Lot Nr. 72


Josef Kremer


Josef Kremer - Meisterzeichnungen und Druckgraphik bis 1900, Aquarelle u. Miniaturen

(tätig in Innsbruck bis 1770) Doppelseitiges Studienblatt: Kreuzigung Christi, Geburt Christi, Feder in Braun auf Bütten, 36 x 22,5 cm, gebräunt, etwas fleckig, gerahmt, (Sch)

Provenienz: Privatsammlung, Österreich.

Gutachten von Dr. Johann Kronbichler, Brixen am 14. April 2015, liegt vor.

Das beidseitig gezeichnete Blatt zeigt an der Vorderseite den leicht nach rechts aus der Bildmitte gerückten gekreuzigten Christus, links am Fuß des Kreuzes die ohnmächtig zu Boden sinkende Mutter Maria, die von Johannes aufgefangen wird und rechts vom Kreuz die kniende Maria Magdalena. Die Rückseite zeigt im Querformat die Geburt Christi, wobei die Heilige Familie ganz nahsichtig wiedergegeben ist, mit dem Jesuskind in der Mitte, flankiert von Josef und Maria und unmittelbar hinter dem Jesuskind noch der Kopf des Ochsen und einige Engelköpfchen.

Beide Zeichnungen weisen die gleiche zeichnerische Handschrift auf, die von jeweils kräftigen und dichten Schraffuren in den Schattenpartien dominiert werden. Ähnliche Zeichnungen finden sich sowohl bei Josef Ignaz Mildorfer, beim frühen Kremser Schmidt als auch bei Paul Troger. Stilkritisch lässt sich das vorliegende Blatt jedoch keinem dieser Künstler überzeugend zuschreiben. Eine Reihe stilistisch vergleichbarer Zeichnungen befinden sich im Tiroler Landesmuseum Ferdinandeum in Innsbruck (Inv.-Nr. TBar476-531), einzelne Blätter auch im Museum der bildenden Künste in Leipzig (Inv.-Nr. 4649, hl. Benedikt in der Einsamkeit), im Germanischen Nationalmuseum in Nürnberg (Inv.-Nr. Hz 4122, Engelsglorie) sowie im Dözesanmuseum in Brixen (Inv.-Nr. g/7 und g/8, hl. Joseph von Leonissa und hl. Felix von Cantalice). Es handelt sich dabei jeweils um Zeichnungen des Troger-Schülers Josef Kremer (Anf. 18. Jh.-1772), der ein gebürtiger Innsbrucker war und auch dort verstarb. Nach Lehrjahren in Italien begab er sich nach Wien und Niederösterreich, wo er in Kontakt mit Paul Troger kam und im Mal- und Zeichenstil auch von ihm beeinflusst wurde.
Die Zeichnungen der Kreuzigung Christi und der Geburt Christi erweisen sich stilkritisch eindeutig als Arbeiten des Josef Kremer, der mehrere Jahre für das Kloster Melk und dessen Pfarreien als Tafelmaler tätig war. Außer in Melk befinden sich Arbeiten von ihm in Matzleinsdorf, Schönbühel, Patsch, Ellbögen und in Kloster Fiecht. Von den bisher bekannten Zeichnungen des Künstlers befinden sich die meisten im Ferdinandeum in Innsbruck.

