Lot Nr. 637


Dadamaino (Eduarda Maino) *


Dadamaino (Eduarda Maino) * - Zeitgenössische Kunst, Teil 1

(Mailand 1930–2004)
Volume a moduli sfasati, 1960, signiert, betitelt und datiert Dadamaino, 1960 sowie am Keilrahmen mit „20159 Milano, Via Bitonto 24“ bezeichnet, ausgestanzter Kunststoff auf zwei Keilrahmen, 122 x 122 cm, in Orig.-Rahmen, (AR)

Fotozertifikat:
Archivio Dadamaino, Mailand, 1. März 2011, Archiv-Nr. 48/11

Provenienz:
Grossetti Arte Contemporanea, Mailand (rückseitig Stempel, Nr. 13938)
Europäische Privatsammlung

Literatur:
Flaminio Gualdoni, Luca Massimo Barbero, Marco Vallora, Bernhard Blistene, Dadamaino, Volumi 1958–1960, Katalog der gleichnamigen Ausstellung bei Studio Guastalla Arte Moderna e Contemporanea, 29. Mai – 27. September 2014, S. 70–71, Nr. 22 mit Abb.

Ich musste und wollte mich selbst von der Materie befreien,
ich hielt ihrem Gewicht nicht stand,
für mich war sie eine Last,
als würde sie mich an der Tradition festbinden und ich wollte Variation, Beweglichkeit, Vibrationen…
Aber am allermeisten wollte ich Transparenz
und diese fand ich in einem Industriematerial, das für viele Leute für den häuslichen Gebrauch gedacht war…
Ich hatte ein Raster voller Löcher erstellt und brauchte Transparenz…
Ich verwendete das Plastikmaterial, aus dem Duschvorhänge gemacht werden,
also ein Material, das alles andere als nobel ist, das jedoch ideal für meinen Zweck und meine Idee war…
Viele meiner emotionalen und schöpferischen Zugänge zu Kunst hatten dort ihren Ursprung…
Ich interessierte mich für unregelmäßige Gewebe, deren variierenden Rhythmus…
(Dadamaino(

[...] Dann begann ich mit der Gruppo N zusammenzuarbeiten und im Mai 1961 wurde Dada nach Padua eingeladen, um in unserem Arbeitsraum, dem Studio Enne, auszustellen. Sie zeigte erstmalig ihre „Volumi a moduli sfasati“ (Volumina versetzter Module). Als ich diese neuesten großformatigen Arbeiten mit unzählbaren kleinen Löchern, die von Hand in Kunststofffolien gestochen worden waren – die berühmten Duschvorhänge – sah, wurde mir die Großartigkeit ihrer Arbeit bewusst und ich hörte auf mit meiner Arbeit an den „Trame“ (Rastern), die ich durch das Schichten kleiner gelöcherter Papiere erzeugte. […] Dagegen wirkten die Schichten, die Dada schuf weniger verspielt auf mich, zeigten mehr Engagement als die meinigen. Daher überließ ich ihr die Weiterentwicklung des Konzepts und widmete mich der kreativen Schöpfung der „Rilievi ottico-dinamici“ [optisch-dynamischen Reliefs].
(Alberto Biasi in „Dadamaino. Gli anni ‘50 e ‘60, la capacità di sognare“, Cortina Arte, Mailand, 2010)

01.06.2016 - 19:00

Schätzwert:
EUR 110.000,- bis EUR 160.000,-

Dadamaino (Eduarda Maino) *


(Mailand 1930–2004)
Volume a moduli sfasati, 1960, signiert, betitelt und datiert Dadamaino, 1960 sowie am Keilrahmen mit „20159 Milano, Via Bitonto 24“ bezeichnet, ausgestanzter Kunststoff auf zwei Keilrahmen, 122 x 122 cm, in Orig.-Rahmen, (AR)

Fotozertifikat:
Archivio Dadamaino, Mailand, 1. März 2011, Archiv-Nr. 48/11

Provenienz:
Grossetti Arte Contemporanea, Mailand (rückseitig Stempel, Nr. 13938)
Europäische Privatsammlung

Literatur:
Flaminio Gualdoni, Luca Massimo Barbero, Marco Vallora, Bernhard Blistene, Dadamaino, Volumi 1958–1960, Katalog der gleichnamigen Ausstellung bei Studio Guastalla Arte Moderna e Contemporanea, 29. Mai – 27. September 2014, S. 70–71, Nr. 22 mit Abb.

Ich musste und wollte mich selbst von der Materie befreien,
ich hielt ihrem Gewicht nicht stand,
für mich war sie eine Last,
als würde sie mich an der Tradition festbinden und ich wollte Variation, Beweglichkeit, Vibrationen…
Aber am allermeisten wollte ich Transparenz
und diese fand ich in einem Industriematerial, das für viele Leute für den häuslichen Gebrauch gedacht war…
Ich hatte ein Raster voller Löcher erstellt und brauchte Transparenz…
Ich verwendete das Plastikmaterial, aus dem Duschvorhänge gemacht werden,
also ein Material, das alles andere als nobel ist, das jedoch ideal für meinen Zweck und meine Idee war…
Viele meiner emotionalen und schöpferischen Zugänge zu Kunst hatten dort ihren Ursprung…
Ich interessierte mich für unregelmäßige Gewebe, deren variierenden Rhythmus…
(Dadamaino(

[...] Dann begann ich mit der Gruppo N zusammenzuarbeiten und im Mai 1961 wurde Dada nach Padua eingeladen, um in unserem Arbeitsraum, dem Studio Enne, auszustellen. Sie zeigte erstmalig ihre „Volumi a moduli sfasati“ (Volumina versetzter Module). Als ich diese neuesten großformatigen Arbeiten mit unzählbaren kleinen Löchern, die von Hand in Kunststofffolien gestochen worden waren – die berühmten Duschvorhänge – sah, wurde mir die Großartigkeit ihrer Arbeit bewusst und ich hörte auf mit meiner Arbeit an den „Trame“ (Rastern), die ich durch das Schichten kleiner gelöcherter Papiere erzeugte. […] Dagegen wirkten die Schichten, die Dada schuf weniger verspielt auf mich, zeigten mehr Engagement als die meinigen. Daher überließ ich ihr die Weiterentwicklung des Konzepts und widmete mich der kreativen Schöpfung der „Rilievi ottico-dinamici“ [optisch-dynamischen Reliefs].
(Alberto Biasi in „Dadamaino. Gli anni ‘50 e ‘60, la capacità di sognare“, Cortina Arte, Mailand, 2010)


Käufer Hotline Mo.-Fr.: 09.00 - 18.00
kundendienst@dorotheum.at

+43 1 515 60 200
Auktion: Zeitgenössische Kunst, Teil 1
Datum: 01.06.2016 - 19:00
Auktionsort: Wien | Palais Dorotheum
Besichtigung: 21.05. - 01.06.2016