Lot Nr. 1120


Carl Adolf Senff


Carl Adolf Senff - Gemälde des 19. Jahrhunderts

(Halle 1785–1863 Ostrau)
Madonna mit Kind in Blumenkranz, signiert, bezeichnet, datiert Adolfo Senff Roma 1839, Öl auf Leinwand, 100 x 76 cm, gerahmt, (GG)

Adolf Senff begann als Theologe in Leipzig, bevor er als Privatlehrer für die Kinder und die Schüler des Malers Gerhard von Kügelgen (1772– 1820)arbeitete. Obwohl er bereits in den Jahren 1813-14 in Leipzig als Maler und Portraitist tätig war, wandte er sich erst nach dem Krieg gegen Frankreich, an dem er als Freiwilliger teilnahm, ganz der Kunst und Malerei zu. Zwischen 1816 und 1848 lebte er in Rom, wo er sich mit dem berühmten Bildhauer Bertel Thorvaldsen (1770–1844) anfreundete. Senff fertigte vor allem Kopien nach Raffael und Blumenstillleben an; diesen Stil konnte er derart perfektionieren, dass er von seinen Zeitgenossen den Beinamen Blumenraffael erhielt.
In diesem Werk ist nicht nur die Abbildung der Flora erstaunlich genau, sondern ihre Auswahl wurde auch sorgfältig getroffen.

Senffs Entscheidung, eine Darstellung der Jungfrau mit Kind mittels Ackerwinden zu schmücken ist kein Zufall. Im deutschsprachigen Raum werden nämlich diese Blumen auch „Muttergottesgläschen“ genannt. Dies ist auch der Titel einer Kinderlegende der vom deutschen Volkstum inspirierten Kinder- und Hausmärchen der Brüder Grimm: Die durstig auf der Seite einer Straße stehende Jungfrau Maria bietet einen Bauern um Wasser. Weil er aber kein Glas zur Hand hat, gießt er das Wasser in eine Ackerwinde, der sich die Mutter Gottes zum Trinken bedient.
Die von Senff gemalten Passionsblumen sind auch als „Muttergottes-Stern“ bekannt. Seit ihrer Entdeckung durch christliche Missionäre wurden diese Blumen stets mit der Passion Christi in Verbindung gebracht:
Die 10 Blütenblätter stehen für die Apostel, die Jesu treu blieben, die Ranken erinnern an die Peitsche, die für die Geißelung Christi verwendet wurde, während die drei Narben und fünf Staubbeutel als Symbole für die Nägel, die für die Kreuzigung Jesu verwendet wurden, bzw. für seine Wunden gelten. Ebenfalls erkennbar sind Jasmin, als Sinnbild der Liebe Gottes, bzw. Rosen, ein mystisches Symbol der Jungfrau Maria. Der Schmetterling erinnert an die Wiedergeburt Jesu Christi.
Dieses Gemälde bietet nicht nur eine erstaunlich schöne und zärtliche Darstellung der Jungfrau Maria, die liebevoll die Füße ihres Kindes hält und ihren Kopf an seinen anlehnt; es ist auch ein kluges Andachtsbild, das uns anregt, über die Bibel nachzudenken

Experte: Gautier Gendebien Gautier Gendebien
+39-334-777 1603

Gautier.Gendebien@dorotheum.it

23.04.2015 - 18:00

Schätzwert:
EUR 15.000,- bis EUR 20.000,-

Carl Adolf Senff


(Halle 1785–1863 Ostrau)
Madonna mit Kind in Blumenkranz, signiert, bezeichnet, datiert Adolfo Senff Roma 1839, Öl auf Leinwand, 100 x 76 cm, gerahmt, (GG)

Adolf Senff begann als Theologe in Leipzig, bevor er als Privatlehrer für die Kinder und die Schüler des Malers Gerhard von Kügelgen (1772– 1820)arbeitete. Obwohl er bereits in den Jahren 1813-14 in Leipzig als Maler und Portraitist tätig war, wandte er sich erst nach dem Krieg gegen Frankreich, an dem er als Freiwilliger teilnahm, ganz der Kunst und Malerei zu. Zwischen 1816 und 1848 lebte er in Rom, wo er sich mit dem berühmten Bildhauer Bertel Thorvaldsen (1770–1844) anfreundete. Senff fertigte vor allem Kopien nach Raffael und Blumenstillleben an; diesen Stil konnte er derart perfektionieren, dass er von seinen Zeitgenossen den Beinamen Blumenraffael erhielt.
In diesem Werk ist nicht nur die Abbildung der Flora erstaunlich genau, sondern ihre Auswahl wurde auch sorgfältig getroffen.

Senffs Entscheidung, eine Darstellung der Jungfrau mit Kind mittels Ackerwinden zu schmücken ist kein Zufall. Im deutschsprachigen Raum werden nämlich diese Blumen auch „Muttergottesgläschen“ genannt. Dies ist auch der Titel einer Kinderlegende der vom deutschen Volkstum inspirierten Kinder- und Hausmärchen der Brüder Grimm: Die durstig auf der Seite einer Straße stehende Jungfrau Maria bietet einen Bauern um Wasser. Weil er aber kein Glas zur Hand hat, gießt er das Wasser in eine Ackerwinde, der sich die Mutter Gottes zum Trinken bedient.
Die von Senff gemalten Passionsblumen sind auch als „Muttergottes-Stern“ bekannt. Seit ihrer Entdeckung durch christliche Missionäre wurden diese Blumen stets mit der Passion Christi in Verbindung gebracht:
Die 10 Blütenblätter stehen für die Apostel, die Jesu treu blieben, die Ranken erinnern an die Peitsche, die für die Geißelung Christi verwendet wurde, während die drei Narben und fünf Staubbeutel als Symbole für die Nägel, die für die Kreuzigung Jesu verwendet wurden, bzw. für seine Wunden gelten. Ebenfalls erkennbar sind Jasmin, als Sinnbild der Liebe Gottes, bzw. Rosen, ein mystisches Symbol der Jungfrau Maria. Der Schmetterling erinnert an die Wiedergeburt Jesu Christi.
Dieses Gemälde bietet nicht nur eine erstaunlich schöne und zärtliche Darstellung der Jungfrau Maria, die liebevoll die Füße ihres Kindes hält und ihren Kopf an seinen anlehnt; es ist auch ein kluges Andachtsbild, das uns anregt, über die Bibel nachzudenken

Experte: Gautier Gendebien Gautier Gendebien
+39-334-777 1603

Gautier.Gendebien@dorotheum.it


Käufer Hotline Mo.-Fr.: 09.00 - 18.00
kundendienst@dorotheum.at

+43 1 515 60 200
Auktion: Gemälde des 19. Jahrhunderts
Datum: 23.04.2015 - 18:00
Auktionsort: Wien | Palais Dorotheum
Besichtigung: 11.04. - 23.04.2015