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Lot Nr. 535


Jacob Jordaens


Jacob Jordaens - Alte Meister

(Antwerpen 1593–1678)
Abraham Grapheus als Heiliger Andreas,
Öl auf Holz, 65 x 49 cm, gerahmt

Auf der Rückseite der Eichenholztafel sind das Zeichen des Antwerpener Tafelmachers Guilliam Aertsens (tätig von 1612 bis 1626) und das Brandzeichen der Stadt Antwerpen mit Hand und Türmen deutlich sichtbar.

Provenienz:
Privatsammlung, Belgien

Literatur:
A. Merle du Bourg/C. Joubert, Abraham Grapheus, model van Jacob Jordaens, Museum voor Schone Kunsten, Gent 2012, S. 20, Nr. 55 und S. 76, Nr. 53

Abraham Grapheus (um 1545/50?–1624) war Vorsteher der Lukasgilde von Antwerpen. Als solcher war er für die Bücher der Gilde und die Wartung des Gebäudes verantwortlich. Er wachte auch über die Künstlerfeste, Festmähler und religiösen Feierlichkeiten. Das Porträt von Cornelis de Vos aus dem Jahr 1620, das Grapheus in seiner Amtstracht und mit den silbernen und goldenen Trinkgefäßen und Tischdekorationen der Gilde zeigt, hängt heute im Koninklijk Museum voor Schone Kunst in Antwerpen. Von 1620 bis 1794 befand es sich in der Gilde selbst.

Jacob Jordaens trat der Lukasgilde 1616 bei und wurde als Nachfolger von Cornelis de Vos 1621 zum Dekan ernannt. In den Jahren dazwischen machten er und Anthonis van Dyck sich Grapheus’ besondere Physiognomie zunutze, indem sie ihn für ihre Apostelbilder und größeren Kompositionen als Modell einsetzten. Die beiden jungen Maler arbeiteten damals eng im Dunstkreis von Peter Paul Rubens und in dessen Werkstatt in Antwerpen zusammen. Rubens’ 1610–1612 für den Herzog von Lerma entstandene Apostel-darstellungen regten Jordaens und Van Dyck dazu an, sich selbst an das Thema heranzuwagen. Auf dem vorliegenden Gemälde hat Jordaens die Haltung von Rubens’ Heiligem Philippus und das X-förmige Kreuz von dessen Heiligem Andreas (beide heute im Prado) übernommen. Den ausgeprägten Gesichtszügen Grapheus’ und der dynamischen Pinselführung des Künstlers ist es zu verdanken, dass hier ein lebendiges und ausdrucksstarkes Bild entstanden ist, das vermutlich für einen Auftraggeber bestimmt war. Dieses Gemälde ist das einzige bekannte Porträt von Grapheus als Apostel, das in einer Privatsammlung verblieben ist.

Abraham Grapheus wurde rasch zu Jordaens’ bevorzugtem Modell. Er tritt in mehreren der bekanntesten großformatigen Kompositionen des Künstlers in Erscheinung, darunter die Vier Evangelisten im Louvre, die Huldigung der Ceres im Prado und die Allegorie der Fruchtbarkeit in den Musée Royaux des Beaux-Arts de Belgique in Brüssel. Van Dyck stellte Grapheus in der Ausgießung des Heiligen Geistes in Potsdam und als Heiligen Petrus in der Eremitage dar. Die Eremitage besitzt auch den Kopf eines alten Mannes von Jan Lievens, für den Grapheus Modell stand.

Experte: Damian Brenninkmeyer Damian Brenninkmeyer
+43 1 515 60 312

oldmasters@dorotheum.com

09.04.2014 - 18:00

Schätzwert:
EUR 60.000,- bis EUR 80.000,-

Jacob Jordaens


(Antwerpen 1593–1678)
Abraham Grapheus als Heiliger Andreas,
Öl auf Holz, 65 x 49 cm, gerahmt

Auf der Rückseite der Eichenholztafel sind das Zeichen des Antwerpener Tafelmachers Guilliam Aertsens (tätig von 1612 bis 1626) und das Brandzeichen der Stadt Antwerpen mit Hand und Türmen deutlich sichtbar.

Provenienz:
Privatsammlung, Belgien

Literatur:
A. Merle du Bourg/C. Joubert, Abraham Grapheus, model van Jacob Jordaens, Museum voor Schone Kunsten, Gent 2012, S. 20, Nr. 55 und S. 76, Nr. 53

Abraham Grapheus (um 1545/50?–1624) war Vorsteher der Lukasgilde von Antwerpen. Als solcher war er für die Bücher der Gilde und die Wartung des Gebäudes verantwortlich. Er wachte auch über die Künstlerfeste, Festmähler und religiösen Feierlichkeiten. Das Porträt von Cornelis de Vos aus dem Jahr 1620, das Grapheus in seiner Amtstracht und mit den silbernen und goldenen Trinkgefäßen und Tischdekorationen der Gilde zeigt, hängt heute im Koninklijk Museum voor Schone Kunst in Antwerpen. Von 1620 bis 1794 befand es sich in der Gilde selbst.

Jacob Jordaens trat der Lukasgilde 1616 bei und wurde als Nachfolger von Cornelis de Vos 1621 zum Dekan ernannt. In den Jahren dazwischen machten er und Anthonis van Dyck sich Grapheus’ besondere Physiognomie zunutze, indem sie ihn für ihre Apostelbilder und größeren Kompositionen als Modell einsetzten. Die beiden jungen Maler arbeiteten damals eng im Dunstkreis von Peter Paul Rubens und in dessen Werkstatt in Antwerpen zusammen. Rubens’ 1610–1612 für den Herzog von Lerma entstandene Apostel-darstellungen regten Jordaens und Van Dyck dazu an, sich selbst an das Thema heranzuwagen. Auf dem vorliegenden Gemälde hat Jordaens die Haltung von Rubens’ Heiligem Philippus und das X-förmige Kreuz von dessen Heiligem Andreas (beide heute im Prado) übernommen. Den ausgeprägten Gesichtszügen Grapheus’ und der dynamischen Pinselführung des Künstlers ist es zu verdanken, dass hier ein lebendiges und ausdrucksstarkes Bild entstanden ist, das vermutlich für einen Auftraggeber bestimmt war. Dieses Gemälde ist das einzige bekannte Porträt von Grapheus als Apostel, das in einer Privatsammlung verblieben ist.

Abraham Grapheus wurde rasch zu Jordaens’ bevorzugtem Modell. Er tritt in mehreren der bekanntesten großformatigen Kompositionen des Künstlers in Erscheinung, darunter die Vier Evangelisten im Louvre, die Huldigung der Ceres im Prado und die Allegorie der Fruchtbarkeit in den Musée Royaux des Beaux-Arts de Belgique in Brüssel. Van Dyck stellte Grapheus in der Ausgießung des Heiligen Geistes in Potsdam und als Heiligen Petrus in der Eremitage dar. Die Eremitage besitzt auch den Kopf eines alten Mannes von Jan Lievens, für den Grapheus Modell stand.

Experte: Damian Brenninkmeyer Damian Brenninkmeyer
+43 1 515 60 312

oldmasters@dorotheum.com


Käufer Hotline Mo.-Fr.: 09.00 - 18.00
old.masters@dorotheum.at

+43 1 515 60 403
Auktion: Alte Meister
Datum: 09.04.2014 - 18:00
Auktionsort: Wien | Palais Dorotheum
Besichtigung: 29.03. - 09.04.2014