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Lot Nr. 6


Bongo oder Belanda, Süd-Sudan: Eine stehende, männliche Grab-Figur im ‘naturalistischen Stil’. Sehr selten und alt!


Die Bongo und Belanda sind Rinderzüchter, Jäger und Sammler im Südwesten des Sudan. Ihre künstlerischen Zeugnisse sind Grab-Stelen, die zirka ein Jahr nach dem Tod eines bedeutenden Stammes-Mitgliedes errichtet werden. Mit festlichen Zeremonien werden über dem Grab des Verstorbenen grössere Steinsetzungen aufgeschichtet und darauf werden solche Erinnerungs-Figuren aufgestellt und verankert. Es gibt zwei Typen von Grab-Stelen der Bongo und Belanda.
1.: Der häufigere Typ sind schlichte Holz-Pfähle, in die scheibenartige, runde Unterteilungen eingeschnitten wurden. Diese ‘Scheiben’ symbolisierten den Besitz an Rindern und die ‘Verdienstfeste’, die der Verstorbene als Jäger für die Gemeinschaft ausgerichtet hat. Diese Grab-Stelen sind meist nur oben mit einem stilisierten Kopf bekrönt. 2.: Die seltenere Art von Grab-Stelen der Bongo und Belanda sind ganze Figuren, wie die vorliegende! Man nennt diesen Typ auch den ‘naturalistisch-figuralen Stil’ der Ganz-Figuren. Aus sehr harten Holz, aus einem einzigen Stamm geschnitzt: Der Kopf ist gut ausgeprägt dargestellt, mit kleinen, quer liegenden Augen, flacher Nase, rechteckigem Mund und runden, anliegenden Ohren an beiden Seiten. Oben auf dem Kopf befindet sich eine ausgehöhlte Vertiefung (für Opfergaben?). Die Arme liegen eng am schlanken, proportional langgezogenen Körper, das Geschlecht ist betont und die Beine stehen gerade und fest (ohne Füße!) auf einem runden Sockel, der in den Stein-Lagen auf dem Grab verankert wurde. Ein interessantes, altes und seltenes Objekt, mit starken Verwitterungs-Spuren und Rissen, besonders an seiner rechten Seite. Denn die Grab-Figuren der Bongo stehen viele Jahre lang im Freien, stets Wind und Wetter ausgesetzt! H: ca. 90 cm; B: ca. 14 cm. Um 1900 bis frühes 20. Jh..

Provenienz:
Nach Angabe der Einbringerin von ihrem Großvater, einem Wasserbau-Ingenieur, der seit Ende der 1940er-Jahre in Afrika gearbeitet hat, vor Ort gesammelt und mitgebracht. Seither: Österreichische Familien-Sammlung. (ME)

Lit.:
‘Die Kunst des schwarzen Afrika’ von Kerchache, Paudrat, Stephan, Abb. 790, 791; ‘African Art in American Collections’ von Robbins & Nooter, Abb. 1300; ‘Encyclopedia of African Art and Culture’ von K.-F. Schaedler, Abb. S. 114.

Experte: Prof. Erwin Melchardt Prof. Erwin Melchardt
+43-1-515 60-465

erwin.melchardt@dorotheum.at

20.02.2017 - 14:00

Erzielter Preis: **
EUR 1.000,-
Rufpreis:
EUR 800,-

Bongo oder Belanda, Süd-Sudan: Eine stehende, männliche Grab-Figur im ‘naturalistischen Stil’. Sehr selten und alt!


Die Bongo und Belanda sind Rinderzüchter, Jäger und Sammler im Südwesten des Sudan. Ihre künstlerischen Zeugnisse sind Grab-Stelen, die zirka ein Jahr nach dem Tod eines bedeutenden Stammes-Mitgliedes errichtet werden. Mit festlichen Zeremonien werden über dem Grab des Verstorbenen grössere Steinsetzungen aufgeschichtet und darauf werden solche Erinnerungs-Figuren aufgestellt und verankert. Es gibt zwei Typen von Grab-Stelen der Bongo und Belanda.
1.: Der häufigere Typ sind schlichte Holz-Pfähle, in die scheibenartige, runde Unterteilungen eingeschnitten wurden. Diese ‘Scheiben’ symbolisierten den Besitz an Rindern und die ‘Verdienstfeste’, die der Verstorbene als Jäger für die Gemeinschaft ausgerichtet hat. Diese Grab-Stelen sind meist nur oben mit einem stilisierten Kopf bekrönt. 2.: Die seltenere Art von Grab-Stelen der Bongo und Belanda sind ganze Figuren, wie die vorliegende! Man nennt diesen Typ auch den ‘naturalistisch-figuralen Stil’ der Ganz-Figuren. Aus sehr harten Holz, aus einem einzigen Stamm geschnitzt: Der Kopf ist gut ausgeprägt dargestellt, mit kleinen, quer liegenden Augen, flacher Nase, rechteckigem Mund und runden, anliegenden Ohren an beiden Seiten. Oben auf dem Kopf befindet sich eine ausgehöhlte Vertiefung (für Opfergaben?). Die Arme liegen eng am schlanken, proportional langgezogenen Körper, das Geschlecht ist betont und die Beine stehen gerade und fest (ohne Füße!) auf einem runden Sockel, der in den Stein-Lagen auf dem Grab verankert wurde. Ein interessantes, altes und seltenes Objekt, mit starken Verwitterungs-Spuren und Rissen, besonders an seiner rechten Seite. Denn die Grab-Figuren der Bongo stehen viele Jahre lang im Freien, stets Wind und Wetter ausgesetzt! H: ca. 90 cm; B: ca. 14 cm. Um 1900 bis frühes 20. Jh..

Provenienz:
Nach Angabe der Einbringerin von ihrem Großvater, einem Wasserbau-Ingenieur, der seit Ende der 1940er-Jahre in Afrika gearbeitet hat, vor Ort gesammelt und mitgebracht. Seither: Österreichische Familien-Sammlung. (ME)

Lit.:
‘Die Kunst des schwarzen Afrika’ von Kerchache, Paudrat, Stephan, Abb. 790, 791; ‘African Art in American Collections’ von Robbins & Nooter, Abb. 1300; ‘Encyclopedia of African Art and Culture’ von K.-F. Schaedler, Abb. S. 114.

Experte: Prof. Erwin Melchardt Prof. Erwin Melchardt
+43-1-515 60-465

erwin.melchardt@dorotheum.at


Käufer Hotline Mo.-Fr.: 09.00 - 18.00
kundendienst@dorotheum.at

+43 1 515 60 200
Auktion: Tribal Art - Afrika, Orient, Asien, Indonesien, Ozeanien
Datum: 20.02.2017 - 14:00
Auktionsort: Wien | Palais Dorotheum
Besichtigung: 11.02. - 20.02.2017


** Kaufpreis inkl. Käufergebühr und Mehrwertsteuer

Es können keine Kaufaufträge über Internet mehr abgegeben werden. Die Auktion befindet sich in Vorbereitung bzw. wurde bereits durchgeführt.