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Sebastian Vrancx
Lot Nr. 21 -

Sebastian Vrancx

(Antwerpen 1573-1647)
Allegorie des Winters,
monogrammiert und datiert rechts unten: SV/16.8 (1608),
Öl auf Holz, 52 x 66 cm, gerahmt 

Provenienz:
Auktion, Fievez, Brüssel, 10. März 1927, Lot 111;
Europäische Privatsammlung;
Auktion, Sotheby’s, London, 30. November 1983, Lot 64;
Auktion, Sotheby’s, London, 4. Dezember 2014, Lot 172:
dort erworben durch den jetzigen Besitzer

Das vorliegende Gemälde gehörte ursprünglich einer Serie von vier Bildtafeln an, die zuletzt 1927 als geschlossene Gruppe verkauft wurden. Damals konnte die Datierung noch als 1608 entziffert werden. In einer Auktion bei Sotheby’s am 30. November 1983 wurden Winter und Frühling dieser Serie zusammen angeboten; Lot 63 (Der Frühling) blieb unverkauft, wohingegen Lot 64 (Der Winter) erfolgreich versteigert wurde. Man weiß nicht, wo sich die drei anderen Jahreszeitendarstellungen heute befinden; jedoch wurde eine vollständige unsignierte Gruppe, die sich von unserer Serie leicht unterscheidet, am 18. Mai 1994 bei Christie’s, New York, als Lot 44 für $ 630.000 zugeschlagen. Fred G. Meijer, ehemals Rijksbureau voor Kunsthistorische Documentatie, ist der Auffassung, dass es sich bei dem vorliegenden Gemälde um den Prototyp handelt, der als Vorlage für Kopien diente, darunter auch jene Allegorie des Winters, die am 17. Mai 2014 bei Lempertz als Lot 1029 zur Versteigerung kam.

Mittelalterliche Stundenbücher bildeten Winterszenen als Kalenderillustrationen ab. Es waren die Vorläufer jener Allegorien des Winters, die sich im 16. und 17. Jahrhundert im Schaffen von Künstlern wie Vrancx, der das Bildthema mehrmals abwandelte, so großer Beliebtheit erfreuten. Während einige seiner Gemälde aus Figuren bestanden und eine gewisse Bewegtheit zum Ausdruck brachten, zeigt die vorliegende Komposition mit der Jahreszeit Winter assoziierte Gegenstände. Schon Pieter Brueghel d. Ä. bezog häufig Objekte von symbolischer Bedeutung in seine Werke ein, die in dieser Hinsicht als vorbildhaft für das vorliegende Bild gelten können, welches zahlreiche Details beinhaltet, die auch in Brueghels Gemälden der Jahreszeiten oder Darstellungen von Festivitäten aufscheinen.

Rot- und Weißkraut, Karotten, Zuckerrüben und Würste füllen zusammen mit Haushaltsgegenständen wie einer kupfernen Wärmepfanne und Brennholz den Vordergrund und stehen für die Grundnahrungsmittel des winterlichen Speiseplans. Neben diesen eher alltäglichen Dingen sind Gegenstände zu erkennen, welche die Feierlichkeiten der Jahreszeit symbolisieren, etwa das hübsch anzusehende Duivekater-Brot oder die Pfannkuchen des Sinterklaas-Festes, die Papierkrone, die vermutlich zum Dreikönigsfest getragen wurde, und Waffeleisen, Maske und rotes Kostüm des Karnevals, mit dem man den herannahenden Frühling und damit das Näherrücken leichterer Monate begrüßte.

Experte: Damian Brenninkmeyer

Sebastian Vrancx
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  • Schätzwert
    EUR 140.000 ,- bis 180.000 ,-
    USD 161.000 ,- bis 206.500 ,-
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DETAILS ZUR AUKTION

Alte Meister
Datum: 23.10.2018, 17:00
Auktionsort: Palais Dorotheum Wien
Besichtigung: 13.10. - 23.10.2018
Auktionator:

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