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Lot Nr. 50


Bartolomeo Cavarozzi


Bartolomeo Cavarozzi - Alte Meister

(Viterbo 1587–1625 Rom)
Heiliger Laurentius,
Öl auf Leinwand, 96,5 x 71 cm, gerahmt

Provenienz:
Privatsammlung, Deutschland

Wir danken Gianni Papi, der die Zuschreibung auf Grundlage einer hochauflösenden Digitalfotografie vorgeschlagen hat, für seine Hilfe bei der Katalogisierung des vorliegenden Gemäldes.

Papi ist der Auffassung, dass das vorliegende Gemälde, das den heiligen Laurentius in einer Dalmatik und mit dem Attribut des Rostes zeigt, ein bedeutendes Werk Bartolomeo Cavarozzis ist, das an einem entscheidenden Wendepunkt im Schaffen des Malers entstand: am Übergang der unter dem Eindruck Roncallis stehenden Periode zum caravaggesken Naturalismus. Dieser stilistische Wandel im Werk des Malers kündigt sich exemplarisch im Altarbild der heiligen Ursula und ihrer Begleiterinnen an (heute in der Sakristei von San Marco in Rom, 1608) und vollzog sich zwischen 1610 und 1615, genauer genommen höchstwahrscheinlich um 1612/13.

Weitere Werke aus Cavarozzis Übergangszeit sind das Altarbild mit einem Martyrium des heiligen Stephanus (Duomo di Monterotondo), die für die Familie Mattei entstandene Predigt des heiligen Stephanus (Privatsammlung) und das Nachtmahl zu Emmaus (Getty Museum, Los Angeles); die Fassungen von Amintas Klage lassen bereits eine größere Hinwendung zu Caravaggios Naturalismus und den vollzogenen Übergang zu einer neuen Periode im Schaffen Cavarozzis erkennen.

Papi zufolge weisen drei der oben genannten Werke bemerkenswerte Ähnlichkeiten mit der vorliegenden Komposition auf, etwa die Ausführung des Kragens in strahlendem Weiß unter der Dalmatik des heiligen Stephanus in der Predigt mit den noch etwas kantigen Falten. Ähnliche Elemente finden sich auch im Martyrium in Monterotondo, etwa im Ärmel des Heiligen und im Faltenwurf der Figur im linken Vordergrund.

Ebenso gibt es Gemeinsamkeiten mit der Figur des David, so zwischen der am Schwertgriff ruhenden Hand des biblischen Helden und der Stellung der Hand des heiligen Laurentius, der in der vorliegenden Komposition den Rost hält: Typisch für Cavarozzi sind das blasse, kompakte Inkarnat und die undeutlich umrissenen rosafarbenen Nägel. Noch überzeugender mag in dieser Hinsicht abermals der Vergleich mit der Predigt des heiligen Stephanus sein. Zu beachten ist auch ein weiteres Merkmal, das im letztgenannten und im vorliegenden Bild erscheint: die Trennung zwischen Zeige- und Mittelfinger, wie sie in der Predigt bei der Figur des Gelehrten am rechten Bildrand wiederkehrt.

Selbst die Dalmatik gleicht jener des heiligen Stephanus und scheint aus demselben steifen Stoff gemacht, der breite, tiefe Falten wirft. Weitere Hinweise ergeben sich aus dem Vergleich der Gesichter des heiligen Laurentius, des heiligen Stephanus und Davids, die alle auf demselben Modell zu beruhen scheinen: hochgewölbte Augenbrauen, große Augen, ein breites Gesicht, ein kleiner Mund mit fleischigen Lippen.

Das vorliegende Gemälde wird in Gianni Papis in Vorbereitung befindliche Monografie über Bartolomeo Cavarozzi aufgenommen.

20.10.2015 - 18:00

Erzielter Preis: **
EUR 45.000,-
Schätzwert:
EUR 15.000,- bis EUR 20.000,-

Bartolomeo Cavarozzi


(Viterbo 1587–1625 Rom)
Heiliger Laurentius,
Öl auf Leinwand, 96,5 x 71 cm, gerahmt

Provenienz:
Privatsammlung, Deutschland

Wir danken Gianni Papi, der die Zuschreibung auf Grundlage einer hochauflösenden Digitalfotografie vorgeschlagen hat, für seine Hilfe bei der Katalogisierung des vorliegenden Gemäldes.

