Lot Nr. 94


Kamerun, Pygmäen: Eine seltene Armbrust der Pygmäen in Süd-Kamerun.


Kamerun, Pygmäen: Eine seltene Armbrust der Pygmäen in Süd-Kamerun. - Stammeskunst/Tribal-Art

Die Armbrust als Waffe ist von europäischen Händlern im 15. oder 16. Jahrhundert nach Westafrika gebracht worden. Auch heute noch kennen die Yoruba und Mandingo in Nigeria die Armbrust als Jagdwaffe. Aber auch die Fang und die kleinwüchsigen Pygmäen in Kamerun benutzen die Armbrust zur Jagd auf kleine Tiere und Vögel.
Konstruktion und Gebrauch der westafrikanischen Armbrust, auch 'Nayin' oder 'Mban' genannt: Der lange Schaft ist der Länge nach in einen oberen und einen unteren Teil gespalten. Drückt man den unteren Teil des Schaftes nach unten, so gibt ein kurzer Stempel eine Quer-Nut im oberen Schaft frei. In diese Nut legt man jetzt die Sehne der Armbrust ein. Und vor ihr einen Pfeil. Lässt der Jäger nun den unteren Schaftteil los, so drückt der Stempel die Sehne aus der Nut und die Armbrust 'schießt' den Pfeil nach vorne. Dieses technische Prinzip der Armbrust mit gespaltenem Schaft hat es auch in Skandinavien gegeben.
Vorliegende Armbrust der Pygmäen in Süd-Kamerun ist ein komplettes, funktionsfähiges Objekt, mit guter, alter Gebrauchs-Patina. Dazu ein Pfeilköcher mit Pfeilen, sowie mit drei angehängten, schwarz gefärbten Jagd-Amuletten, aus Holz und Bein geschnitzt (Köcher und Pfeile scheinen relativ neu zu sein).
1. Hälfte 20. Jh. (Armbrust); L: 105 cm, B: 46 cm (Armbrust). (ME)

Provenienz: Direkt von Pygmäen im Gebiet der heutigen Stadt Lolodorf, in Süd-Kamerun, erworben. Österreichische Privatsammlung.

Zusatzabbildung:
Ein Pygmäe auf der Jagd im Urwald in Süd-Kamerun, mit einer Armbrust vom Typ, wie die oben angebotene Jagdwaffe.
Foto: Privat

Experte: Prof. Erwin Melchardt Prof. Erwin Melchardt
+43-1-515 60-465

erwin.melchardt@dorotheum.at

26.05.2015 - 15:00

Erzielter Preis: **
EUR 750,-
Schätzwert:
EUR 1.200,- bis EUR 1.600,-

Kamerun, Pygmäen: Eine seltene Armbrust der Pygmäen in Süd-Kamerun.


Die Armbrust als Waffe ist von europäischen Händlern im 15. oder 16. Jahrhundert nach Westafrika gebracht worden. Auch heute noch kennen die Yoruba und Mandingo in Nigeria die Armbrust als Jagdwaffe. Aber auch die Fang und die kleinwüchsigen Pygmäen in Kamerun benutzen die Armbrust zur Jagd auf kleine Tiere und Vögel.
Konstruktion und Gebrauch der westafrikanischen Armbrust, auch 'Nayin' oder 'Mban' genannt: Der lange Schaft ist der Länge nach in einen oberen und einen unteren Teil gespalten. Drückt man den unteren Teil des Schaftes nach unten, so gibt ein kurzer Stempel eine Quer-Nut im oberen Schaft frei. In diese Nut legt man jetzt die Sehne der Armbrust ein. Und vor ihr einen Pfeil. Lässt der Jäger nun den unteren Schaftteil los, so drückt der Stempel die Sehne aus der Nut und die Armbrust 'schießt' den Pfeil nach vorne. Dieses technische Prinzip der Armbrust mit gespaltenem Schaft hat es auch in Skandinavien gegeben.
Vorliegende Armbrust der Pygmäen in Süd-Kamerun ist ein komplettes, funktionsfähiges Objekt, mit guter, alter Gebrauchs-Patina. Dazu ein Pfeilköcher mit Pfeilen, sowie mit drei angehängten, schwarz gefärbten Jagd-Amuletten, aus Holz und Bein geschnitzt (Köcher und Pfeile scheinen relativ neu zu sein).
1. Hälfte 20. Jh. (Armbrust); L: 105 cm, B: 46 cm (Armbrust). (ME)

Provenienz: Direkt von Pygmäen im Gebiet der heutigen Stadt Lolodorf, in Süd-Kamerun, erworben. Österreichische Privatsammlung.

Zusatzabbildung:
Ein Pygmäe auf der Jagd im Urwald in Süd-Kamerun, mit einer Armbrust vom Typ, wie die oben angebotene Jagdwaffe.
Foto: Privat

Experte: Prof. Erwin Melchardt Prof. Erwin Melchardt
+43-1-515 60-465

erwin.melchardt@dorotheum.at


Käufer Hotline Mo.-Fr.: 09.00 - 18.00
kundendienst@dorotheum.at

+43 1 515 60 200
Auktion: Stammeskunst/Tribal-Art
Datum: 26.05.2015 - 15:00
Auktionsort: Wien | Palais Dorotheum
Besichtigung: 20.05. - 26.05.2015


** Kaufpreis inkl. Käufergebühr und Mehrwertsteuer

Es können keine Kaufaufträge über Internet mehr abgegeben werden. Die Auktion befindet sich in Vorbereitung bzw. wurde bereits durchgeführt.