Giacomo Manzu - Werke kaufen und verkaufen

22. Dezember 1908, Bergamo (Italien) - 17. Jänner 1991 Ardea bei Rom (Italien)

1908 als Sohn eines Schuhmachers im italienischen Bergamo geboren, starb Giacomo Manzù 1991, im Alter von 82 Jahren, in Ardea bei Rom.
Er wurde vor allem für sein skulpturales Werk bekannt; sein bevorzugtes Arbeitsmaterial war Bronze. Viele seiner Skulpturen befinden sich bis heute im Umkreis seiner Heimatstadt. Der talentierte Autodidakt schöpfte seine Inspiration sowohl in der Kunst des antiken Griechenland, als auch in mittelalterlichen Steinskulpturen.

Das Motiv des Zweiges zieht sich wie ein roter Faden durch das gesamte künstlerische Werk von Giacomo Manzù; angefangen von seinen botanischen Studien der 1940er Jahre, bis zu einem seiner Hauptwerke, der „Porta della Morte“ („Todespforte“) in St. Peter in Rom.
In den frühen 1950er Jahren vom Vatikan in Auftrag gegeben, wird diese im Rahmen von Trauerprozessionen als Ausgang verwendet. Der Türgriff ist in der Form eines Zweiges gestaltet - Manzù verband damit die „Traci di Vita“ (Lebensinstinkte). Obwohl sein Auftraggeber und Freund, Papst Johannes XXIII., auf eine rasche Fertigstellung bedacht war, ließ sich der Künstler viel Zeit, um das Relief fertigzustellen. Trotz wiederholter Aufforderung, erlebte der Papst die Fertigstellung des Reliefs nicht mehr: 1964, ein Jahr nach seinem Tod wurde das Relief feierlich eingeweiht.
Als Vermächtnis seiner Verbundenheit zu dem Verstorbenen widmete der Künstler Johannes XXIII. ein Porträt. Zu seinen bekanntesten Motiven zählen unter anderem auch das von ihm ins Leben gerufene, ikonografische Motiv die „Kardinäle“.

Kurze Zeit später verwendete er die „Traci di Vita“ („Lebensinstinkte“) ebenfalls für die Bronzetür des Palazzo d’Italia beim Rockefeller Centre in New York. Eine ähnliche Form verwendete er auch für die „Porta d’Amore“ des Domes zu Salzburg.

Während des Zweiten Weltkrieges tauchte Manzù aufgrund seiner regimefeindlichen Zeichnungen für eine gewisse Zeit unter. Nach 1945 zog es ihn kurzfristig nach Salzburg, wo er seine zukünftige Ehefrau Inge kennenlernte. Gemeinsam zogen die beiden darauf nach Ardea, in der Nähe von Rom. Sie wurde zur Muse für seine Porträts und Skulpturen. Ihr gemeinsamer Sohn Pio, trat in die Fußstapfen seines Künstlervaters und wurde Innenarchitekt. Ende der 1960er Jahre zeichnete er sich für den Entwurf des Modells „Fiat 127“ verantwortlich. Tragischer Weise verstarb Pio Manzù auf dem Weg zur finalen Präsentation bei einem Autounfall.

Seit vielen Jahren werden Werke von Giacomo Manzù bei Auktionen des Dorotheum erfolgreich versteigert. Am 28. November 2007 erzielte sein „Cardinale in Piedi“ einen Preis von € 244.300.