Lot Nr. 801


Paolo Scheggi *


Paolo Scheggi * - Zeitgenössische Kunst, Teil 1

(Florenz 1940–1971 Rom)
Zone Riflesse, rückseitig signiert, datiert Paolo Scheggi 65, mit Richtungspfeil, Acryl auf 3 übereinander gelegten Leinwänden, 120 x 80 x 5,5 cm, gerahmt, (PP)

Das Werk ist bei der Associazione Paolo Scheggi, Mailand registriert und wird in den Catalogo Ragionato Paolo Scheggi, der zurzeit von Massimo Barbero in Vorbereitung ist, aufgenommen.

Provenienz:
Galleria Il Centro, Neapel (rückseitig Aufkleber)
Privatsammlung, Italien

Ausstellung:
Bologna, Paolo Scheggi, Galleria d’Arte Moderna, 6. Oktober - 10. November 1976, Ausst.-Kat. Ed. del Naviglio, Mailand, Abb. 17 (Kuratoren: Deanna Farneti und Franca Scheggi)

… „Ich mag deine Rastlosigkeit und deine Recherchen, deine zutiefst schwarzen, roten und weißen Bilder, die deine Gedanken, deine Ängste enthüllen. Ich kann dir nichts als eine ‚glückliche’ Laufbahn wünschen und dich daran erinnern, bescheiden zu sein, sehr bescheiden, denn verglichen mit der Zeit sind wir ‚nichts’.“
(Lucio Fontana, Brief an Scheggi für die Präsentation seiner Ausstellung in der Galerie „Il Cancello“ in Bologna, 1962)

Wenn die Malerei auf der einen Seite einen Trend zeigt, das Feld des industriellen Designs zu erobern, auf eine absolute Planung und serienmäßige Reproduktion gerichtet zu sein, die es erlaubt, eine Vielzahl identer Exemplare herzustellen; so existiert auf der anderen Seite – und dies wird gewiss noch lange so sein – in der bildenden Kunst das starke Bestreben nach der Erhaltung (...) ihrer charakteristischen Einzigartigkeit und Raffinesse, die ihr nur eine Künstlerhand verleihen kann. Dieses Bestreben eint eine Gruppe in Mailand tätiger junger Künstler, die sich bereits seit einigen Jahren durch ihren präzisen Willen zur Reinheit und kompositorischen Raffinesse kennzeichnen. Es handelt sich weder um eine willkürliche Gruppierung, noch um einen kommerziellen Zusammenschluss, und die jungen Künstler Bonalumi, Castellani, Scheggi, (und die Einbeziehung von Lucio Fontana ist vor allem eine Hommage an diesen Mann, der schon lange vor allen anderen in Italien einige konstante Elemente der modernen Kunst entdeckte) scheinen mir von besonderem Interesse zu sein, weil sie sich auf einer Wasserscheide positionieren, zwischen jenen Strömungen der Kunst, die auf traditionelle Mittel zurückgreifen (...) und jenen Strömungen, auf die ich gerade angespielt habe: Besser gesagt, die unermüdlichen Vertreter der arte programmata, die „industriellen Designer des Unnützen“, die Vertreter der Optical Art und der Kinetischen Kunst... Die oben erwähnten Künstler hingegen bewahren großen Respekt vor der persönlichen Ausführung, allerdings ziehen sie die Strömung vor, die wir als „Objektmalerei“ bezeichnen können: Das „Gemälde als Objekt“, als essenzieller Bestandteil von Wohnräumen, entweder als Modulator in Raumdimensionen, oder einfach als gewähltes plastisch-farbiges Element, das durch das Zusammenspiel von Formen und Farben entsteht und dennoch immer das Ergebnis eines sorgfältig durchdachten und strukturierten Plans ist.
(Gillo Dorfles, „Pittura Oggetto a Milano“, Text für die Ausstellung in der Galleria Arco d’ Albert, Rom, 1966)

Expertin: Mag. Patricia Pálffy Mag. Patricia Pálffy
+43-1-515 60-386

patricia.palffy@dorotheum.at

20.05.2014 - 19:00

Erzielter Preis: **
EUR 573.300,-
Schätzwert:
EUR 90.000,- bis EUR 120.000,-

Paolo Scheggi *


(Florenz 1940–1971 Rom)
Zone Riflesse, rückseitig signiert, datiert Paolo Scheggi 65, mit Richtungspfeil, Acryl auf 3 übereinander gelegten Leinwänden, 120 x 80 x 5,5 cm, gerahmt, (PP)

Das Werk ist bei der Associazione Paolo Scheggi, Mailand registriert und wird in den Catalogo Ragionato Paolo Scheggi, der zurzeit von Massimo Barbero in Vorbereitung ist, aufgenommen.