Papi ist der Auffassung, dass das vorliegende Gemälde, das den heiligen Laurentius in einer Dalmatik und mit dem Attribut des Rostes zeigt, ein bedeutendes Werk Bartolomeo Cavarozzis ist, das an einem entscheidenden Wendepunkt im Schaffen des Malers entstand: am Übergang der unter dem Eindruck Roncallis stehenden Periode zum caravaggesken Naturalismus. Dieser stilistische Wandel im Werk des Malers kündigt sich exemplarisch im Altarbild der heiligen Ursula und ihrer Begleiterinnen an (heute in der Sakristei von San Marco in Rom, 1608) und vollzog sich zwischen 1610 und 1615, genauer genommen höchstwahrscheinlich um 1612/13.

Weitere Werke aus Cavarozzis Übergangszeit sind das Altarbild mit einem Martyrium des heiligen Stephanus (Duomo di Monterotondo), die für die Familie Mattei entstandene Predigt des heiligen Stephanus (Privatsammlung) und das Nachtmahl zu Emmaus (Getty Museum, Los Angeles); die Fassungen von Amintas Klage lassen bereits eine größere Hinwendung zu Caravaggios Naturalismus und den vollzogenen Übergang zu einer neuen Periode im Schaffen Cavarozzis erkennen.

Papi zufolge weisen drei der oben genannten Werke bemerkenswerte Ähnlichkeiten mit der vorliegenden Komposition auf, etwa die Ausführung des Kragens in strahlendem Weiß unter der Dalmatik des heiligen Stephanus in der Predigt mit den noch etwas kantigen Falten. Ähnliche Elemente finden sich auch im Martyrium in Monterotondo, etwa im Ärmel des Heiligen und im Faltenwurf der Figur im linken Vordergrund.

Ebenso gibt es Gemeinsamkeiten mit der Figur des David, so zwischen der am Schwertgriff ruhenden Hand des biblischen Helden und der Stellung der Hand des heiligen Laurentius, der in der vorliegenden Komposition den Rost hält: Typisch für Cavarozzi sind das blasse, kompakte Inkarnat und die undeutlich umrissenen rosafarbenen Nägel. Noch überzeugender mag in dieser Hinsicht abermals der Vergleich mit der Predigt des heiligen Stephanus sein. Zu beachten ist auch ein weiteres Merkmal, das im letztgenannten und im vorliegenden Bild erscheint: die Trennung zwischen Zeige- und Mittelfinger, wie sie in der Predigt bei der Figur des Gelehrten am rechten Bildrand wiederkehrt.

Selbst die Dalmatik gleicht jener des heiligen Stephanus und scheint aus demselben steifen Stoff gemacht, der breite, tiefe Falten wirft. Weitere Hinweise ergeben sich aus dem Vergleich der Gesichter des heiligen Laurentius, des heiligen Stephanus und Davids, die alle auf demselben Modell zu beruhen scheinen: hochgewölbte Augenbrauen, große Augen, ein breites Gesicht, ein kleiner Mund mit fleischigen Lippen.

Das vorliegende Gemälde wird in Gianni Papis in Vorbereitung befindliche Monografie über Bartolomeo Cavarozzi aufgenommen.


Käufer Hotline Mo.-Fr.: 09.00 - 18.00
old.masters@dorotheum.at

+43 1 515 60 403
Auktion: Alte Meister
Datum: 20.10.2015 - 18:00
Auktionsort: Wien | Palais Dorotheum
Besichtigung: 10.10. - 20.10.2015


** Kaufpreis inkl. Käufergebühr und Mehrwertsteuer

Es können keine Kaufaufträge über Internet mehr abgegeben werden. Die Auktion befindet sich in Vorbereitung bzw. wurde bereits durchgeführt.