Lot Nr. 1219


Karl Spitzweg


(München 1808–1885)
Alter Mann auf einer Bank, Rhombussignatur rechts unten, um 1865, Öl auf Holz, 29 x 14,2 cm, gerahmt (hinter Glas), (Rei)

Abgebildet und verzeichnet in:
Siegfried Wichmann, Carl Spitzweg, Verzeichnis der Werke, Gemälde und Aquarelle, Belser Verlag Stuttgart, 2002, S. 291, Nr. 579;
G. Roennefahrt, Carl Spitzweg, Beschreibendes Verzeichnis seiner Gemälde, Ölstudien und Aquarelle, München 1960, Nr. 971

Provenienz:
Fischer, Luzern 21.–25. Juni 1955, Nr. 2271, Tafel 26, mit dem Titel “Alter Mann auf einer Ruhebank”
Privatbesitz Deutschland.

Carl Spitzweg absolvierte zunächst ein Studium der Chemie, Botanik und Pharmazie und war vorübergehend Apotheker, bevor er sich als Autodidakt der Malerei zuwandte. Auf diesem Gebiet erlangte Spitzweg großen Ruhm für seine oft humoristischen Darstellungen der menschlichen Natur. Anfangs war es die Malerei Eduard Schleichs, mit dem er eng befreundet war und zahlreiche Studienreisen nach Italien, Deutschland, London und Paris unternahm, welche Spitzwegs künstlerisches Oeuvre hinsichtlich der Darstellung von Landschaften mit ländlichen Figuren maßgeblich beeinflusste. Anhand genauer Beobachtung der Natur und ihrer Phänomene sowie der Stimmungen des Lichts konnte Spitzweg in seinen Bildern eine einzigartige Atmosphäre erzeugen. Durch seine pharmazeutische und chemische Ausbildung war es Spitzweg außerdem möglich, die Farben für seine Malerei in eigener Produktion herzustellen, welche sich durch eine besondere Brillanz und Haltbarkeit auszeichneten, wie auch in vorliegendem Gemälde deutlich wird. Anfangs noch der Spätromantik verpflichtet, ließ Spitzweg allmählich impressionistische Tendenzen in sein Werk einfließen und vollzog auch im Farbauftrag einen Wandel von lasierender zu eher pastoser Manier. In vorliegendem Gemälde wählte Spitzweg mit einem Plateau, auf dem der ältere Mann auf einer Bank sitzt, einen die Umgebung überragenden Blickpunkt. Obwohl dem Betrachter in diesem Fall die hinter dem Plateau liegende Landschaft verborgen bleibt, wird durch den fokussierten Blick des Mannes sowie die tiefstehende Horizontlinie eine unendliche Weite des Landes evoziert, die vollkommen losgelöst von Zeit und Raum erscheint.

Expertin: Mag. Dimitra Reimüller Mag. Dimitra Reimüller
+43-1-515 60-355

19c.paintings@dorotheum.at

21.04.2016 - 18:00

Erzielter Preis: **
EUR 62.500,-
Schätzwert:
EUR 30.000,- bis EUR 40.000,-

Karl Spitzweg


(München 1808–1885)
Alter Mann auf einer Bank, Rhombussignatur rechts unten, um 1865, Öl auf Holz, 29 x 14,2 cm, gerahmt (hinter Glas), (Rei)

Abgebildet und verzeichnet in:
Siegfried Wichmann, Carl Spitzweg, Verzeichnis der Werke, Gemälde und Aquarelle, Belser Verlag Stuttgart, 2002, S. 291, Nr. 579;
G. Roennefahrt, Carl Spitzweg, Beschreibendes Verzeichnis seiner Gemälde, Ölstudien und Aquarelle, München 1960, Nr. 971

Provenienz:
Fischer, Luzern 21.–25. Juni 1955, Nr. 2271, Tafel 26, mit dem Titel “Alter Mann auf einer Ruhebank”
Privatbesitz Deutschland.

Carl Spitzweg absolvierte zunächst ein Studium der Chemie, Botanik und Pharmazie und war vorübergehend Apotheker, bevor er sich als Autodidakt der Malerei zuwandte. Auf diesem Gebiet erlangte Spitzweg großen Ruhm für seine oft humoristischen Darstellungen der menschlichen Natur. Anfangs war es die Malerei Eduard Schleichs, mit dem er eng befreundet war und zahlreiche Studienreisen nach Italien, Deutschland, London und Paris unternahm, welche Spitzwegs künstlerisches Oeuvre hinsichtlich der Darstellung von Landschaften mit ländlichen Figuren maßgeblich beeinflusste. Anhand genauer Beobachtung der Natur und ihrer Phänomene sowie der Stimmungen des Lichts konnte Spitzweg in seinen Bildern eine einzigartige Atmosphäre erzeugen. Durch seine pharmazeutische und chemische Ausbildung war es Spitzweg außerdem möglich, die Farben für seine Malerei in eigener Produktion herzustellen, welche sich durch eine besondere Brillanz und Haltbarkeit auszeichneten, wie auch in vorliegendem Gemälde deutlich wird. Anfangs noch der Spätromantik verpflichtet, ließ Spitzweg allmählich impressionistische Tendenzen in sein Werk einfließen und vollzog auch im Farbauftrag einen Wandel von lasierender zu eher pastoser Manier. In vorliegendem Gemälde wählte Spitzweg mit einem Plateau, auf dem der ältere Mann auf einer Bank sitzt, einen die Umgebung überragenden Blickpunkt. Obwohl dem Betrachter in diesem Fall die hinter dem Plateau liegende Landschaft verborgen bleibt, wird durch den fokussierten Blick des Mannes sowie die tiefstehende Horizontlinie eine unendliche Weite des Landes evoziert, die vollkommen losgelöst von Zeit und Raum erscheint.

Expertin: Mag. Dimitra Reimüller Mag. Dimitra Reimüller
+43-1-515 60-355

19c.paintings@dorotheum.at


Käufer Hotline Mo.-Fr.: 09.00 - 18.00
kundendienst@dorotheum.at

+43 1 515 60 200
Auktion: Gemälde des 19. Jahrhunderts
Datum: 21.04.2016 - 18:00
Auktionsort: Wien | Palais Dorotheum
Besichtigung: 09.04. - 21.04.2016


** Kaufpreis inkl. Käufergebühr und Mehrwertsteuer

Es können keine Kaufaufträge über Internet mehr abgegeben werden. Die Auktion befindet sich in Vorbereitung bzw. wurde bereits durchgeführt.