Lot Nr. 75


Giovanni Paolo Panini Werkstatt


(Piacenza 1691–1765 Rom)
Ruinencapriccio mit den drei Säulen des Dioskurentempels, dem Pantheon, dem Tempel der Sibylle in Tivoli, dem Titusbogen, der Reiterstatue des Mark Aurel sowie weiteren Baudenkmälern und Figurenstaffage,
Öl auf Leinwand, 112 x 84 cm, gerahmt

Provenienz:
Privatsammlung, Rom

Das vorliegende Gemälde ist eine Fantasieansicht bzw. Veduta ideata mit einer Zusammenführung berühmter römischer Baudenkmäler und Ruinen. Von links nach rechts sind folgende Bauwerke dargestellt: die drei Säulen des Castor und Pollux geweihten Dioskurenttempels im Forum Romanum, der Tempel der Sybille in Tivoli, die Cestius-Pyramide, die Bronzestatue des Mark Aurel, der vom Kolosseum aus gesehene Titusbogen, der heute auf der Piazza del Popolo befindliche Obelisk des Circus Maximus, das leicht nach rechts ausgerichtete Pantheon und im Vordergrund die Borghese-Vase. Das Relief links konnte nicht näher bestimmt werden und ist vermutlich erdacht. Die Szene wird von mehreren Figuren in antiken Gewändern belebt.

Bei dem vorliegenden Werk handelt es sich um eine größere Fassung eines in einer Privatsammlung befindlichen Gemäldes von Giovanni Paolo Panini (69 x 79 cm), von dem eine Reihe von Repliken und Kopien bekannt sind. Es ist das Pendant einer weiteren veduta ideata, ebenfalls in einer Privatsammlung aufbewahrt, mit dem Kolosseum, der Cestius-Pyramide, dem Konstantinbogen und der Trajansäule (siehe F. Arisi, Gian Paolo Panini e i fasti della Roma del ‘700, Rom 1986, S. 460, Nr. 463 und S. 461, Nr. 464).

Das vorliegende Werk unterscheidet sich durch seine in der Breite erweiterte Komposition, wodurch Platz für die Cestius-Pyramide geschaffen wurde, die hier im mittleren Hintergrund zu erkennen ist, aber in Paninis Gemälde fehlt. Letzteres befand sich vermutlich in der Werkstatt des Meisters, wo seine Schüler Gelegenheit hatten, es zu variieren. Dabei fügten sie, wie hier der Fall, neue Details hinzu, um das jeweilige Werk von den anderen Fassungen zu unterscheiden. Paninis Ansicht entstand wahrscheinlich in den späten 1750er- oder frühen 1760er-Jahren: Hier wurde das ursprünglich frontal gegebene Motiv des Pantheons, welches Panini bereits in Kompositionen der späten 1730er-Jahre verwendet hatte, neu interpretiert, indem es leicht nach rechts ausgerichtet wurde.

25.04.2017 - 18:00

Erzielter Preis: **
EUR 47.500,-
Schätzwert:
EUR 30.000,- bis EUR 40.000,-

Giovanni Paolo Panini Werkstatt


(Piacenza 1691–1765 Rom)
Ruinencapriccio mit den drei Säulen des Dioskurentempels, dem Pantheon, dem Tempel der Sibylle in Tivoli, dem Titusbogen, der Reiterstatue des Mark Aurel sowie weiteren Baudenkmälern und Figurenstaffage,
Öl auf Leinwand, 112 x 84 cm, gerahmt

Provenienz:
Privatsammlung, Rom

Das vorliegende Gemälde ist eine Fantasieansicht bzw. Veduta ideata mit einer Zusammenführung berühmter römischer Baudenkmäler und Ruinen. Von links nach rechts sind folgende Bauwerke dargestellt: die drei Säulen des Castor und Pollux geweihten Dioskurenttempels im Forum Romanum, der Tempel der Sybille in Tivoli, die Cestius-Pyramide, die Bronzestatue des Mark Aurel, der vom Kolosseum aus gesehene Titusbogen, der heute auf der Piazza del Popolo befindliche Obelisk des Circus Maximus, das leicht nach rechts ausgerichtete Pantheon und im Vordergrund die Borghese-Vase. Das Relief links konnte nicht näher bestimmt werden und ist vermutlich erdacht. Die Szene wird von mehreren Figuren in antiken Gewändern belebt.

Bei dem vorliegenden Werk handelt es sich um eine größere Fassung eines in einer Privatsammlung befindlichen Gemäldes von Giovanni Paolo Panini (69 x 79 cm), von dem eine Reihe von Repliken und Kopien bekannt sind. Es ist das Pendant einer weiteren veduta ideata, ebenfalls in einer Privatsammlung aufbewahrt, mit dem Kolosseum, der Cestius-Pyramide, dem Konstantinbogen und der Trajansäule (siehe F. Arisi, Gian Paolo Panini e i fasti della Roma del ‘700, Rom 1986, S. 460, Nr. 463 und S. 461, Nr. 464).

Das vorliegende Werk unterscheidet sich durch seine in der Breite erweiterte Komposition, wodurch Platz für die Cestius-Pyramide geschaffen wurde, die hier im mittleren Hintergrund zu erkennen ist, aber in Paninis Gemälde fehlt. Letzteres befand sich vermutlich in der Werkstatt des Meisters, wo seine Schüler Gelegenheit hatten, es zu variieren. Dabei fügten sie, wie hier der Fall, neue Details hinzu, um das jeweilige Werk von den anderen Fassungen zu unterscheiden. Paninis Ansicht entstand wahrscheinlich in den späten 1750er- oder frühen 1760er-Jahren: Hier wurde das ursprünglich frontal gegebene Motiv des Pantheons, welches Panini bereits in Kompositionen der späten 1730er-Jahre verwendet hatte, neu interpretiert, indem es leicht nach rechts ausgerichtet wurde.


Käufer Hotline Mo.-Fr.: 09.00 - 18.00
old.masters@dorotheum.at

+43 1 515 60 403
Auktion: Alte Meister
Datum: 25.04.2017 - 18:00
Auktionsort: Wien | Palais Dorotheum
Besichtigung: 15.04. - 25.04.2017


** Kaufpreis inkl. Käufergebühr und Mehrwertsteuer

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