchior de Hondecoeter und ist so etwas wie der Titelheld der dreitägigen Osterauktion des Dorotheum Salzburg. Das Bild ist zwischen 12.000 und 20.000 Euro geschätzt und kommt am ersten Auktionstag, am 18. März 2008, dem Tag der Gemälde des 16. bis zum 19. Jahrhundert, der Zeichnungen, Aquarelle und Miniaturen unter den Hammer. Tags darauf ist es Zeit für Grafiken, Möbel und dekorative Kunst, Uhren und Skulpturen. Am 20. März stehen Antiquitäten, Militaria, Waffen, Orden sowie Teppiche und Textilien auf dem Programm.
Wo der Hahn kräht ist das Ei nicht weit: Österliche und sakrale Motive finden sich bei dieser traditionellen Osterauktion, bei der Kunstfreunde mit nahezu allen Sammelsparten bedient werden, zur Genüge. Wie etwa die Auswahl von spätbarocken Ostereiern, deren Preis sich zwischen 300 und 800 Euro bewegt. Es handelt sich dabei um rund 12 Zentimeter große, marmoriert gemalte Gänse- oder Schwaneneier, die mit einem Wachsrelief und Blattornamenten versehen sind. An die Passionsgeschichte gemahnt Conrad Hubers „Kreuzabnahme“, ein Gemälde von 1808 (€ 3.000 - 4.000). Seine Wundmale an den Händen zeigt ein „Auferstandener Christus“ aus Österreich, zweites Drittel des 15. Jahrhunderts (€ 2.800 - 3.600). Christliche Sittenlehre ist unter anderem Thema der vier Bände von Petrus Hekel SJ: Das Predigtwerk aus der Mitte des 18. Jahrhunderts wird zwischen 400 und 500 Euro geschätzt.
Raritäten sind die teils versilberten Votivgaben sowie Reliquienkapseln aus dem 19. Jahrhundert. Einen Höhepunkt der Auktion markiert eine tragbare Reise-Ikone aus der Werkstatt Fabergé, Moskau, um 1900. Die Gottesmutter von Kasan ist in Cloisonné-Technik gefertigt, Mutter und Kind mit Perlengewändern drapiert. Das gut erhaltene Kleinod wird zwischen 30.000 und 40.000 Euro geschätzt. Bei der traditionell recht starken Malerei ragen Bilder berühmter Maler heraus. Franz von Defreggers (1835 - 1921) Wiederholung des Bildes „Der Abschied der Jäger“ präsentiert sich in einem prunkvollen, holzgeschnitzten Blattgold-Rahmen (€ 40.000 - 50.000). Pablo Picassos mit „18. Juni 33“ in der Platte datierte, eigenhändig signierte Radierung „Minotaurus, Trinker und Frau“ soll 14.000 bis 16.000 Euro bringen. Romantisch ist die Gouache „Ideallandschaft mit Schloss und Hirtenstaffage“ von Heinrich Füger (€ 1.200 - 1.600). Bei den Möbeln triumphiert ein raffinierter, nussfurnierter Biedermeier-Schreibschrank (€ 8.000 - 10.000), bei den Bauernmöbeln ein Tölzer Bauernkasten, datiert 1822 (€ 3.200 - 4.000).
Insgesamt bedient die dreitägige Auktion jederlei Geschmack – damit es genügend Möglichkeiten gibt, etwas Passendes fürs eigene "Nest" zu finden.
Osterauktion: | Dienstag, 18. bis Donnerstag, 20. März 2008 |
Besichtigung: | ab 5. März 2008 |
Ort: | Dorotheum Salzburg, Schrannengasse 7, 5020 Salzburg |
Kontakt: | Mag. Walter Sonnberger, Tel. 0662/87 16 71-0 |
Presse: | Mag. Doris Krumpl, Tel. 01/515 60-406 |
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