Teppichkauf: Leicht gemacht mit unseren Expertentipps!

Ob wertvoller Wandschmuck, gehobener Einrichtungsgegenstand oder ein Stück textile Geschichte – wir umgeben uns seit Jahrhunderten mit Teppichen.
Der Begriff „Teppich“ kann etymologisch vom altgriechischen Wort tapes, einem Lehnwort aus dem Persischen, farsch („bedecken“), abgeleitet werden. Wollen auch Sie sich mit Teppichen eindecken? Liebhaberstücke für Ihren Wohnraum sichern oder sogar eine professionelle Teppich-Sammlung aufbauen? Mit den Tipps unseres Experten sind Sie gut gerüstet für den Teppichkauf und die ersten Schritte auf geknüpftem und gewebtem Textil.

1. Wer billig kauft – kauft teuer

Teppich
Keschan Seide, Zentralpersien (Iran), ca. 427 x 304 cm, um 1910, Auktion 20. Februar 2019, Rufpreis € 50.000

Geschäftsauflösungen, Preisnachlässe, „fliegende“ Händler usw. irritieren den ungeschulten Konsumenten und erschweren ein Preis-, Leistungsverhältnis bei Teppichen bzw. Teppichantiquitäten richtig einzuschätzen.

Es ist anzuraten eine Kaufentscheidung nicht von Preisnachlässen abhängig zu machen. Vielmehr sollte man nach schönen, authentischen Teppichen aus der jeweiligen Gruppe Ausschau halten. Bei antiken Stücken können grobe Dorf- oder Nomadenteppiche wertvoller sein als fein geknüpfte Exponate. Türkische Hereke-Teppiche zählen zu den wertvollsten neuzeitlichen Seidenteppichen.

2. Wo sollten Teppiche gekauft werden

Teppiche
Mesched extra fein, Nordostpersien (Iran), ca. 391 x 295 cm, um 1940, Auktion 20. Februar 2019, Rufpreis € 9.000

Im Ursprungsland sind alte und antike Teppiche kaum mehr aufzufinden. Bei Urlaubsreisen ist Vorsicht angebracht, da die Teppiche zumeist überteuert angeboten werden und gerne auch Ihre Heimatadresse an dubiose Händler weitergereicht wird.

Kaufen Sie im renommierten, alteingesessenen Teppichgeschäft. Der Markt mit alten und antiken Teppichen verlagert sich immer mehr in das Auktionsgeschäft.

3. Worauf man beim Kauf achten sollte

Wenig ist mehr – bei antiken Teppichen findet man eine archaische Musterführung, wo die Knüpferin Freiraum offen ließ. Desto jünger, sind die Stücke meist überladen und besitzen ein stereotypisches Musterbild. Die Wolle sollte noch mit Pflanzenfarben eingefärbt sein, welche im Laufe der Zeit eine schöne Alterspatina erhält. Ein antiker Teppich (über 100 Jahre alt) kann auch noch eine hohe Florwolle besitzen. Je weniger Reparaturen – desto besser. Bei wirklich historischen Teppichen, Kelims und Textilien wird auch ein schlechter Erhaltungszustand akzeptiert und es können sogar Fragmente hoch gehandelt werden. Weiteres ist zu untersuchen ob das Stück beschnitten (verkürzt), morsch oder verblichen ist.

4. Wäsche und Reparatur

Teppich
Savonnerie, Frankreich, ca. 774 x 510 cm, 2. H. 18. Jh., Auktion 20. Februar 2019, Rufpreis € 40.000

Für Sammler ein ganz wichtiges Thema ist die Werterhaltung und Aufbesserung eines gebrauchten, beschädigten oder verschmutzten Teppichs. Auch hier gilt es Ihr kostbares Gut nur einer Teppichwäscherei Ihres Vertrauens oder einer Reparaturwerkstätte mit Erfahrung im Umgang mit Teppichantiquitäten  zu überlassen. Der ursprüngliche Teppich sollte nicht überrestauriert werden, sondern oft nur im Sinne von Konservierung behandelt werden.

Aktuell: In letzter Zeit werden zahlreiche neue Wäscherei- und Reparaturwerkstätten aus dem Boden gestampft, diese gaukeln einen hohen Wert des Teppichs vor um dann Wäschen und Reparaturen, welche den Wert des Stückes übersteigen, vorzunehmen.

5. Teppichkauf – Legen Sie los

Bereit Ihre eigene Teppich-Sammlung zu beginnen oder zu erweitern?
Tragen Sie sich unsere kommende Orientteppiche, Textilien und Tapisserien Auktion in Ihren Kalender ein! Am 20. Februar 2019 um 16.00 gelangen wieder exklusiv ausgewählte Teppiche zur Versteigerung im Dorotheum. Laufende Informationen finden Sie in unserer Auktionsübersicht auf unserer Website.

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