Lot Nr. 515


Hans (Jean) Arp *


(Straßburg 1886–1966 Basel)
Le petit Théâtre, (1959), auf der Unterseite signiert ARP, Bronze, dunkelbraune Patina, Nummer 4 aus einer Edition von 5 Exemplaren, im Jahr 1964 nach dem Original von 1959 ausgeführt, 109,5 x 68 x 18,5 cm

Fotozertifikat:
Marguerite Hagenbach-Arp, datiert 24.VII.72

Wir danken der Fondazione Marguerite Arp, Locarno, für die freundliche Unterstützung bei der Katalogisierung des vorliegenden Werkes.

Provenienz:
Galleria Il Collezionista, Rom;
Galleria Il Narciso, Turin (Klebezettel auf der Unterseite)
Sant’Agostino, Turin, Auktion Nr. 84, 17. November 2003 (mit Fotozertifikat) dort vom heutigen Besitzer erworben
Europäische Privatsammlung

Ausgestellt:
Rom, Jean Arp, opera 1912–1965, Galleria Il Collezionista, Januar/Februar 1971
Turin, Arp da Arp, Galleria Il Narciso, April/Mai 1971
Turin, Jean Arp, Galleria Il Narciso, Januar/März 1993, Ausst.-Kat. Nr. 19 (mit Abb.)

Literatur (über alle 5 Güsse):
Giuseppe Marchiori, Arp avec deux poèmes de Arp, Alfieri, Mailand 1964, Nr. 130
Edouard Trier/Marguerite Arp-Hagenbach/Francois Arp, Jean Arp Sculptures 1957–1966, Thames & Hudson, London 1968, Nr. 194
Ionel Janiou, Jean Arp, Arted, Paris 1973, S. 76 Nr. 194
J. Arp/C. Sylvia Weber/Museum Würth, ARP, J. Thorbecke, 1994, S. 164
Hans Arp-Sophie Taeuber-Arp, Ein Künstlerpaar der Moderne, Rolandseck, 1996
Hans Arp, A Critical Survey, herausgegeben von Arie Hartog und Kai Fischer, Hatje Cantz, 2012, S. 321, Nr. 194

Anm.:
Der Gips dieser Skulptur befindet sich derzeit in der Sammlung des Wallraf-Richartz-Museum, Köln, als Geschenk von Marguerite Arp-Hagenbach.

Die Formen, die ich in den Jahren zwischen 1927 und 1948 schuf und die ich kosmische Formen nannte, waren weitläufige Formen, die eine Vielzahl anderer Formen in sich aufnehmen sollten, wie z.B. ein Ei, Planetenumlaufbahnen, eine Sprosse, einen menschlichen Kopf, Brüste, Muscheln, Wellen, Glocken.

Ich verstreute diese Formen gemäß den „Gesetzen des Zufalls“. Ganz unbewusst folgte ich einer Regel, die heute zu einem Prinzip oberster Instanz für mich geworden ist (...).

Diese kosmischen Formen erschienen stumm, denn ihre Sprache schwang auf einer anderen Frequenz als jener vom Menschen wahrnehmbaren. Während eines Besuchs der Kathedrale von Chartres 1948 zwang die Vollständigkeit, die majestätische Herrlichkeit und Perfektion der Glasfenster, welche von keiner Kunst je übertroffen werden kann, mich dazu, über die Grenzen unserer Macht nachzudenken und die Sphären unser Einflussnahme zu reduzieren.
Darum wählte ich von diesem Moment an primitive, teils geradlinige Formen, die es ermöglichten, Bewegungen und Ideen bezüglich der menschlichen Erscheinung anzuziehen, zu unterbrechen und aufzugreifen.
Arp

„Le petit théâtre“ ist Teil einer Serie, die Arp als Seuils bezeichnet, Skulpturen aus Marmor oder Metall, von beiden Seiten einsichtig und dafür gedacht, vergrößert zu werden und architektonische Strukturen harmonisch zu ergänzen.
Wie vom Künstler geplant, blickt die größere, monumental anmutende, fünf Meter hohe Version seines Werks aus Cortenstahl auf die Faculté des Sciences der Universität von Paris.

