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Lot Nr. 582


Jan Frans van Bloemen, L'Orizzonte - ein Paar (2)


Jan Frans van Bloemen, L'Orizzonte - ein Paar (2) - Alte Meister

(Antwerpen 1662–1749 Rom)
Eine akardische Landschaft mit Figuren am Fluss und einer Stadt im Hintergrund am Hügel;
eine akardische Landschaft mit Figuren am Fluss und Gebäuden im Hintergrund,
Öl auf Leinwand, je 73 x 98 cm, gerahmt (2)


Jan Frans van Bloemen ist ab 1688, bald nach seiner Übersiedelung aus Frankreich in Begleitung seines älteren Bruders Pieter, in Rom dokumentiert. Der Künstler hatte schon davor Landschaften gemalt und damit dem Geschmack der Zeit entsprochen.
Die beiden Werke sind beispielhaft für seine Landschaftsgemälde, die unter dem Eindruck häufiger Ausflüge ins römische Umland entstanden sind. Nichtsdestotrotz ist der Einfluss seiner flämischen Wurzeln noch erkennbar, etwa in der genauen Wiedergabe der Details. Dazu mischen sich stilistische Anregungen, die er von Künstlerkollegen wie Gaspard Dughet, Claude Lorrain und Jacob de Heusch – aber auch von Andrea Locatelli, seinem größten Rivalen im Führungsanspruch innerhalb dieses Genres in Rom, bezogen hat.

Van Bloemens Szenerien pendeln zumeist zwischen Mythologie und Realität und evozieren mit ihrer zeitlosen Atmosphäre den Mythos von Arkadien in der weiteren Nachfolge Claude Lorrains. Der Künstler beschwor eine idealisierte Sicht herauf, die jedoch durch einen engen Bezug zum konkreten Darstellungsinhalt angeregt wurde. Die Ausarbeitung, der zuweilen auch Zeichnungen des Beobachteten vor Ort vorangegangen waren, erfolgte dann in Zurückgezogenheit im Atelier.

Der Bildaufbau mit mit bebauten Hügeln erinnert an den Landstrich Latium zwischen Orvieto und Orte. Das Pendant mit einer imaginierten Gebäudegruppe links gibt den Blick auf Teile der Ewigen Stadt frei – die Kuppel lässt an das Pantheon denken. Ein derartiger Erfindungsreichtum ist in mehreren Landschaften Van Bloemens zu beobachten, etwa in den Gemäldepaaren in der Art Gallery of Glasgow (vgl. A. Busiri Vici Jean Frans van Bloemen “Horizon” and the Origin of the Roman Eighteenth-Century Landscape, hg. von U. Bozzi, Rom 1974, Nr. 15 und 16 sowie 19 und 20), die in die letzte Dekade des 17. Jahrhunderts datiert werden, ebenso wie in mehreren Beispielen in der Sammlung Doria Pamphilij (vgl. A. Busiri Vici, ebd., insbesondere Nr. 47 und 48).

Wir danken Giancarlo Sestieri für seine Unterstützung bei der Katalogisierung des vorliegenden Gemäldepaars.

09.04.2014 - 18:00

Erzielter Preis: **
EUR 61.300,-
Schätzwert:
EUR 30.000,- bis EUR 40.000,-

Jan Frans van Bloemen, L'Orizzonte - ein Paar (2)


(Antwerpen 1662–1749 Rom)
Eine akardische Landschaft mit Figuren am Fluss und einer Stadt im Hintergrund am Hügel;
eine akardische Landschaft mit Figuren am Fluss und Gebäuden im Hintergrund,
Öl auf Leinwand, je 73 x 98 cm, gerahmt (2)


Jan Frans van Bloemen ist ab 1688, bald nach seiner Übersiedelung aus Frankreich in Begleitung seines älteren Bruders Pieter, in Rom dokumentiert. Der Künstler hatte schon davor Landschaften gemalt und damit dem Geschmack der Zeit entsprochen.
Die beiden Werke sind beispielhaft für seine Landschaftsgemälde, die unter dem Eindruck häufiger Ausflüge ins römische Umland entstanden sind. Nichtsdestotrotz ist der Einfluss seiner flämischen Wurzeln noch erkennbar, etwa in der genauen Wiedergabe der Details. Dazu mischen sich stilistische Anregungen, die er von Künstlerkollegen wie Gaspard Dughet, Claude Lorrain und Jacob de Heusch – aber auch von Andrea Locatelli, seinem größten Rivalen im Führungsanspruch innerhalb dieses Genres in Rom, bezogen hat.

Van Bloemens Szenerien pendeln zumeist zwischen Mythologie und Realität und evozieren mit ihrer zeitlosen Atmosphäre den Mythos von Arkadien in der weiteren Nachfolge Claude Lorrains. Der Künstler beschwor eine idealisierte Sicht herauf, die jedoch durch einen engen Bezug zum konkreten Darstellungsinhalt angeregt wurde. Die Ausarbeitung, der zuweilen auch Zeichnungen des Beobachteten vor Ort vorangegangen waren, erfolgte dann in Zurückgezogenheit im Atelier.

Der Bildaufbau mit mit bebauten Hügeln erinnert an den Landstrich Latium zwischen Orvieto und Orte. Das Pendant mit einer imaginierten Gebäudegruppe links gibt den Blick auf Teile der Ewigen Stadt frei – die Kuppel lässt an das Pantheon denken. Ein derartiger Erfindungsreichtum ist in mehreren Landschaften Van Bloemens zu beobachten, etwa in den Gemäldepaaren in der Art Gallery of Glasgow (vgl. A. Busiri Vici Jean Frans van Bloemen “Horizon” and the Origin of the Roman Eighteenth-Century Landscape, hg. von U. Bozzi, Rom 1974, Nr. 15 und 16 sowie 19 und 20), die in die letzte Dekade des 17. Jahrhunderts datiert werden, ebenso wie in mehreren Beispielen in der Sammlung Doria Pamphilij (vgl. A. Busiri Vici, ebd., insbesondere Nr. 47 und 48).

Wir danken Giancarlo Sestieri für seine Unterstützung bei der Katalogisierung des vorliegenden Gemäldepaars.


Käufer Hotline Mo.-Fr.: 09.00 - 18.00
old.masters@dorotheum.at

+43 1 515 60 403
Auktion: Alte Meister
Datum: 09.04.2014 - 18:00
Auktionsort: Wien | Palais Dorotheum
Besichtigung: 29.03. - 09.04.2014


** Kaufpreis inkl. Käufergebühr und Mehrwertsteuer

Es können keine Kaufaufträge über Internet mehr abgegeben werden. Die Auktion befindet sich in Vorbereitung bzw. wurde bereits durchgeführt.