Lagerfeld, Karl,

deutscher Modedesigner, 1933 - 2019. Zwei e. Briefe m. U., o. O., o. D., 25. 4. 1980, bzw. undatiert, 6 bzw. 1/2 S. gedruckte Briefköpfe (51, rue de l'Université; Fächer mit Initialen), ein Brief links gelocht, 4to., zwei Entwürfe zu Gegenbriefen liegen bei, einmal datiert 28. 4. 1980.

Programmatisches Schreiben (25. 4. 1980) an Margitta Hübler in dem Lagerfeld der von 1980 bis 1984 als erster internationaler Stardesigner als Leiter der Modeklasse der Universität (vor 1998 Hochschule) für angewandte Kunst in Wien fungierte, sein Konzept von Mode und dessen didaktische Umsetzung im Rahmen eines Hochschulstudiums erläutert: "Sehr geehrte Frau Prof. Hübler, ich habe mich gefreut mich gestern lange mit Ihnen persönlich zu unterhalten und Sie so besser kennen zu lernen und auch gleichzeitig einen tieferen Einblick Ihrer Schüler und deren Probleme zu bekommen. Da ist viel zu tun! Ich finde man muss vor allem deren eigene Ambition stimulieren und sie motivieren (...) In der Entwurfs Stunde muß auch das gesamte Konzept der Mode sehr beachtet werden d. h. nicht nur isolierte Kleider zeichnen sondern die passenden Accessoires auch. Es wäre eine gute Idee jedem Schüler die folgende Aufgabe zu geben: Aus all seinen Zeitungen sein liebstes Modell auszusuchen und es neu zu zeichnen und dazu (auf dem gleichen Blatt oder daneben) die Schuhe, den Schmuck, die Schminke, die ideale Frisur oder den passenden Hut (so es dem Modell entspricht) zu entwerfen. Die Schüler müssen unbedingt zu kohärentem Modedenken erzogen werden. Keine isolierten Kleider! Total Konzepte! Das ist sehr wichtig. Wenn man Ideen für Kleider hat, hat man auch Ideen für den Rest und der "Rest" macht heute oft die Mode fast mehr wie das Kleid. Ich werde viele Zeitungen aus anderen Ländern nach Wien schicken oder mitbringen. Ich fände es sehr gut, wenn daraus alles was den verschiedenen Schülern gefällt, was ihnen aufgefallen ist und was sie modisch interessiert ausgeschnitten wird und eine große Collage damit gemacht wird. (Später wenn neue Sachen dazu kommen werden die alten überklebt.) Nicht nur Mode sondern auch alles was Mode inspirieren kann. Die müssen lernen die Augen aufzumachen! Ideen kommen vom Sehen. Darum wäre es auch gut wenn jeder Schüler eine Art visuelles Tagebuch führt wo alle optischen und stilistischen Eindrücke drin vermerkt, gezeichnet und geklebt werden müssen. Können sie die Zeitschriften nicht kaufen so können sie sie photokopieren. Die müssen sehen lernen! Es ist eine zu bequeme Idee daß die meinen sie seien in Wien isoliert. Das ist zu bequem. Da muß man sehr streng sein vor allem mit den 2 letzten Jahrgängen. Entwerfen ist eine Disziplin, man muß wie bei Sport trainieren und 24 Stunden pro Tag daran denken sonst besteht auch kein Grund daß man Erfolg mit diesem Beruf hat.“

Expert: Mag. Andreas Löbbecke Mag. Andreas Löbbecke
+43-1-515 60-389

books@dorotheum.at

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deutscher Modedesigner, 1933 - 2019. Zwei e. Briefe m. U., o. O., o. D., 25. 4. 1980, bzw. undatiert, 6 bzw. 1/2 S. gedruckte Briefköpfe (51, rue de l'Université; Fächer mit Initialen), ein Brief links gelocht, 4to., zwei Entwürfe zu Gegenbriefen liegen bei, einmal datiert 28. 4. 1980.

Programmatisches Schreiben (25. 4. 1980) an Margitta Hübler in dem Lagerfeld der von 1980 bis 1984 als erster internationaler Stardesigner als Leiter der Modeklasse der Universität (vor 1998 Hochschule) für angewandte Kunst in Wien fungierte, sein Konzept von Mode und dessen didaktische Umsetzung im Rahmen eines Hochschulstudiums erläutert: "Sehr geehrte Frau Prof. Hübler, ich habe mich gefreut mich gestern lange mit Ihnen persönlich zu unterhalten und Sie so besser kennen zu lernen und auch gleichzeitig einen tieferen Einblick Ihrer Schüler und deren Probleme zu bekommen. Da ist viel zu tun! Ich finde man muss vor allem deren eigene Ambition stimulieren und sie motivieren (...) In der Entwurfs Stunde muß auch das gesamte Konzept der Mode sehr beachtet werden d. h. nicht nur isolierte Kleider zeichnen sondern die passenden Accessoires auch. Es wäre eine gute Idee jedem Schüler die folgende Aufgabe zu geben: Aus all seinen Zeitungen sein liebstes Modell auszusuchen und es neu zu zeichnen und dazu (auf dem gleichen Blatt oder daneben) die Schuhe, den Schmuck, die Schminke, die ideale Frisur oder den passenden Hut (so es dem Modell entspricht) zu entwerfen. Die Schüler müssen unbedingt zu kohärentem Modedenken erzogen werden. Keine isolierten Kleider! Total Konzepte! Das ist sehr wichtig. Wenn man Ideen für Kleider hat, hat man auch Ideen für den Rest und der "Rest" macht heute oft die Mode fast mehr wie das Kleid. Ich werde viele Zeitungen aus anderen Ländern nach Wien schicken oder mitbringen. Ich fände es sehr gut, wenn daraus alles was den verschiedenen Schülern gefällt, was ihnen aufgefallen ist und was sie modisch interessiert ausgeschnitten wird und eine große Collage damit gemacht wird. (Später wenn neue Sachen dazu kommen werden die alten überklebt.) Nicht nur Mode sondern auch alles was Mode inspirieren kann. Die müssen lernen die Augen aufzumachen! Ideen kommen vom Sehen. Darum wäre es auch gut wenn jeder Schüler eine Art visuelles Tagebuch führt wo alle optischen und stilistischen Eindrücke drin vermerkt, gezeichnet und geklebt werden müssen. Können sie die Zeitschriften nicht kaufen so können sie sie photokopieren. Die müssen sehen lernen! Es ist eine zu bequeme Idee daß die meinen sie seien in Wien isoliert. Das ist zu bequem. Da muß man sehr streng sein vor allem mit den 2 letzten Jahrgängen. Entwerfen ist eine Disziplin, man muß wie bei Sport trainieren und 24 Stunden pro Tag daran denken sonst besteht auch kein Grund daß man Erfolg mit diesem Beruf hat.“

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