Lot Nr. 613 -


Richard Pousette-Dart


(Saint Paul, Minnesota 1916–1992 New York)
Suspended light, 1978–80, rücks. signiert und datiert R Pousette-Dart Juli 78, am Keilrahmen betitelt und datiert sowie mit Technik- und Maßangaben, Acryl auf Leinen, 183 x 137 cm, auf Keilrahmen, (AR)

Provenienz:
Hokin Gallery Inc., Palm Beach/Bay Harbor Islands (auf der Rückseite Klebezettel)
Marisa del Re Gallery, Inc., New York (auf der Rückseite 2 Klebeetiketten)
Sammlung Gerry und Franca Mulligan Privatsammlung, USA

Ausgestellt:
New York, Marisa del Re Gallery, Richard Pousette-Dart, Presences: Black and white, 1978–1980, 1. Oktober – 7. November 1981, Ausst.-Kat. Nr. 2 mit Abb.
New York, Marisa del Re Gallery, Black and White, Oktober – November 1988, im Ausst.-Kat. abgebildet

Literatur:
Martica Sawin, Richard Pousette-Dart’s New York in Black and White, in „Arts Magazine“ Oktober 1981, mit Abb.;
Hilton Kramer, A Master Abstractionist. Pousette-Dart’s Abstract Expressionism, in „The New York Times“, 9. Oktober 1981, mit Abb.;
Michael Kimmelman, Richard Pousette-Dart, 76, Dies – An Early Abstract Expressionist, in „The New York Times“, 27. Oktober 1992

„Suspended light zeigt eine augenförmige Figur, umgeben von einem ovalen Rahmen, inmitten eines spannungsgeladenen Felds voller flecken- und tröpfchenförmiger schwarzer Pigmentmarkierungen, die in poetischer Weise an den Sternenhimmel und die Erhabenheit natürlicher Phänomene erinnern. Die ovaloide Form suggeriert auch ein subtil schattiertes Ei, welches metaphorisch als Zeichen für die Ordnung inmitten des Urchaos stehen kann.“
(Sam Hunter in Black and White, Katalog der Ausstellung in der Marisa Del Re Gallery, New York, Oktober-November 1988)

Punktartiges Auftragen der Farbe, dicke Schichten über vielen Aufträgen: All das ergibt vibrierende, komplexe Oberflächen und ergänzt auch – besonders in Schwarz-Weiß – den Eindruck von Lichtquellen. Diese Charakteristiken von Gemälden des amerikanischen Künstlers Richard Pousette-Dart haben insofern auch musikalische Qualitäten – wie das im Dorotheum zur Versteigerung gelangende Großformat „Suspended light“.
Der spirituelle Ansatz des in Massachusetts geborene Pousette-Dart, einem der Mitbegründer des amerikanischen Abstrakten Expressionismus, offenbarte sich unter anderem in seiner Liebe zu geometrischen Grundformen. Im Kreis und dem Rechteck sah er universelle Symbole kosmischer Kräfte. Wie auch Mark Rothko, Ad Reinhard oder Clifford Still, glaubte Pousette-Dart, das abstrakter Malerei die Kraft innewohnt, Transzendenz heraufzubeschwören.
In seinem vielseitigen, von 1930 bis 1990 reichenden Schaffen, das auch Skulpturen und Grafiken umfasste, verarbeitete der Künstler in seinen frühen Arbeiten unter anderem Einflüsse der Kubisten, Pointillisten, Surrealisten, der Kunst der Aborigines und anderer alter Kulturen.
Bereits 1948 stellte er bei der Biennale in Venedig aus, wieder 1982. 1959 nahm Richard Pousette-Dart an der Documenta II teil. Die gewundenen, surrealen Formen der früheren Jahre wandeln sich ab den 1960er Jahren in scheinbar schimmernde, lichtpulsierende Bilder, in eine Form von transzendenter Op-Art. „Stellar Light“, „Space Continuum“ oder
„Radiance“ heißen solche Bilder. Auch „Suspended light“ von 1978/80 wirkt fast lebendig durch seine Textur. Die zentrale Figur, ein strahlender Lichtpunkt ähnlich der Sonne, zieht das Auge des Betrachters auf sich. Dieser Vertreter der ersten Generation des Abstrakten Expressionismus hebt Symbole in einer eindeutigen, ausdrücklichen Art und Weise hervor, indem er ein unmittelbar erkennbares System persönlicher Metaphern für seine mystische Vision enthüllt.
„Suspended light zeigt eine augenförmige Figur, umgeben von einem ovalen Rahmen, inmitten eines spannungsgeladenen Felds voller flecken- und tröpfchenförmiger schwarzer Pigmentmarkierungen, die in poetischer Weise an den Sternenhimmel und die Erhabenheit natürlicher Phänomene erinnern. Die ovaloide Form suggeriert auch ein subtil schattiertes Ei, welches metaphorisch als Zeichen für die Ordnung inmitten des Urchaos stehen kann.“
(Sam Hunter in Black and White, Katalog der Ausstellung in der Marisa Del Re Gallery, New York, Oktober-November 1988)

