Herbert Zangs: Verweißung, 1976

Schnee gab es zur Zeitgenössischen Kunst Auktion am 22. November 2016 Schnee nicht, weiß war es aber auf jeden Fall!

Weiß gemalt!

Malen ist für Herbert Zangs unmittelbarer Ausdruck seiner ungestümen Begeisterung für das Leben. Seine große Neugier führt dazu, dass sein Werk von beeindruckender Heterogenität ist. Das Neuartige seiner abstrakten Arbeiten findet sich nicht ausschließlich in der bildnerischen Gestaltung; vielmehr ist eine neue Art des Sehens und Denkens erforderlich. Das Weiß, das in Zangs’ abstrakten Werken der 1950er- und später der 1970er-Jahre eine maßgebliche Rolle spielt, hebt die Materialität unter anderem der Collage oder Assemblage aus Fundstücken auf besondere Weise hervor und regt die Imagination des Betrachters an.
Nur für kurze Zeit agiert Zangs bei der Erstellung der weißen Bilder im Sinne des Action Painting, indem er die Farbe durch Tropfen, Spritzen oder in Häufchen gestisch auf den Malgrund aufbringt. Bald kehrt er aber zur seriellen Reihung und zur gestisch gerasterten Ordnung zurück. Mit seinen „Verweißungen“, mono- oder polychromen Materialcollagen und seriellen Arbeiten ist er nicht nur einer der Vorreiter des deutschen Informel, sondern greift auch dem Grundgedanken von ZERO vor.

 

Bild oben:
Herbert Zangs
Verweißung, 1976
Weiße Farbe (Acryl) auf braunem Packpapier, 99 x 212,5 cm
erzielter Preis € 56.250

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