
Kaiser Franz Joseph, eigenhändiger Brief
mit Unterschrift an Katharina Schratt,
20. 2. 1889 mit Trauerrand,
Rufpreis € 1.500
Sie war langjährige Vertraute Kaiser Franz Josephs: die Schauspielerin Katharina Schratt spielte wohl eine große Rolle im Leben des Kaisers. Nun werden im Wiener Dorotheum drei Briefe des Kaisers an seine „liebe gute Freundin“ oder „gnädige Frau“, wie er Sie in den Schriftstücken nennt, bei der Autographen-Auktion am 2. Dezember 2009 versteigert.
Besonders berührend ist ein siebeneinhalb Seiten langes Schreiben an Katharina Schratt mit Trauerrand, das Franz Joseph drei Wochen nach dem Tode des Kronprinzen Rudolf verfasst hat: Er berichtet über seine eigene Trauer, die bedrückende Stimmung und den Schmerz der Kaiserin: „Ich bin täglich mit der Kaiserin über eine Stunde im Garten spazieren gegangen, … Sie ist, Gott lob, wohl, aber mit der traurigen Stimmung will es nicht besser werden. Das kann wohl auch nicht anders sein. Es geht mir auch ebenso und die gegenwärtigen hiesigen Zustände sind nicht zur Aufheiterung geeignet.“.
Der Kaiser pflegte allmorgendlich lange Briefe an die Schratt zu schreiben, in denen er ihr ausführlich alle Details aus seinem Alltag schilderte. So konnte er zu Recht monieren: „Daß Sie die Zeitungs Ente von meinem vierwöchentlichen Aufenthalt in Gastein geglaubt haben, war eigentlich nicht recht, denn Sie hätten doch sicher sein sollen, dass Sie die erste gewesen wären, der ich es mitgetheilt, hätte, wenn es wahr gewesen wäre …“, so ein Auszug aus einem ebenfalls siebeneinhalb Seiten langen Brief vom 1. 7. 1888.
Ein sehr persönliches, sogar emotionales Bild des Kaisers zeigen diese beiden Briefe. Ob Katharina Schratt auch über die sehr ausführlichen Schilderungen der Jagderfolge in St. Kiraly (Ungarn) in dem Brief vom 2. 12. 1889 ebenso glücklich war wie der Kaiser selbst, lässt sich nicht erahnen. Ausgerufen werden diese drei eigenhändigen Briefe mit je 1.500 Euro. Sie stammen allesamt aus österreichischem Besitz.
Die Autographen-Auktion bietet mehr als 300 Objekte. Ein Blatt aus dem ersten Gesamt-entwurf zu Lohengrin von Richard Wagner galt bisher als verschollen und ist nun im Angebot der Versteigerung. Mindestens 15.000 Euro erwartet sich das Dorotheum für dieses eigenhändige Musikmanuskript.
Auktion:
Autographen, 2. Dezember 2009
Besichtigung:
ab 26. November 2009
Ort:
PALAIS DOROTHEUM, Wien 1, Dorotheergasse 17
Experte:
Mag. Andreas Löbbecke, Tel. + 43-1-515 60-389, books@dorotheum.at
Presse:
Mag. Doris Krumpl, Tel. + 43-1-515 60-406, doris.krumpl@dorotheum.at
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