Lot Nr. 106


Mangbetu, Dem. Rep. Kongo: Ein großes, dekoriertes Terrakotta-Gefäß, mit sitzender Mangbetu-Frau.


Mangbetu, Dem. Rep. Kongo: Ein großes, dekoriertes Terrakotta-Gefäß, mit sitzender Mangbetu-Frau. - Stammeskunst/Tribal-Art

Die Mangbetu, im Nordosten des Kongo, hatten den Brauch, ihren Kindern im Säuglings-Alter den Kopf so zu bandagieren, dass sich das Hinterhaupt nach oben verlängert. Ein 'Schönheitsideal', das als besonders vornehm galt. Die Frisuren der Frauen wurden zusätzlich, durch ein Stützgeflecht, nach oben zu einem trichterförmigen, offenen Kranz verlängert. Diesen, nur den Mangbetu eigenen Brauch, erkennt man deutlich an der Frauenfigur, die auf dem vorliegenden, ungewöhnlich großen Wasseroder Palmwein-Gefäß sitzt. Der Krug ist sehr gekonnt aus rötlichem Ton in einem Stück und insgesamt hohl gefertigt und gebrannt. Der kugelige Bauch trägt sorgfältigen, geometrischen Dekor aus eingedrückten Punkten und Kreisen. Der typische Mangbetu-Kopf und die Arme sind mit stammesüblichen Narben-Tätowierungen versehen, sowie mit einem mitgeformten Halsreifen und Armreifen geschmückt. Die Frisur dient als Ausguss, Arme und Beine als Henkel, ein 'Luftloch' ist hinten. Insgesamt ein sehr interessantes, altes Objekt mit guter Gebrauchs-Patina. Kaum Schäden! Nur minimale, unbedeutende Ausbrüche. 1. Hälfte 20. Jh.; H: ca. 70 cm, DM: ca. 30 cm (Bauch des Gefäßes). (ME)

Prov.: Privatsammlung Belgien.

Lit.: 'Erde und Erz' von K.-F. Schädler, S. 294, 295.

Zusatzbild:
Mangbetu-Frau mit typischer Haartracht
Foto aus „ Die große Völkerkunde“ von Hugo A. Bernatzik

Prov.: Privatsammlung Belgien. Lit.: 'Erde und Erz' von K.-F. Schädler, S. 294, 295.

Experte: Prof. Erwin Melchardt Prof. Erwin Melchardt
+43-1-515 60-465

erwin.melchardt@dorotheum.at

24.03.2014 - 16:00

Schätzwert:
EUR 1.800,- bis EUR 2.000,-

Mangbetu, Dem. Rep. Kongo: Ein großes, dekoriertes Terrakotta-Gefäß, mit sitzender Mangbetu-Frau.


Die Mangbetu, im Nordosten des Kongo, hatten den Brauch, ihren Kindern im Säuglings-Alter den Kopf so zu bandagieren, dass sich das Hinterhaupt nach oben verlängert. Ein 'Schönheitsideal', das als besonders vornehm galt. Die Frisuren der Frauen wurden zusätzlich, durch ein Stützgeflecht, nach oben zu einem trichterförmigen, offenen Kranz verlängert. Diesen, nur den Mangbetu eigenen Brauch, erkennt man deutlich an der Frauenfigur, die auf dem vorliegenden, ungewöhnlich großen Wasseroder Palmwein-Gefäß sitzt. Der Krug ist sehr gekonnt aus rötlichem Ton in einem Stück und insgesamt hohl gefertigt und gebrannt. Der kugelige Bauch trägt sorgfältigen, geometrischen Dekor aus eingedrückten Punkten und Kreisen. Der typische Mangbetu-Kopf und die Arme sind mit stammesüblichen Narben-Tätowierungen versehen, sowie mit einem mitgeformten Halsreifen und Armreifen geschmückt. Die Frisur dient als Ausguss, Arme und Beine als Henkel, ein 'Luftloch' ist hinten. Insgesamt ein sehr interessantes, altes Objekt mit guter Gebrauchs-Patina. Kaum Schäden! Nur minimale, unbedeutende Ausbrüche. 1. Hälfte 20. Jh.; H: ca. 70 cm, DM: ca. 30 cm (Bauch des Gefäßes). (ME)

Prov.: Privatsammlung Belgien.

Lit.: 'Erde und Erz' von K.-F. Schädler, S. 294, 295.

Zusatzbild:
Mangbetu-Frau mit typischer Haartracht
Foto aus „ Die große Völkerkunde“ von Hugo A. Bernatzik

Prov.: Privatsammlung Belgien. Lit.: 'Erde und Erz' von K.-F. Schädler, S. 294, 295.

Experte: Prof. Erwin Melchardt Prof. Erwin Melchardt
+43-1-515 60-465

erwin.melchardt@dorotheum.at


Käufer Hotline Mo.-Fr.: 09.00 - 18.00
kundendienst@dorotheum.at

+43 1 515 60 200
Auktion: Stammeskunst/Tribal-Art
Datum: 24.03.2014 - 16:00
Auktionsort: Wien | Palais Dorotheum
Besichtigung: 18.03. - 24.03.2014