Ernst Caramelle – Ein Résumé

Bis zum 28. April 2019 zeigt das mumok die erste umfassende Retrospektive zum Werk des österreichischen Künstlers Ernst Caramelle (geboren 1952 in Hall in Tirol). Die Ausstellung umfasst alle Werkphasen des Künstlers von 1974 bis in die Gegenwart.

Ernst Caramelle

Nach Caramelle’s Ausbildung 1970 bis 1976 an der Hochschule für angewandte Kunst in Wien, widmete er sich neben seinem künstlerischen Schaffen der Lehrtätigkeit. So unterrichtete er bereits 1981 bis 1983 an der Städelschule in Frankfurt am Main, 1986 bis 1990 an der Hochschule für angewandte Kunst, Wien, sowie an anderen internationalen Häusern. Seit 1994 ist er Professor an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste in Karlsruhe und seit 2012 deren Rektor.

Ernst Caramelle Videolandschaften, 1974 © Ernst Caramelle

„Alles ist in Wirklichkeit nicht wirklich“

Caramelle’s künstlerischer Ansatz liegt im Hinterfragen von Realität, der Glaubhafigkeit des Sichtbaren, sowie der Bedingungen von Kunst. Diese Themen finden sich in seinen ersten Arbeiten Mitte der 1970er Jahre unter dem Programmtitel „Art is a fake“.

Unter Einsatz unterschiedlicher Medien – wie Video, Fotografie, Malerei, Zeichnung, Wandmalerei, Lichtarbeiten etc. – untersucht Caramelle die Bedingungen der Wahrnehmung und Repräsentation von Kunst im Sinne von Original und Fälschung, sowie  die Rolle des Künstlers und des Kunstmarktes im Kontext der Kunstrezeption.

Ein Résumé im mumok

Die Ausstellung im mumok zeigt das Ineinandergreifen und die durchgehende Referenzialität zwischen den medialen Werken (Foto, Video, Reproduktion von medialen Bildern), der Wandmalerei, den sogenannten Gesso Pieces, den Zeichnungen, den Aquarellen, den „Lichtarbeiten“ und dem im Schaffen Caramelles zentralen Komplex der Druckgrafik.

Auch hier werden inhaltlich die künstlerische Produktivität, die Rolle des Künstlers, seine Verflechtung mit dem Markt und dem Museum sowie die Verhandlungen zwischen Institutionen und Künstlern ins Visier genommen

Neben rund 350 Arbeiten aus vier Jahrzehnten, die im Rahmen der Retrospektive gezeigt werden, realisiert Ernst Caramelle für das mumok zwei neue ortsspezifische Wandmalereien, die mit dem Raumkonzept und dem gesamten Œuvre gedanklich und methodisch verzahnt sind.

Kuratiert von Sabine Folie

MUMOK

Ernst Caramelle – Ein Résumé
bis 28. April 2019 

Museum Moderner Kunst Stiftung Ludwig Wien
Museumsplatz 1, 1070 Wien
www.mumok.at

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