Lot Nr. 734


Christo (Javacheff Christo)


(Gabrovo, Bulgarien 1935 geb. – lebt und arbeitet in New York)
Wrapped Reichstag Project for Berlin, 1993, 2-teilige Collage, Bleistift, Stoff, Schnur, Pastell, Kohle, Fotografie von Wolfgang Volz, Stift, Klebeband und Technikangabe auf Holz, signiert und datiert Christo 1993, sowie auf der Rückseite copyright Christo 1993, 31,5 x 78 cm und 67,5 x 78 cm, in Plexiglas, (2)

Provenienz:
Sammlung Jeanne-Claude Christo, New York
Laura Carpenter Fine Art, New York (auf der Rückseite Klebezettel)
Europäische Privatsammlung

Literatur:
Christo und Jeanne-Claude, Der Reichstag und urbane Projekte, Prestel Verlag 1993, Collage Reichstag Nr. 21, mit Abb.

Nachdem die Bemühungen, den Reichstag zu verhüllen, sich durch die gesamten siebziger, achtziger und neunziger Jahre gezogen hatten, gelang es Christo schließlich am 24. Juni 1995, mit Hilfe von 90 Profi-Kletterern und 120 Montage-Arbeitern das Projekt umzusetzen. Der Reichstag blieb insgesamt 14 Tage lang verhüllt und alle verwendeten Materialien wurden recycelt.
Zur Verhüllung des Reichstags wurden insgesamt 100.000 Quadratmeter (1.076.390 Quadratfuß) dicken gewebten Stoffes aus Polypropylen mit Aluminium-Oberfläche und 15,6 Kilometer (9,7 Meilen) blauer Schnur aus Polypropylen, deren Durchmesser 3,2 Zentimeter (1,26 Zoll) betrug, verwendet. Die Fassaden, die Türme und das Dach wurden mit 70 maßgeschneiderten Stoffpanelen verdeckt, wobei die hierfür benötigte Stoffmenge der doppelten Grundfläche des Gebäudes entsprach. (...)
Der Reichstag erhebt sich über einem offenen, seltsam metaphysisch anmutenden Areal. Das Gebäude war fortlaufend Zeuge und Opfer von Veränderungen und Unruhen: erbaut 1894, niedergebrannt 1933, beinahe zerstört 1945, in den sechziger Jahren wiederaufgebaut – doch der Reichstag blieb stets das Symbol der Demokratie.
Im Verlauf der Kunstgeschichte haben Stoffe und Textilien Künstler immer schon fasziniert. Vom Altertum bis in die Gegenwart waren gewallte Stoffe, Stoffe mit Plisseefalten und drapierte Stoffe ein wichtiges Element von Gemälden, Fresken, Reliefs und Skulpturen aus Holz, Stein und Bronze. Der Einsatz von Stoff bei der Reichstagsverhüllung folgt dieser klassischen Tradition. Textilien und Stoffe sind fragil, so wie Kleidung oder die Haut; sie vermitteln den einzigartigen Eindruck von Vergänglichkeit.
Für zwei Wochen schuf die Üppigkeit des silbernen Stoffes, der durch die blauen Seile in Form gebracht wurde, einen prachtvollen Fluss aus vertikal verlaufenden Stofffalten, die die Proportionen und Dimensionen dieses imposanten Gebäudes betonten und dabei die Essenz des Reichstags preiszugeben schienen.
christojeanneclaude.net

22.11.2016 - 18:00

Erzielter Preis: **
EUR 100.000,-
Schätzwert:
EUR 80.000,- bis EUR 120.000,-

Christo (Javacheff Christo)


(Gabrovo, Bulgarien 1935 geb. – lebt und arbeitet in New York)
Wrapped Reichstag Project for Berlin, 1993, 2-teilige Collage, Bleistift, Stoff, Schnur, Pastell, Kohle, Fotografie von Wolfgang Volz, Stift, Klebeband und Technikangabe auf Holz, signiert und datiert Christo 1993, sowie auf der Rückseite copyright Christo 1993, 31,5 x 78 cm und 67,5 x 78 cm, in Plexiglas, (2)

Provenienz:
Sammlung Jeanne-Claude Christo, New York
Laura Carpenter Fine Art, New York (auf der Rückseite Klebezettel)
Europäische Privatsammlung

Literatur:
Christo und Jeanne-Claude, Der Reichstag und urbane Projekte, Prestel Verlag 1993, Collage Reichstag Nr. 21, mit Abb.

Nachdem die Bemühungen, den Reichstag zu verhüllen, sich durch die gesamten siebziger, achtziger und neunziger Jahre gezogen hatten, gelang es Christo schließlich am 24. Juni 1995, mit Hilfe von 90 Profi-Kletterern und 120 Montage-Arbeitern das Projekt umzusetzen. Der Reichstag blieb insgesamt 14 Tage lang verhüllt und alle verwendeten Materialien wurden recycelt.
Zur Verhüllung des Reichstags wurden insgesamt 100.000 Quadratmeter (1.076.390 Quadratfuß) dicken gewebten Stoffes aus Polypropylen mit Aluminium-Oberfläche und 15,6 Kilometer (9,7 Meilen) blauer Schnur aus Polypropylen, deren Durchmesser 3,2 Zentimeter (1,26 Zoll) betrug, verwendet. Die Fassaden, die Türme und das Dach wurden mit 70 maßgeschneiderten Stoffpanelen verdeckt, wobei die hierfür benötigte Stoffmenge der doppelten Grundfläche des Gebäudes entsprach. (...)
Der Reichstag erhebt sich über einem offenen, seltsam metaphysisch anmutenden Areal. Das Gebäude war fortlaufend Zeuge und Opfer von Veränderungen und Unruhen: erbaut 1894, niedergebrannt 1933, beinahe zerstört 1945, in den sechziger Jahren wiederaufgebaut – doch der Reichstag blieb stets das Symbol der Demokratie.
Im Verlauf der Kunstgeschichte haben Stoffe und Textilien Künstler immer schon fasziniert. Vom Altertum bis in die Gegenwart waren gewallte Stoffe, Stoffe mit Plisseefalten und drapierte Stoffe ein wichtiges Element von Gemälden, Fresken, Reliefs und Skulpturen aus Holz, Stein und Bronze. Der Einsatz von Stoff bei der Reichstagsverhüllung folgt dieser klassischen Tradition. Textilien und Stoffe sind fragil, so wie Kleidung oder die Haut; sie vermitteln den einzigartigen Eindruck von Vergänglichkeit.
Für zwei Wochen schuf die Üppigkeit des silbernen Stoffes, der durch die blauen Seile in Form gebracht wurde, einen prachtvollen Fluss aus vertikal verlaufenden Stofffalten, die die Proportionen und Dimensionen dieses imposanten Gebäudes betonten und dabei die Essenz des Reichstags preiszugeben schienen.
christojeanneclaude.net


Käufer Hotline Mo.-Fr.: 09.00 - 18.00
kundendienst@dorotheum.at

+43 1 515 60 200
Auktion: Zeitgenössische Kunst I
Datum: 22.11.2016 - 18:00
Auktionsort: Wien | Palais Dorotheum
Besichtigung: 12.11. - 22.11.2016


** Kaufpreis inkl. Käufergebühr und Mehrwertsteuer

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