Lot Nr. 501 #


Carl Moll * - Klassische Moderne

Carl Moll *

(Wien 1861–1945)
St. Michael in Heiligenstadt mit Blumenstillleben, monogrammiert CM, um 1930, Öl auf Leinwand, 60 x 51 cm, gerahmt, (K)

Das Gemälde wird in das Werkverzeichnis von Dr. Cornelia Cabuk, Belvedere Wien, aufgenommen.

Provenienz:
Privatsammlung, Wien- ehemals Leihgabe: Österreichische Galerie Belvedere (auf der Rückseite Klebezettel)

Beschreibung aus der Objektkartei Belvedere:
Moll kombinierte in diesem Motiv aus seiner Reifezeit ein Blumenstillleben mit einem Landschaftsausblick. Dieser zeigte den Fensterausblick aus seiner Villa auf der Hohen Warte mit der Heiligenstädter Kirche St. Michael und den Weingärten des Nussbergs im Hintergrund. Die rosaroten Blüten bilden einen wirkungsvollen Kontrast zum grünen Tischtuch und vermitteln gemeinsam mit der frühlingshaften Landschaft eine helle und freundliche Atmosphäre.

Wenngleich sich Moll retrospektiv recht selbstkritisch gegenüber der „secessionistischen Phase“ geäußert hat, verdankt er diesen Jahren jene Fähigkeit zur Abstraktion, mit welcher er den Naturalismus in eine neue Bildersprache transportiert. Das quadratische Bildformat ist eines dieser Merkmale aus der Zeit der Secession. Ausschnittechnik, souveräne Verteilung und Gewichtung von Hell und Dunkel, von Kompaktheit und Leere datieren gleichfalls zum Teil aus dieser „Schule“. Völlig neu aber ist nun die Tiefe und die Herstellung dieser Tiefe mit beinahe ausschließlich malerischen Mitteln.
Nach den Jahren subtilster Stricheltechnik und behutsamem Realisieren von Flächen und Oberflächen, geht Moll zur direkten, kraftvollen Gestaltung von Massen über. Die Naturbasis bleibt unverkennbar, aber die Transposition nähert den Raum elementaren Vorstellungswelten an. Bäume werden nicht mehr nach Stämmen, Ästen, Zweigen, Blättern, Zwischenräumen und verstreuten Lichtreflexen ausgemalt – sie bilden eine kompakte Masse, eine intensive Form, und das Licht wirkt wie „darüber ausgegossen“.
Die Farben gewinnen an Intensität und Tiefe. Moll arbeitet nun häufig mit Spachteltechnik, trägt die Farbe dick und flächig auf und benützt den Pinsel, um aufzugliedern und zu lockern. Die einzelnen, mit milder Schärfe gerandeten Striche“ sind nach einem inneren Rhythmus gezogen. Dabei behält jeder Farbstrich die volle Intensität. Räumliche Tiefe entsteht aus „Farbstufen, die sich stark voneinander abheben und doch wiederum geheimnisvoll zusammenklingen. Die Palette besitzt jetzt alle nur denkbaren Farbnuancen,…
Astrid Gmeiner, aus:
Carl Moll, Seine Freunde/Sein Leben/Sein Werk, Verlag Galerie Welz, 1985

Expertin: Mag. Elke Königseder Mag. Elke Königseder
+43-1-515 60-358

elke.koenigseder@dorotheum.at

09.06.2015 - 19:00

Erzielter Preis: **
EUR 145.941,-
Schätzwert:
EUR 90.000,- bis EUR 160.000,-
Käufer Hotline Mo.-Fr.: 09.00 - 18.00
kundendienst@dorotheum.at

+43 1 515 60 200

Auktion:

Klassische Moderne

Datum:

09.06.2015 - 19:00

Auktionsort:

Wien | Palais Dorotheum

Besichtigung:

30.05. - 09.06.2015



** Kaufpreis inkl. Käufergebühr und Mehrwertsteuer

Es können keine Kaufaufträge über Internet mehr abgegeben werden. Die Auktion befindet sich in Vorbereitung bzw. wurde bereits durchgeführt.

Carl Moll *

(Wien 1861–1945)
St. Michael in Heiligenstadt mit Blumenstillleben, monogrammiert CM, um 1930, Öl auf Leinwand, 60 x 51 cm, gerahmt, (K)

Das Gemälde wird in das Werkverzeichnis von Dr. Cornelia Cabuk, Belvedere Wien, aufgenommen.

Provenienz:
Privatsammlung, Wien- ehemals Leihgabe: Österreichische Galerie Belvedere (auf der Rückseite Klebezettel)

Beschreibung aus der Objektkartei Belvedere:
Moll kombinierte in diesem Motiv aus seiner Reifezeit ein Blumenstillleben mit einem Landschaftsausblick. Dieser zeigte den Fensterausblick aus seiner Villa auf der Hohen Warte mit der Heiligenstädter Kirche St. Michael und den Weingärten des Nussbergs im Hintergrund. Die rosaroten Blüten bilden einen wirkungsvollen Kontrast zum grünen Tischtuch und vermitteln gemeinsam mit der frühlingshaften Landschaft eine helle und freundliche Atmosphäre.