Provenienz:Privatsammlung, Österreich. Gutachten von Dr. Johann Kronbichler, Brixen am 14. April 2015, liegt vor. Das beidseitig gezeichnete Blatt zeigt an der Vorderseite den leicht nach rechts aus der Bildmitte gerückten gekreuzigten Christus, links am Fuß des Kreuzes die ohnmächtig zu Boden sinkende Mutter Maria, die von Johannes aufgefangen wird und rechts vom Kreuz die kniende Maria Magdalena. Die Rückseite zeigt im Querformat die Geburt Christi, wobei die Heilige Familie ganz nahsichtig wiedergegeben ist, mit dem Jesuskind in der Mitte, flankiert von Josef und Maria und unmittelbar hinter dem Jesuskind noch der Kopf des Ochsen und einige Engelköpfchen. Beide Zeichnungen weisen die gleiche zeichnerische Handschrift auf, die von jeweils kräftigen und dichten Schraffuren in den Schattenpartien dominiert werden. Ähnliche Zeichnungen finden sich sowohl bei Josef Ignaz Mildorfer, beim frühen Kremser Schmidt als auch bei Paul Troger. Stilkritisch lässt sich das vorliegende Blatt jedoch keinem dieser Künstler überzeugend zuschreiben. Eine Reihe stilistisch vergleichbarer Zeichnungen befinden sich im Tiroler Landesmuseum Ferdinandeum in Innsbruck (Inv.-Nr. TBar476-531), einzelne Blätter auch im Museum der bildenden Künste in Leipzig (Inv.-Nr. 4649, hl. Benedikt in der Einsamkeit), im Germanischen Nationalmuseum in Nürnberg (Inv.-Nr. Hz 4122, Engelsglorie) sowie im Dözesanmuseum in Brixen (Inv.-Nr. g/7 und g/8, hl. Joseph von Leonissa und hl. Felix von Cantalice). Es handelt sich dabei jeweils um Zeichnungen des Troger-Schülers Josef Kremer (Anf. 18. Jh.-1772), der ein gebürtiger Innsbrucker war und auch dort verstarb. Nach Lehrjahren in Italien begab er sich nach Wien und Niederösterreich, wo er in Kontakt mit Paul Troger kam und im Mal- und Zeichenstil auch von ihm beeinflusst wurde.

Expertin: Mag. Astrid-Christina Schierz Mag. Astrid-Christina Schierz
+43-1-515 60-546

astrid.schierz@dorotheum.at

30.09.2015 - 15:00

Erzielter Preis: **
EUR 2.000,-
Schätzwert:
EUR 1.600,- bis EUR 2.000,-

Josef Kremer


(tätig in Innsbruck bis 1770) Doppelseitiges Studienblatt: Kreuzigung Christi, Geburt Christi, Feder in Braun auf Bütten, 36 x 22,5 cm, gebräunt, etwas fleckig, gerahmt, (Sch)

Provenienz: Privatsammlung, Österreich.

Gutachten von Dr. Johann Kronbichler, Brixen am 14. April 2015, liegt vor.

Das beidseitig gezeichnete Blatt zeigt an der Vorderseite den leicht nach rechts aus der Bildmitte gerückten gekreuzigten Christus, links am Fuß des Kreuzes die ohnmächtig zu Boden sinkende Mutter Maria, die von Johannes aufgefangen wird und rechts vom Kreuz die kniende Maria Magdalena. Die Rückseite zeigt im Querformat die Geburt Christi, wobei die Heilige Familie ganz nahsichtig wiedergegeben ist, mit dem Jesuskind in der Mitte, flankiert von Josef und Maria und unmittelbar hinter dem Jesuskind noch der Kopf des Ochsen und einige Engelköpfchen.

Beide Zeichnungen weisen die gleiche zeichnerische Handschrift auf, die von jeweils kräftigen und dichten Schraffuren in den Schattenpartien dominiert werden. Ähnliche Zeichnungen finden sich sowohl bei Josef Ignaz Mildorfer, beim frühen Kremser Schmidt als auch bei Paul Troger. Stilkritisch lässt sich das vorliegende Blatt jedoch keinem dieser Künstler überzeugend zuschreiben. Eine Reihe stilistisch vergleichbarer Zeichnungen befinden sich im Tiroler Landesmuseum Ferdinandeum in Innsbruck (Inv.-Nr. TBar476-531), einzelne Blätter auch im Museum der bildenden Künste in Leipzig (Inv.-Nr. 4649, hl. Benedikt in der Einsamkeit), im Germanischen Nationalmuseum in Nürnberg (Inv.-Nr. Hz 4122, Engelsglorie) sowie im Dözesanmuseum in Brixen (Inv.-Nr. g/7 und g/8, hl. Joseph von Leonissa und hl. Felix von Cantalice). Es handelt sich dabei jeweils um Zeichnungen des Troger-Schülers Josef Kremer (Anf. 18. Jh.-1772), der ein gebürtiger Innsbrucker war und auch dort verstarb. Nach Lehrjahren in Italien begab er sich nach Wien und Niederösterreich, wo er in Kontakt mit Paul Troger kam und im Mal- und Zeichenstil auch von ihm beeinflusst wurde.
Die Zeichnungen der Kreuzigung Christi und der Geburt Christi erweisen sich stilkritisch eindeutig als Arbeiten des Josef Kremer, der mehrere Jahre für das Kloster Melk und dessen Pfarreien als Tafelmaler tätig war. Außer in Melk befinden sich Arbeiten von ihm in Matzleinsdorf, Schönbühel, Patsch, Ellbögen und in Kloster Fiecht. Von den bisher bekannten Zeichnungen des Künstlers befinden sich die meisten im Ferdinandeum in Innsbruck.

