Lot Nr. 666


Emil Schumacher *


(Hagen, Westfalen, 1912–1999 San José, Ibiza)
Ohne Titel (E.S.), 1958, signiert, datiert Schumacher 58, Öl, Sand auf Leinwand, 170 x 132 cm, ger., (AR)

Wir danken Ulrich Schumacher für die Bestätigung der Authentizität dieses Werkes. Die vorliegende Arbeit ist im Archiv der Emil Schumacher Stiftung, Hagen, unter der Archiv-Nr. 0/4.305 registriert.

Provenienz:
Privatsammlung, Genf
Sammlung Luca Scacchi Gracco (rücks. mehrere Stempel)
Sotheby’s London, 6. Dezember 1990, Los 20
Europäische Privatsammlung

Ausgestellt:
Mailand, Galleria dell’Ariete, 1959

Literatur:
Roberto Pasini, L’informale. Stati Uniti, Europa, Italia, CLUEB, Bologna 1995, Tafel XXXV, S. 431

Die Positionierung der informellen Kunst in Deutschland wurde durch den Beitrag von Künstlern wie […] Emil Schumacher vollendet, dessen Arbeiten eine dichtgedrängte, qualvolle Materialität, von Erosionen zerfurchte Oberflächen und mysteriöse Andeutungen des Verfalls zeigen.
(Roberto Pasini, L’Informale. Stati Uniti, Europa, Italia, Bologna 1995)

Emil Schumacher wurde 1912 im westfälischen Dorf Hagen geboren und begann im Alter von 20 Jahren ein dreijähriges Studium an der Kunstgewerbeschule in Dortmund. 1935 begann er als unabhängiger Künstler zu arbeiten und gründete 1947 zusammen mit einigen anderen Künstlern die Künstler- und Ausstellungs-Vereinigung „junger westen“. Sein Stil änderte sich 1950 drastisch. Er hörte auf, Gegenstände zu malen und wandte sich der Ausdrucksstärke der Malerei an sich zu. Farbe per se wurde schrittweise zum Schlüsselelement seiner Arbeiten. Dieser biographische künstlerische Prozess geschah während einer Zeit, die durch die französische École de Paris, den Tachismus und das amerikanische Action Painting geprägt war. Abstraktion als Konzept war für diese Phase charakteristisch, und wurde auch zu einem typischen Kennzeichen für Emil Schumachers persönlichem Stil.
Nach seiner Ausstellung auf der „documenta III“ 1964 in Kassel begann er mit extrem großformatigen Arbeiten, die einer außergewöhnlichen malerischen Freiheit Ausdruck verliehen. Diese Phase dauerte bis in die 1980er. Emil Schumacher wurde international bekannt und Mitte der 1950er als einer der wichtigsten Künstler der Informel-Bewegung geachtet. Er erhielt zahlreiche Preise, von denen der Guggenheim Award im Jahre 1958 in New York nur den Anfang darstellte. Im selben Jahr wurde er zum Professor an der Hochschule für Bildende Künste in Hamburg berufen, nahm 1966 eine Dozentenstelle in Karlsruhe an und lehrte 1967 für ein Jahr als Gastprofessor an der Universität in Minneapolis (USA). Der Deutsche Bundestag ehrte ihn 1998 durch die Beauftragung eines Wandgemäldes für das Reichstagsgebäude in Berlin.
Emil Schumacher starb in San José (Ibiza) am 4. Oktober 1999, ein Jahr nach seiner großen Retrospektive-Ausstellung in München.

01.06.2016 - 19:00

Erzielter Preis: **
EUR 137.200,-
Schätzwert:
EUR 110.000,- bis EUR 160.000,-

Emil Schumacher *


(Hagen, Westfalen, 1912–1999 San José, Ibiza)
Ohne Titel (E.S.), 1958, signiert, datiert Schumacher 58, Öl, Sand auf Leinwand, 170 x 132 cm, ger., (AR)

Wir danken Ulrich Schumacher für die Bestätigung der Authentizität dieses Werkes. Die vorliegende Arbeit ist im Archiv der Emil Schumacher Stiftung, Hagen, unter der Archiv-Nr. 0/4.305 registriert.

Provenienz:
Privatsammlung, Genf
Sammlung Luca Scacchi Gracco (rücks. mehrere Stempel)
Sotheby’s London, 6. Dezember 1990, Los 20
Europäische Privatsammlung

Ausgestellt:
Mailand, Galleria dell’Ariete, 1959

Literatur:
Roberto Pasini, L’informale. Stati Uniti, Europa, Italia, CLUEB, Bologna 1995, Tafel XXXV, S. 431

Die Positionierung der informellen Kunst in Deutschland wurde durch den Beitrag von Künstlern wie […] Emil Schumacher vollendet, dessen Arbeiten eine dichtgedrängte, qualvolle Materialität, von Erosionen zerfurchte Oberflächen und mysteriöse Andeutungen des Verfalls zeigen.
(Roberto Pasini, L’Informale. Stati Uniti, Europa, Italia, Bologna 1995)

Emil Schumacher wurde 1912 im westfälischen Dorf Hagen geboren und begann im Alter von 20 Jahren ein dreijähriges Studium an der Kunstgewerbeschule in Dortmund. 1935 begann er als unabhängiger Künstler zu arbeiten und gründete 1947 zusammen mit einigen anderen Künstlern die Künstler- und Ausstellungs-Vereinigung „junger westen“. Sein Stil änderte sich 1950 drastisch. Er hörte auf, Gegenstände zu malen und wandte sich der Ausdrucksstärke der Malerei an sich zu. Farbe per se wurde schrittweise zum Schlüsselelement seiner Arbeiten. Dieser biographische künstlerische Prozess geschah während einer Zeit, die durch die französische École de Paris, den Tachismus und das amerikanische Action Painting geprägt war. Abstraktion als Konzept war für diese Phase charakteristisch, und wurde auch zu einem typischen Kennzeichen für Emil Schumachers persönlichem Stil.
Nach seiner Ausstellung auf der „documenta III“ 1964 in Kassel begann er mit extrem großformatigen Arbeiten, die einer außergewöhnlichen malerischen Freiheit Ausdruck verliehen. Diese Phase dauerte bis in die 1980er. Emil Schumacher wurde international bekannt und Mitte der 1950er als einer der wichtigsten Künstler der Informel-Bewegung geachtet. Er erhielt zahlreiche Preise, von denen der Guggenheim Award im Jahre 1958 in New York nur den Anfang darstellte. Im selben Jahr wurde er zum Professor an der Hochschule für Bildende Künste in Hamburg berufen, nahm 1966 eine Dozentenstelle in Karlsruhe an und lehrte 1967 für ein Jahr als Gastprofessor an der Universität in Minneapolis (USA). Der Deutsche Bundestag ehrte ihn 1998 durch die Beauftragung eines Wandgemäldes für das Reichstagsgebäude in Berlin.
Emil Schumacher starb in San José (Ibiza) am 4. Oktober 1999, ein Jahr nach seiner großen Retrospektive-Ausstellung in München.


Käufer Hotline Mo.-Fr.: 09.00 - 18.00
kundendienst@dorotheum.at

+43 1 515 60 200
Auktion: Zeitgenössische Kunst, Teil 1
Datum: 01.06.2016 - 19:00
Auktionsort: Wien | Palais Dorotheum
Besichtigung: 21.05. - 01.06.2016


** Kaufpreis inkl. Käufergebühr und Mehrwertsteuer

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