Lot Nr. 616


Adolf Luther *


Adolf Luther * - Zeitgenössische Kunst, Teil 1

(Uerdingen 1912–1990 Krefeld)
Hohlspiegelobjekt, 1984, rücks. signiert, datiert Luther 84, mit den roten Stempeln „Sehen ist schön“, „Energetische Plastik“, „Festival Mondprojekt 2000“, 12 x 12 quadratische Hohlspiegel, Plexiglasplatte, Nägel, kleiner schwarzer Holzeinsatz für jeden Spiegel, 76,5 x 76,5 x 12 cm, Plexiglasbox, (PS)

Die vorliegende Arbeit wurde von der Adolf Luther Stiftung, Krefeld, unter der Archiv-Nr. HSP 84-009 registriert

Provenienz:
Privatsammlung, Nordrhein-Westfalen, direkt vom Künstler

Die Besonderheit von 12 x 12 Hohlspiegelobjekt besteht darin, dass die einzelnen kleinen Hohlspiegel in minimal unterschiedlicher Weise zum Betrachter hin ausgerichtet sind, um den sie umgebenden Raum in mannigfaltiger Weise zu dynamisieren. Durch die unterschiedliche Anordnung der Hohlspiegel erscheint das Werk dem Betrachter bei einem Standortwechsel noch verwirrender und faszinierender zugleich, denn bei jedem Wechsel vom eigenen Standpunkt aber auch von jeglicher Lichtsituation entsteht das Kunstwerk Luthers neu.

„Das Kennzeichen der seriellen Aneinanderreihung identischer Teile ist Simplizität: Luther beabsichtigt Simplizität, um jeden ästhetischen Eigenwert wie dieser durch individuelle Komposition bedingt ist, auszuschließen. Denn die Hohlspiegelobjekte dienen erstens als Instrumente. Sie sind offen gegen den Raum vor ihnen, den sie – unterschiedlich zu allen hermetischen Formgebilden – sowohl reflektieren als auch optisch dynamisieren. Die instrumentale Funktion besteht darin, dass die Hohlspiegel einerseits eine vorgegebene Wirklichkeit vervielfachen als eine Vielzahl von wirklichkeitsfremden, oft umgekehrten und den Beschauer irritierenden Erscheinungen und dass sie andererseits eine Art reiner Phänomenalität im Raume erzeugen und damit den Raum selbst in einen sonst unsichtbaren, lichterfüllten Energiebereich transformieren. Die Hohlspiegelobjekte haben ihre Phänomenalität vor der Stofflichkeit des Objekts erzeugt.“
(Max Imdahl, Bemerkungen über Luthers Spiegelobjekte, in Ausst.-Kat. Luther Städtische Kunsthalle Düsseldorf, 1974, S. 5)

01.06.2016 - 19:00

Schätzwert:
EUR 45.000,- bis EUR 55.000,-

Adolf Luther *


(Uerdingen 1912–1990 Krefeld)
Hohlspiegelobjekt, 1984, rücks. signiert, datiert Luther 84, mit den roten Stempeln „Sehen ist schön“, „Energetische Plastik“, „Festival Mondprojekt 2000“, 12 x 12 quadratische Hohlspiegel, Plexiglasplatte, Nägel, kleiner schwarzer Holzeinsatz für jeden Spiegel, 76,5 x 76,5 x 12 cm, Plexiglasbox, (PS)

Die vorliegende Arbeit wurde von der Adolf Luther Stiftung, Krefeld, unter der Archiv-Nr. HSP 84-009 registriert

Provenienz:
Privatsammlung, Nordrhein-Westfalen, direkt vom Künstler

Die Besonderheit von 12 x 12 Hohlspiegelobjekt besteht darin, dass die einzelnen kleinen Hohlspiegel in minimal unterschiedlicher Weise zum Betrachter hin ausgerichtet sind, um den sie umgebenden Raum in mannigfaltiger Weise zu dynamisieren. Durch die unterschiedliche Anordnung der Hohlspiegel erscheint das Werk dem Betrachter bei einem Standortwechsel noch verwirrender und faszinierender zugleich, denn bei jedem Wechsel vom eigenen Standpunkt aber auch von jeglicher Lichtsituation entsteht das Kunstwerk Luthers neu.

„Das Kennzeichen der seriellen Aneinanderreihung identischer Teile ist Simplizität: Luther beabsichtigt Simplizität, um jeden ästhetischen Eigenwert wie dieser durch individuelle Komposition bedingt ist, auszuschließen. Denn die Hohlspiegelobjekte dienen erstens als Instrumente. Sie sind offen gegen den Raum vor ihnen, den sie – unterschiedlich zu allen hermetischen Formgebilden – sowohl reflektieren als auch optisch dynamisieren. Die instrumentale Funktion besteht darin, dass die Hohlspiegel einerseits eine vorgegebene Wirklichkeit vervielfachen als eine Vielzahl von wirklichkeitsfremden, oft umgekehrten und den Beschauer irritierenden Erscheinungen und dass sie andererseits eine Art reiner Phänomenalität im Raume erzeugen und damit den Raum selbst in einen sonst unsichtbaren, lichterfüllten Energiebereich transformieren. Die Hohlspiegelobjekte haben ihre Phänomenalität vor der Stofflichkeit des Objekts erzeugt.“
(Max Imdahl, Bemerkungen über Luthers Spiegelobjekte, in Ausst.-Kat. Luther Städtische Kunsthalle Düsseldorf, 1974, S. 5)


Käufer Hotline Mo.-Fr.: 09.00 - 18.00
kundendienst@dorotheum.at

+43 1 515 60 200
Auktion: Zeitgenössische Kunst, Teil 1
Datum: 01.06.2016 - 19:00
Auktionsort: Wien | Palais Dorotheum
Besichtigung: 21.05. - 01.06.2016