01.06.2016 - 19:00

Erzielter Preis: **
EUR 256.901,-
Schätzwert:
EUR 200.000,- bis EUR 300.000,-

Richard Pousette-Dart


(Saint Paul, Minnesota 1916–1992 New York)
Suspended light, 1978–80, rücks. signiert und datiert R Pousette-Dart Juli 78, am Keilrahmen betitelt und datiert sowie mit Technik- und Maßangaben, Acryl auf Leinen, 183 x 137 cm, auf Keilrahmen, (AR)

Provenienz:
Hokin Gallery Inc., Palm Beach/Bay Harbor Islands (auf der Rückseite Klebezettel)
Marisa del Re Gallery, Inc., New York (auf der Rückseite 2 Klebeetiketten)
Sammlung Gerry und Franca Mulligan Privatsammlung, USA

Ausgestellt:
New York, Marisa del Re Gallery, Richard Pousette-Dart, Presences: Black and white, 1978–1980, 1. Oktober – 7. November 1981, Ausst.-Kat. Nr. 2 mit Abb.
New York, Marisa del Re Gallery, Black and White, Oktober – November 1988, im Ausst.-Kat. abgebildet

Literatur:
Martica Sawin, Richard Pousette-Dart’s New York in Black and White, in „Arts Magazine“ Oktober 1981, mit Abb.;
Hilton Kramer, A Master Abstractionist. Pousette-Dart’s Abstract Expressionism, in „The New York Times“, 9. Oktober 1981, mit Abb.;
Michael Kimmelman, Richard Pousette-Dart, 76, Dies – An Early Abstract Expressionist, in „The New York Times“, 27. Oktober 1992

„Suspended light zeigt eine augenförmige Figur, umgeben von einem ovalen Rahmen, inmitten eines spannungsgeladenen Felds voller flecken- und tröpfchenförmiger schwarzer Pigmentmarkierungen, die in poetischer Weise an den Sternenhimmel und die Erhabenheit natürlicher Phänomene erinnern. Die ovaloide Form suggeriert auch ein subtil schattiertes Ei, welches metaphorisch als Zeichen für die Ordnung inmitten des Urchaos stehen kann.“
(Sam Hunter in Black and White, Katalog der Ausstellung in der Marisa Del Re Gallery, New York, Oktober-November 1988)

Punktartiges Auftragen der Farbe, dicke Schichten über vielen Aufträgen: All das ergibt vibrierende, komplexe Oberflächen und ergänzt auch – besonders in Schwarz-Weiß – den Eindruck von Lichtquellen. Diese Charakteristiken von Gemälden des amerikanischen Künstlers Richard Pousette-Dart haben insofern auch musikalische Qualitäten – wie das im Dorotheum zur Versteigerung gelangende Großformat „Suspended light“.
Der spirituelle Ansatz des in Massachusetts geborene Pousette-Dart, einem der Mitbegründer des amerikanischen Abstrakten Expressionismus, offenbarte sich unter anderem in seiner Liebe zu geometrischen Grundformen. Im Kreis und dem Rechteck sah er universelle Symbole kosmischer Kräfte. Wie auch Mark Rothko, Ad Reinhard oder Clifford Still, glaubte Pousette-Dart, das abstrakter Malerei die Kraft innewohnt, Transzendenz heraufzubeschwören.
In seinem vielseitigen, von 1930 bis 1990 reichenden Schaffen, das auch Skulpturen und Grafiken umfasste, verarbeitete der Künstler in seinen frühen Arbeiten unter anderem Einflüsse der Kubisten, Pointillisten, Surrealisten, der Kunst der Aborigines und anderer alter Kulturen.
Bereits 1948 stellte er bei der Biennale in Venedig aus, wieder 1982. 1959 nahm Richard Pousette-Dart an der Documenta II teil. Die gewundenen, surrealen Formen der früheren Jahre wandeln sich ab den 1960er Jahren in scheinbar schimmernde, lichtpulsierende Bilder, in eine Form von transzendenter Op-Art. „Stellar Light“, „Space Continuum“ oder
„Radiance“ heißen solche Bilder. Auch „Suspended light“ von 1978/80 wirkt fast lebendig durch seine Textur. Die zentrale Figur, ein strahlender Lichtpunkt ähnlich der Sonne, zieht das Auge des Betrachters auf sich. Dieser Vertreter der ersten Generation des Abstrakten Expressionismus hebt Symbole in einer eindeutigen, ausdrücklichen Art und Weise hervor, indem er ein unmittelbar erkennbares System persönlicher Metaphern für seine mystische Vision enthüllt.
„Suspended light zeigt eine augenförmige Figur, umgeben von einem ovalen Rahmen, inmitten eines spannungsgeladenen Felds voller flecken- und tröpfchenförmiger schwarzer Pigmentmarkierungen, die in poetischer Weise an den Sternenhimmel und die Erhabenheit natürlicher Phänomene erinnern. Die ovaloide Form suggeriert auch ein subtil schattiertes Ei, welches metaphorisch als Zeichen für die Ordnung inmitten des Urchaos stehen kann.“
(Sam Hunter in Black and White, Katalog der Ausstellung in der Marisa Del Re Gallery, New York, Oktober-November 1988)


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kundendienst@dorotheum.at

+43 1 515 60 200
Auktion: Zeitgenössische Kunst, Teil 1
Datum: 01.06.2016 - 19:00
Auktionsort: Wien | Palais Dorotheum
Besichtigung: 21.05. - 01.06.2016


** Kaufpreis inkl. Käufergebühr und Mehrwertsteuer

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