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Lot Nr. 521


Nicolò Bambini


Nicolò Bambini - Alte Meister

(Venedig 1652–1736)
Galatea,
Öl auf Leinwand, 146 x 190 cm, gerahmt

Nicolò Bambini wurde bereits zu seinen Lebzeiten mit Lob bedacht: Der Kunstexperte Antonio Maria Zanetti anerkannte 1733 des Künstlers gute Kenntnisse „ne’ fondamenti dell’arte“ und Genauigkeit „nel disegno al par di ogn’altro“. In der Tat bestand Bambinis Beitrag zur venezianischen Kunst, wie Zanetti später, im Jahr 1771, bemerken sollte, darin, dass er auch die italienischen Malschulen außerhalb Venedigs studierte, was in einem Stil mündete, der zwar in der venezianischen Tradition beispielsweise eines Pietro Liberi und Sebastiano Mazzoni verwurzelt war, aber deutliche Einflüsse des internationalen Klassizismus eines Carlo Maratti und Carlo Cignani aufwies, gepaart mit dem brillantem virtuosismo Luca Giordanos. Diese unterschiedlichen stilistischen Einflüsse sind auch im vorliegenden Gemälde zu erkennen, das Bambinis Stellung in der venezianischen Kunst um 1700 herausstreicht. Die venezianische Malerei dieser Zeit zeichnete sich generell durch eine neue Sinnlichkeit aus, die vor allem dem Werk Sebastiano Riccis geschuldet war und die sich durch eine helle Farbigkeit und frivole Bildthemen auszeichnete. Das vorliegende Werk verrät zwar Gemeinsamkeiten mit Riccis Malweise, doch ist es ein typisches Beispiel für Bambinis gemäßigtere Version des venezianischen barocchetto.

Das Bild zeigt die Nymphe Galatea, eines der Lieblingsthemen sowohl Riccis – siehe zum Beispiel dessen monumentales Gemälde im Burlington House, London, datiert 1712–1714 – als auch Bambinis, der sich dem Sujet in einem großformatigen Gemälde in einer venezianischen Privatsammlung (siehe R. Radassao, Nicolò Bambini „pittore pronto spedito ed universale“, in: Saggi e memorie di storia dell’arte 22, 1998, S. 173, Abb. 121) sowie in einer besonders stark an Ricci orientierten Komposition, von der mehrere Fassungen bekannt sind (siehe U. Ruggeri, Nicolò Bambini nell’orbita di Sebastiano Ricci, in: Sebastiano Ricci 1659–1734. Atti del Convegno Internazionale di Studi, hg. von G. Pavanello, Venedig/Verona 2012, S. 384, Abb. 1), gewidmet hat. Das vorliegende Gemälde ist eine wichtige Hinzufügung zum Werkkorpus Nicolò Bambinis.

Wir danken Professor Bernard Aikema für seine Hilfe bei der Katalogisierung des vorliegenden Gemäldes.

09.04.2014 - 18:00

Schätzwert:
EUR 100.000,- bis EUR 150.000,-

Nicolò Bambini


(Venedig 1652–1736)
Galatea,
Öl auf Leinwand, 146 x 190 cm, gerahmt

Nicolò Bambini wurde bereits zu seinen Lebzeiten mit Lob bedacht: Der Kunstexperte Antonio Maria Zanetti anerkannte 1733 des Künstlers gute Kenntnisse „ne’ fondamenti dell’arte“ und Genauigkeit „nel disegno al par di ogn’altro“. In der Tat bestand Bambinis Beitrag zur venezianischen Kunst, wie Zanetti später, im Jahr 1771, bemerken sollte, darin, dass er auch die italienischen Malschulen außerhalb Venedigs studierte, was in einem Stil mündete, der zwar in der venezianischen Tradition beispielsweise eines Pietro Liberi und Sebastiano Mazzoni verwurzelt war, aber deutliche Einflüsse des internationalen Klassizismus eines Carlo Maratti und Carlo Cignani aufwies, gepaart mit dem brillantem virtuosismo Luca Giordanos. Diese unterschiedlichen stilistischen Einflüsse sind auch im vorliegenden Gemälde zu erkennen, das Bambinis Stellung in der venezianischen Kunst um 1700 herausstreicht. Die venezianische Malerei dieser Zeit zeichnete sich generell durch eine neue Sinnlichkeit aus, die vor allem dem Werk Sebastiano Riccis geschuldet war und die sich durch eine helle Farbigkeit und frivole Bildthemen auszeichnete. Das vorliegende Werk verrät zwar Gemeinsamkeiten mit Riccis Malweise, doch ist es ein typisches Beispiel für Bambinis gemäßigtere Version des venezianischen barocchetto.

Das Bild zeigt die Nymphe Galatea, eines der Lieblingsthemen sowohl Riccis – siehe zum Beispiel dessen monumentales Gemälde im Burlington House, London, datiert 1712–1714 – als auch Bambinis, der sich dem Sujet in einem großformatigen Gemälde in einer venezianischen Privatsammlung (siehe R. Radassao, Nicolò Bambini „pittore pronto spedito ed universale“, in: Saggi e memorie di storia dell’arte 22, 1998, S. 173, Abb. 121) sowie in einer besonders stark an Ricci orientierten Komposition, von der mehrere Fassungen bekannt sind (siehe U. Ruggeri, Nicolò Bambini nell’orbita di Sebastiano Ricci, in: Sebastiano Ricci 1659–1734. Atti del Convegno Internazionale di Studi, hg. von G. Pavanello, Venedig/Verona 2012, S. 384, Abb. 1), gewidmet hat. Das vorliegende Gemälde ist eine wichtige Hinzufügung zum Werkkorpus Nicolò Bambinis.

Wir danken Professor Bernard Aikema für seine Hilfe bei der Katalogisierung des vorliegenden Gemäldes.


Käufer Hotline Mo.-Fr.: 09.00 - 18.00
old.masters@dorotheum.at

+43 1 515 60 403
Auktion: Alte Meister
Datum: 09.04.2014 - 18:00
Auktionsort: Wien | Palais Dorotheum
Besichtigung: 29.03. - 09.04.2014