Provenienz:
Galleria Il Centro, Neapel (rückseitig Aufkleber)
Privatsammlung, Italien

Ausstellung:
Bologna, Paolo Scheggi, Galleria d’Arte Moderna, 6. Oktober - 10. November 1976, Ausst.-Kat. Ed. del Naviglio, Mailand, Abb. 17 (Kuratoren: Deanna Farneti und Franca Scheggi)

… „Ich mag deine Rastlosigkeit und deine Recherchen, deine zutiefst schwarzen, roten und weißen Bilder, die deine Gedanken, deine Ängste enthüllen. Ich kann dir nichts als eine ‚glückliche’ Laufbahn wünschen und dich daran erinnern, bescheiden zu sein, sehr bescheiden, denn verglichen mit der Zeit sind wir ‚nichts’.“
(Lucio Fontana, Brief an Scheggi für die Präsentation seiner Ausstellung in der Galerie „Il Cancello“ in Bologna, 1962)

Wenn die Malerei auf der einen Seite einen Trend zeigt, das Feld des industriellen Designs zu erobern, auf eine absolute Planung und serienmäßige Reproduktion gerichtet zu sein, die es erlaubt, eine Vielzahl identer Exemplare herzustellen; so existiert auf der anderen Seite – und dies wird gewiss noch lange so sein – in der bildenden Kunst das starke Bestreben nach der Erhaltung (...) ihrer charakteristischen Einzigartigkeit und Raffinesse, die ihr nur eine Künstlerhand verleihen kann. Dieses Bestreben eint eine Gruppe in Mailand tätiger junger Künstler, die sich bereits seit einigen Jahren durch ihren präzisen Willen zur Reinheit und kompositorischen Raffinesse kennzeichnen. Es handelt sich weder um eine willkürliche Gruppierung, noch um einen kommerziellen Zusammenschluss, und die jungen Künstler Bonalumi, Castellani, Scheggi, (und die Einbeziehung von Lucio Fontana ist vor allem eine Hommage an diesen Mann, der schon lange vor allen anderen in Italien einige konstante Elemente der modernen Kunst entdeckte) scheinen mir von besonderem Interesse zu sein, weil sie sich auf einer Wasserscheide positionieren, zwischen jenen Strömungen der Kunst, die auf traditionelle Mittel zurückgreifen (...) und jenen Strömungen, auf die ich gerade angespielt habe: Besser gesagt, die unermüdlichen Vertreter der arte programmata, die „industriellen Designer des Unnützen“, die Vertreter der Optical Art und der Kinetischen Kunst... Die oben erwähnten Künstler hingegen bewahren großen Respekt vor der persönlichen Ausführung, allerdings ziehen sie die Strömung vor, die wir als „Objektmalerei“ bezeichnen können: Das „Gemälde als Objekt“, als essenzieller Bestandteil von Wohnräumen, entweder als Modulator in Raumdimensionen, oder einfach als gewähltes plastisch-farbiges Element, das durch das Zusammenspiel von Formen und Farben entsteht und dennoch immer das Ergebnis eines sorgfältig durchdachten und strukturierten Plans ist.
(Gillo Dorfles, „Pittura Oggetto a Milano“, Text für die Ausstellung in der Galleria Arco d’ Albert, Rom, 1966)

Expertin: Mag. Patricia Pálffy Mag. Patricia Pálffy
+43-1-515 60-386

patricia.palffy@dorotheum.at


Käufer Hotline Mo.-Fr.: 09.00 - 18.00
kundendienst@dorotheum.at

+43 1 515 60 200
Auktion: Zeitgenössische Kunst, Teil 1
Datum: 20.05.2014 - 19:00
Auktionsort: Wien | Palais Dorotheum
Besichtigung: 10.05. - 20.05.2014


** Kaufpreis inkl. Käufergebühr und Mehrwertsteuer

Es können keine Kaufaufträge über Internet mehr abgegeben werden. Die Auktion befindet sich in Vorbereitung bzw. wurde bereits durchgeführt.