Wenngleich sich Moll retrospektiv recht selbstkritisch gegenüber der „secessionistischen Phase“ geäußert hat, verdankt er diesen Jahren jene Fähigkeit zur Abstraktion, mit welcher er den Naturalismus in eine neue Bildersprache transportiert. Das quadratische Bildformat ist eines dieser Merkmale aus der Zeit der Secession. Ausschnittechnik, souveräne Verteilung und Gewichtung von Hell und Dunkel, von Kompaktheit und Leere datieren gleichfalls zum Teil aus dieser „Schule“. Völlig neu aber ist nun die Tiefe und die Herstellung dieser Tiefe mit beinahe ausschließlich malerischen Mitteln.
Nach den Jahren subtilster Stricheltechnik und behutsamem Realisieren von Flächen und Oberflächen, geht Moll zur direkten, kraftvollen Gestaltung von Massen über. Die Naturbasis bleibt unverkennbar, aber die Transposition nähert den Raum elementaren Vorstellungswelten an. Bäume werden nicht mehr nach Stämmen, Ästen, Zweigen, Blättern, Zwischenräumen und verstreuten Lichtreflexen ausgemalt – sie bilden eine kompakte Masse, eine intensive Form, und das Licht wirkt wie „darüber ausgegossen“.
Die Farben gewinnen an Intensität und Tiefe. Moll arbeitet nun häufig mit Spachteltechnik, trägt die Farbe dick und flächig auf und benützt den Pinsel, um aufzugliedern und zu lockern. Die einzelnen, mit milder Schärfe gerandeten Striche“ sind nach einem inneren Rhythmus gezogen. Dabei behält jeder Farbstrich die volle Intensität. Räumliche Tiefe entsteht aus „Farbstufen, die sich stark voneinander abheben und doch wiederum geheimnisvoll zusammenklingen. Die Palette besitzt jetzt alle nur denkbaren Farbnuancen,…
Astrid Gmeiner, aus:
Carl Moll, Seine Freunde/Sein Leben/Sein Werk, Verlag Galerie Welz, 1985

Das Gemälde wird in das Werkverzeichnis von Dr. Cornelia Cabuk, Belvedere Wien, aufgenommen.

Provenienz:
Privatsammlung, Wien- ehemals Leihgabe: Österreichische Galerie Belvedere (auf der Rückseite Klebezettel)

Beschreibung aus der Objektkartei Belvedere:
Moll kombinierte in diesem Motiv aus seiner Reifezeit ein Blumenstillleben mit einem Landschaftsausblick. Dieser zeigte den Fensterausblick aus seiner Villa auf der Hohen Warte mit der Heiligenstädter Kirche St. Michael und den Weingärten des Nussbergs im Hintergrund. Die rosaroten Blüten bilden einen wirkungsvollen Kontrast zum grünen Tischtuch und vermitteln gemeinsam mit der frühlingshaften Landschaft eine helle und freundliche Atmosphäre.

Wenngleich sich Moll retrospektiv recht selbstkritisch gegenüber der „secessionistischen Phase“ geäußert hat, verdankt er diesen Jahren jene Fähigkeit zur Abstraktion, mit welcher er den Naturalismus in eine neue Bildersprache transportiert. Das quadratische Bildformat ist eines dieser Merkmale aus der Zeit der Secession. Ausschnittechnik, souveräne Verteilung und Gewichtung von Hell und Dunkel, von Kompaktheit und Leere datieren gleichfalls zum Teil aus dieser „Schule“. Völlig neu aber ist nun die Tiefe und die Herstellung dieser Tiefe mit beinahe ausschließlich malerischen Mitteln.
Nach den Jahren subtilster Stricheltechnik und behutsamem Realisieren von Flächen und Oberflächen, geht Moll zur direkten, kraftvollen Gestaltung von Massen über. Die Naturbasis bleibt unverkennbar, aber die Transposition nähert den Raum elementaren Vorstellungswelten an. Bäume werden nicht mehr nach Stämmen, Ästen, Zweigen, Blättern, Zwischenräumen und verstreuten Lichtreflexen ausgemalt – sie bilden eine kompakte Masse, eine intensive Form, und das Licht wirkt wie „darüber ausgegossen“.
Die Farben gewinnen an Intensität und Tiefe. Moll arbeitet nun häufig mit Spachteltechnik, trägt die Farbe dick und flächig auf und benützt den Pinsel, um aufzugliedern und zu lockern. Die einzelnen, mit milder Schärfe gerandeten Striche“ sind nach einem inneren Rhythmus gezogen. Dabei behält jeder Farbstrich die volle Intensität. Räumliche Tiefe entsteht aus „Farbstufen, die sich stark voneinander abheben und doch wiederum geheimnisvoll zusammenklingen. Die Palette besitzt jetzt alle nur denkbaren Farbnuancen,…
Astrid Gmeiner, aus:
Carl Moll, Seine Freunde/Sein Leben/Sein Werk, Verlag Galerie Welz, 1985

Expertin: Mag. Elke Königseder Mag. Elke Königseder
+43-1-515 60-358

elke.koenigseder@dorotheum.at