Lot Nr. 610 -


Herbert Zangs *


(Krefeld 1924–2003)
Reliefbild, 1953, signiert, datiert Zangs 53 sowie rückseitig signiert, weiße Farbe in Schablonentechnik auf Leinwand, 73 x 60 cm, ger. (PS)

Literatur:
Emmy de Martelaere (Hrsg.), Herbert Zangs, Catalogue Raisonné des Oeuvres Abstraites, Paris 2004, Bd. I, Heft 1, Nr. 93, S. 126 (s/w Abb. mit anderen Maßangaben: 73 x 69,5 cm)

„Malerei heißt für mich, plastisches Umdenken. Punkt der Zusammenkunft der Tätigseinvibration für Alle die nachempfinden und das Tun wollen. – Zusammengefasst: Malerei ist aus dem Inneren über die Hände durch das Auge gehirnnährend.“ (Herbert Zangs, in: Ausstellungskatalog Städtisches Museum Haus Koekkoek – Kleve, 16. Mai- 23. Juni 1982) „Die Zeit in der ich am meisten gearbeitet habe war 53. Ich bin nur ein mal nach Griechenland gefahren, um dort Aquarelle zu malen. Ich war allein und sehr isoliert und habe das ganze Jahr wie ein Verrückter gearbeitet.“ (Emmy de Martelaere, Herbert Zangs, Tome 1, Fascicule 2 1953-1954 Catalogue et Cahier d’Archives, Paris 2007, S. 104) Die einfarbig weißen Kunstwerke von Herbert Zangs, die er ab 1952 schuf, sind in ihrer Zeit einzigartig. Die Material- und Reliefbilder, die Herbert Zangs in verschiedensten Techniken herstellt und weiß übermalt, bezeichnet er selbst als „Verweißungen“. Zu ihrer Entstehungszeit stießen diese völlig neuartigen Werke auf solches Unverständnis, dass Zangs sie fast niemandem zeigt. Das Weiß vereinheitlicht die Komposition und stellt aber zugleich die Konturen der einzelnen, von ihm als Bildträger verwendeten Materialien in den Vordergrund, „so dass alles bis hin zur unscheinbaren Markierung oder Unebenheit in die vielfältigen Formbeziehungen integriert ist. Die strukturelle Beschaffenheit des Materials wiederum wird durch die überwiegend sparsam aufgetragene Farbe reduziert, ohne ganz zu verschwinden.“ (Susannah Cremer-Bermbach in: Ausstellungskatalog Herbert Zangs Die fünfziger Jahre, Kunstmuseum Liechtenstein, Hohenems 2007, S. 6) In Zangs frühen Werken geht es um nicht weniger als um die Einheit des Objektes „Bild“ mit dem, was es darstellt. „Diese Einheit von schöpferischer und rezipierender ‚Aktion’ erfüllt das Bild mit überbordender Energie, aber auch mit Zartheit und Musikalität, die es zugleich festhält und herstellt.“ Das Bild zeigt nur noch sich selbst, nicht mehr die Landschaft oder eine abstrakte Komposition.
Erich Franz in: Ausstellungskatalog Herbert Zangs Arbeiten aus vier Jahrzehnten, 8. Mai – 20. Juni 1998, Düsseldorf 1998, S. 35.

01.06.2016 - 19:00

Erzielter Preis: **
EUR 35.503,-
Schätzwert:
EUR 25.000,- bis EUR 30.000,-

Herbert Zangs *


(Krefeld 1924–2003)
Reliefbild, 1953, signiert, datiert Zangs 53 sowie rückseitig signiert, weiße Farbe in Schablonentechnik auf Leinwand, 73 x 60 cm, ger. (PS)

Literatur:
Emmy de Martelaere (Hrsg.), Herbert Zangs, Catalogue Raisonné des Oeuvres Abstraites, Paris 2004, Bd. I, Heft 1, Nr. 93, S. 126 (s/w Abb. mit anderen Maßangaben: 73 x 69,5 cm)

„Malerei heißt für mich, plastisches Umdenken. Punkt der Zusammenkunft der Tätigseinvibration für Alle die nachempfinden und das Tun wollen. – Zusammengefasst: Malerei ist aus dem Inneren über die Hände durch das Auge gehirnnährend.“ (Herbert Zangs, in: Ausstellungskatalog Städtisches Museum Haus Koekkoek – Kleve, 16. Mai- 23. Juni 1982) „Die Zeit in der ich am meisten gearbeitet habe war 53. Ich bin nur ein mal nach Griechenland gefahren, um dort Aquarelle zu malen. Ich war allein und sehr isoliert und habe das ganze Jahr wie ein Verrückter gearbeitet.“ (Emmy de Martelaere, Herbert Zangs, Tome 1, Fascicule 2 1953-1954 Catalogue et Cahier d’Archives, Paris 2007, S. 104) Die einfarbig weißen Kunstwerke von Herbert Zangs, die er ab 1952 schuf, sind in ihrer Zeit einzigartig. Die Material- und Reliefbilder, die Herbert Zangs in verschiedensten Techniken herstellt und weiß übermalt, bezeichnet er selbst als „Verweißungen“. Zu ihrer Entstehungszeit stießen diese völlig neuartigen Werke auf solches Unverständnis, dass Zangs sie fast niemandem zeigt. Das Weiß vereinheitlicht die Komposition und stellt aber zugleich die Konturen der einzelnen, von ihm als Bildträger verwendeten Materialien in den Vordergrund, „so dass alles bis hin zur unscheinbaren Markierung oder Unebenheit in die vielfältigen Formbeziehungen integriert ist. Die strukturelle Beschaffenheit des Materials wiederum wird durch die überwiegend sparsam aufgetragene Farbe reduziert, ohne ganz zu verschwinden.“ (Susannah Cremer-Bermbach in: Ausstellungskatalog Herbert Zangs Die fünfziger Jahre, Kunstmuseum Liechtenstein, Hohenems 2007, S. 6) In Zangs frühen Werken geht es um nicht weniger als um die Einheit des Objektes „Bild“ mit dem, was es darstellt. „Diese Einheit von schöpferischer und rezipierender ‚Aktion’ erfüllt das Bild mit überbordender Energie, aber auch mit Zartheit und Musikalität, die es zugleich festhält und herstellt.“ Das Bild zeigt nur noch sich selbst, nicht mehr die Landschaft oder eine abstrakte Komposition.
Erich Franz in: Ausstellungskatalog Herbert Zangs Arbeiten aus vier Jahrzehnten, 8. Mai – 20. Juni 1998, Düsseldorf 1998, S. 35.


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+43 1 515 60 200
Auktion: Zeitgenössische Kunst, Teil 1
Datum: 01.06.2016 - 19:00
Auktionsort: Wien | Palais Dorotheum
Besichtigung: 21.05. - 01.06.2016


** Kaufpreis inkl. Käufergebühr und Mehrwertsteuer

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