Lot Nr. 606


Agostino Bonalumi *


Agostino Bonalumi * - Zeitgenössische Kunst, Teil 1

(Vimercate/Monza 1935–2013)
Grigio, 1987, rücks. signiert Bonalumi, Vinylic Tempera und geformte Leinwand, 130 x 162 cm, auf Keilrahmen, (PS)

Fotozertifikat des Künstlers, signiert, datiert Bonalumi 87 Archivio Bonalumi, Mailand, Archiv-Nr. 87–062, März 2016

Provenienz:
Lattuada Studio, Mailand (Galerieaufkleber)
Privatsammlung, Deutschland

In den 1970er Jahren beginnt Agostino Bonalumi mit der Suche nach der passenden Objektform für seine Werke und verzichtet immer öfter zugunsten einer ausgeprägten Dreidimensionalität auf das malerische Element bei seinen Arbeiten. Die so entstehenden strukturierten Gemälde sind gleichzeitig Bilder und Skulpturen, die über die Grenzen des Tafelbildes hinauswachsen und den sie umgebenden Raum erobern. Die auf der Rückseite der Leinwand angebrachten Holzelemente heben die Zweidimensionalität auf, verändern die Oberfläche und sorgen durch „Extroflexionen“ für neue, rhythmische Lichteffekte, die bei dem Werk ‚Grigio‘ durch die in hellerem Grau gesetzten längsrechteckigen Bänder zusätzlich hervorgehoben werden. Die Intention Bonalumis ist es, das Kunstwerk zum Bestandteil der Umwelt zu erheben und diese auch mit ihm zu bestimmen.

Die kompakte Struktur der Leinwand wird durch die bewegten, beinahe parallel verlaufenden Liniengefüge aufgebrochen. Die formale Strenge löst sich in ‚Grigio‘ durch die gezielt gesetzten diagonalen Unterbrechungen des rhythmischen Parallelgefüges zu spitz zulaufenden Dreiecken auf. Die auf die „Extroflexionen“ auftreffenden Lichteffekte intensiviert und verwirrt Bonalumi durch die helleren längsrechteckigen Streifen, die den Betrachter zusammen mit der feinen, parallelen schwarz-weiß Strukturierung der Oberfläche eine immer wiederkehrende und sich je nach Lichteinfall verändernde Spannung spüren lassen.

Im Gegensatz zu dem für Bonalumi sonst so typischen, gänzlich monochromen Farbauftrag hat der Künstler bei diesem Werk mit mindestens vier verschiedenen Farbaufträgen gearbeitet. Über die mit zwei verschiedenen Grautönen bemalte Leinwand hat Bonalumi in horizontaler Richtung einen pastoseren Farbauftrag in einem blau-grauen Farbton aufgebracht und darüber die zarte Strichelung aus schwarzer Tusche und weißer Ölkreide gesetzt, was dem Werk zusätzlich seinen ganz besonderen und außergewöhnlichen Charakter verleiht.

01.06.2016 - 19:00

Schätzwert:
EUR 150.000,- bis EUR 200.000,-

Agostino Bonalumi *


(Vimercate/Monza 1935–2013)
Grigio, 1987, rücks. signiert Bonalumi, Vinylic Tempera und geformte Leinwand, 130 x 162 cm, auf Keilrahmen, (PS)

Fotozertifikat des Künstlers, signiert, datiert Bonalumi 87 Archivio Bonalumi, Mailand, Archiv-Nr. 87–062, März 2016

Provenienz:
Lattuada Studio, Mailand (Galerieaufkleber)
Privatsammlung, Deutschland

In den 1970er Jahren beginnt Agostino Bonalumi mit der Suche nach der passenden Objektform für seine Werke und verzichtet immer öfter zugunsten einer ausgeprägten Dreidimensionalität auf das malerische Element bei seinen Arbeiten. Die so entstehenden strukturierten Gemälde sind gleichzeitig Bilder und Skulpturen, die über die Grenzen des Tafelbildes hinauswachsen und den sie umgebenden Raum erobern. Die auf der Rückseite der Leinwand angebrachten Holzelemente heben die Zweidimensionalität auf, verändern die Oberfläche und sorgen durch „Extroflexionen“ für neue, rhythmische Lichteffekte, die bei dem Werk ‚Grigio‘ durch die in hellerem Grau gesetzten längsrechteckigen Bänder zusätzlich hervorgehoben werden. Die Intention Bonalumis ist es, das Kunstwerk zum Bestandteil der Umwelt zu erheben und diese auch mit ihm zu bestimmen.

Die kompakte Struktur der Leinwand wird durch die bewegten, beinahe parallel verlaufenden Liniengefüge aufgebrochen. Die formale Strenge löst sich in ‚Grigio‘ durch die gezielt gesetzten diagonalen Unterbrechungen des rhythmischen Parallelgefüges zu spitz zulaufenden Dreiecken auf. Die auf die „Extroflexionen“ auftreffenden Lichteffekte intensiviert und verwirrt Bonalumi durch die helleren längsrechteckigen Streifen, die den Betrachter zusammen mit der feinen, parallelen schwarz-weiß Strukturierung der Oberfläche eine immer wiederkehrende und sich je nach Lichteinfall verändernde Spannung spüren lassen.

Im Gegensatz zu dem für Bonalumi sonst so typischen, gänzlich monochromen Farbauftrag hat der Künstler bei diesem Werk mit mindestens vier verschiedenen Farbaufträgen gearbeitet. Über die mit zwei verschiedenen Grautönen bemalte Leinwand hat Bonalumi in horizontaler Richtung einen pastoseren Farbauftrag in einem blau-grauen Farbton aufgebracht und darüber die zarte Strichelung aus schwarzer Tusche und weißer Ölkreide gesetzt, was dem Werk zusätzlich seinen ganz besonderen und außergewöhnlichen Charakter verleiht.


Käufer Hotline Mo.-Fr.: 09.00 - 18.00
kundendienst@dorotheum.at

+43 1 515 60 200
Auktion: Zeitgenössische Kunst, Teil 1
Datum: 01.06.2016 - 19:00
Auktionsort: Wien | Palais Dorotheum
Besichtigung: 21.05. - 01.06.2016