23.11.2016 - 17:00

Erzielter Preis: **
EUR 125.000,-
Schätzwert:
EUR 100.000,- bis EUR 140.000,-

Hans (Jean) Arp *


(Straßburg 1886–1966 Basel)
Le petit Théâtre, (1959), auf der Unterseite signiert ARP, Bronze, dunkelbraune Patina, Nummer 4 aus einer Edition von 5 Exemplaren, im Jahr 1964 nach dem Original von 1959 ausgeführt, 109,5 x 68 x 18,5 cm

Fotozertifikat:
Marguerite Hagenbach-Arp, datiert 24.VII.72

Wir danken der Fondazione Marguerite Arp, Locarno, für die freundliche Unterstützung bei der Katalogisierung des vorliegenden Werkes.

Provenienz:
Galleria Il Collezionista, Rom;
Galleria Il Narciso, Turin (Klebezettel auf der Unterseite)
Sant’Agostino, Turin, Auktion Nr. 84, 17. November 2003 (mit Fotozertifikat) dort vom heutigen Besitzer erworben
Europäische Privatsammlung

Ausgestellt:
Rom, Jean Arp, opera 1912–1965, Galleria Il Collezionista, Januar/Februar 1971
Turin, Arp da Arp, Galleria Il Narciso, April/Mai 1971
Turin, Jean Arp, Galleria Il Narciso, Januar/März 1993, Ausst.-Kat. Nr. 19 (mit Abb.)

Literatur (über alle 5 Güsse):
Giuseppe Marchiori, Arp avec deux poèmes de Arp, Alfieri, Mailand 1964, Nr. 130
Edouard Trier/Marguerite Arp-Hagenbach/Francois Arp, Jean Arp Sculptures 1957–1966, Thames & Hudson, London 1968, Nr. 194
Ionel Janiou, Jean Arp, Arted, Paris 1973, S. 76 Nr. 194
J. Arp/C. Sylvia Weber/Museum Würth, ARP, J. Thorbecke, 1994, S. 164
Hans Arp-Sophie Taeuber-Arp, Ein Künstlerpaar der Moderne, Rolandseck, 1996
Hans Arp, A Critical Survey, herausgegeben von Arie Hartog und Kai Fischer, Hatje Cantz, 2012, S. 321, Nr. 194

Anm.:
Der Gips dieser Skulptur befindet sich derzeit in der Sammlung des Wallraf-Richartz-Museum, Köln, als Geschenk von Marguerite Arp-Hagenbach.

Die Formen, die ich in den Jahren zwischen 1927 und 1948 schuf und die ich kosmische Formen nannte, waren weitläufige Formen, die eine Vielzahl anderer Formen in sich aufnehmen sollten, wie z.B. ein Ei, Planetenumlaufbahnen, eine Sprosse, einen menschlichen Kopf, Brüste, Muscheln, Wellen, Glocken.

Ich verstreute diese Formen gemäß den „Gesetzen des Zufalls“. Ganz unbewusst folgte ich einer Regel, die heute zu einem Prinzip oberster Instanz für mich geworden ist (...).

Diese kosmischen Formen erschienen stumm, denn ihre Sprache schwang auf einer anderen Frequenz als jener vom Menschen wahrnehmbaren. Während eines Besuchs der Kathedrale von Chartres 1948 zwang die Vollständigkeit, die majestätische Herrlichkeit und Perfektion der Glasfenster, welche von keiner Kunst je übertroffen werden kann, mich dazu, über die Grenzen unserer Macht nachzudenken und die Sphären unser Einflussnahme zu reduzieren.
Darum wählte ich von diesem Moment an primitive, teils geradlinige Formen, die es ermöglichten, Bewegungen und Ideen bezüglich der menschlichen Erscheinung anzuziehen, zu unterbrechen und aufzugreifen.
Arp

„Le petit théâtre“ ist Teil einer Serie, die Arp als Seuils bezeichnet, Skulpturen aus Marmor oder Metall, von beiden Seiten einsichtig und dafür gedacht, vergrößert zu werden und architektonische Strukturen harmonisch zu ergänzen.
Wie vom Künstler geplant, blickt die größere, monumental anmutende, fünf Meter hohe Version seines Werks aus Cortenstahl auf die Faculté des Sciences der Universität von Paris.


Käufer Hotline Mo.-Fr.: 09.00 - 18.00
kundendienst@dorotheum.at

+43 1 515 60 200
Auktion: Klassische Moderne
Datum: 23.11.2016 - 17:00
Auktionsort: Wien | Palais Dorotheum
Besichtigung: 12.11. - 23.11.2016


** Kaufpreis inkl. Käufergebühr und Mehrwertsteuer

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