Provenienz:Privatsammlung, Österreich. Gutachten von Dr. Johann Kronbichler, Brixen am 14. April 2015, liegt vor. Das beidseitig gezeichnete Blatt zeigt an der Vorderseite den leicht nach rechts aus der Bildmitte gerückten gekreuzigten Christus, links am Fuß des Kreuzes die ohnmächtig zu Boden sinkende Mutter Maria, die von Johannes aufgefangen wird und rechts vom Kreuz die kniende Maria Magdalena. Die Rückseite zeigt im Querformat die Geburt Christi, wobei die Heilige Familie ganz nahsichtig wiedergegeben ist, mit dem Jesuskind in der Mitte, flankiert von Josef und Maria und unmittelbar hinter dem Jesuskind noch der Kopf des Ochsen und einige Engelköpfchen. Beide Zeichnungen weisen die gleiche zeichnerische Handschrift auf, die von jeweils kräftigen und dichten Schraffuren in den Schattenpartien dominiert werden. Ähnliche Zeichnungen finden sich sowohl bei Josef Ignaz Mildorfer, beim frühen Kremser Schmidt als auch bei Paul Troger. Stilkritisch lässt sich das vorliegende Blatt jedoch keinem dieser Künstler überzeugend zuschreiben. Eine Reihe stilistisch vergleichbarer Zeichnungen befinden sich im Tiroler Landesmuseum Ferdinandeum in Innsbruck (Inv.-Nr. TBar476-531), einzelne Blätter auch im Museum der bildenden Künste in Leipzig (Inv.-Nr. 4649, hl. Benedikt in der Einsamkeit), im Germanischen Nationalmuseum in Nürnberg (Inv.-Nr. Hz 4122, Engelsglorie) sowie im Dözesanmuseum in Brixen (Inv.-Nr. g/7 und g/8, hl. Joseph von Leonissa und hl. Felix von Cantalice). Es handelt sich dabei jeweils um Zeichnungen des Troger-Schülers Josef Kremer (Anf. 18. Jh.-1772), der ein gebürtiger Innsbrucker war und auch dort verstarb. Nach Lehrjahren in Italien begab er sich nach Wien und Niederösterreich, wo er in Kontakt mit Paul Troger kam und im Mal- und Zeichenstil auch von ihm beeinflusst wurde.

Expertin: Mag. Astrid-Christina Schierz Mag. Astrid-Christina Schierz
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astrid.schierz@dorotheum.at


Käufer Hotline Mo.-Fr.: 09.00 - 18.00
kundendienst@dorotheum.at

+43 1 515 60 200
Auktion: Meisterzeichnungen und Druckgraphik bis 1900, Aquarelle u. Miniaturen
Datum: 30.09.2015 - 15:00
Auktionsort: Wien | Palais Dorotheum
Besichtigung: 23.09. - 30.09.2015


** Kaufpreis inkl. Käufergebühr und Mehrwertsteuer

Es können keine Kaufaufträge über Internet mehr abgegeben werden. Die Auktion befindet sich in Vorbereitung bzw. wurde bereits durchgeführt.