Lot Nr. 5


Herbert Boeckl *


(Klagenfurt 1894–1966 Wien)
Sitzende Frau (Maria Boeckl), 1918/19, Bleistift, Gouache auf Papier, Blattgröße 45 x 34,5 cm, gerahmt

Ausgestellt und mit ganzseitiger Farbabb. im Katalog:
Herbert Boeckl, Bank Austria Kunstforum, Wien 1994, Prestel-Verlag 1994, S. 139/Kat.-Nr. 78

Provenienz:
Sotheby’s, London, 10. Oktober 2001, Los 55
Privatsammlung, Wien

Boeckl und Schiele
1918 erkannte Egon Schiele in dem um vier Jahre jüngeren Künstler einen Wahlverwandten, nachdem er Werke von ihm in einer Ausstellung im Klagenfurter Künstlerhaus gesehen hatte. Auch ohne diese Überlieferung entnähmen wir den ersten Gemälden und Aquarellen Boeckls unschwer die intensive Auseinandersetzung mit dem Wiener…
Schon im Bildnis der Verlobten (Tafel 3) greift eine Beruhigung der Form zugunsten einer zunehmend gelasseneren, ausgeglichenen Gemütshaltung der Porträtierten Platz. In den gleichzeitigen Aquarellen und Gouachen hält der Maler jedoch an der forcierten Perspektive Schielescher Provenienz fest. Heftige Kontraste und Größensprünge katalysieren eine bildimmanente Expansion. Unterstützt von der Linienführung des trockenen, ausgestrichenen Borstenpinsels, scheinen manche Motive wie ein Feuerwerkskörper am Himmel aufzugehen. Ein Effekt, der insbesondere Die Heiligen Drei Könige (Tafel 80), Schloß Mossburg in Kärnten (Tafel 81) und andere Blätter des Jahres 1919 kennzeichnet. Die expressionsartige Dynamik, die sich dem Blickwinkel einer extremen Aufsicht oder Froschwinkelperspektive und damit einer rasanten Fluchtlinienbeschleunigung verdankt, macht auch vor grundsätzlich idyllischen Motiven, wie dem der in der Wiese sitzenden Verlobten nicht halt (Tafeln 78, 79). …
Klaus Albrecht Schröder – aus der oben angeführten Literatur

21.11.2017 - 18:00

Erzielter Preis: **
EUR 56.250,-
Schätzwert:
EUR 40.000,- bis EUR 60.000,-

Herbert Boeckl *


(Klagenfurt 1894–1966 Wien)
Sitzende Frau (Maria Boeckl), 1918/19, Bleistift, Gouache auf Papier, Blattgröße 45 x 34,5 cm, gerahmt

Ausgestellt und mit ganzseitiger Farbabb. im Katalog:
Herbert Boeckl, Bank Austria Kunstforum, Wien 1994, Prestel-Verlag 1994, S. 139/Kat.-Nr. 78

Provenienz:
Sotheby’s, London, 10. Oktober 2001, Los 55
Privatsammlung, Wien

Boeckl und Schiele
1918 erkannte Egon Schiele in dem um vier Jahre jüngeren Künstler einen Wahlverwandten, nachdem er Werke von ihm in einer Ausstellung im Klagenfurter Künstlerhaus gesehen hatte. Auch ohne diese Überlieferung entnähmen wir den ersten Gemälden und Aquarellen Boeckls unschwer die intensive Auseinandersetzung mit dem Wiener…
Schon im Bildnis der Verlobten (Tafel 3) greift eine Beruhigung der Form zugunsten einer zunehmend gelasseneren, ausgeglichenen Gemütshaltung der Porträtierten Platz. In den gleichzeitigen Aquarellen und Gouachen hält der Maler jedoch an der forcierten Perspektive Schielescher Provenienz fest. Heftige Kontraste und Größensprünge katalysieren eine bildimmanente Expansion. Unterstützt von der Linienführung des trockenen, ausgestrichenen Borstenpinsels, scheinen manche Motive wie ein Feuerwerkskörper am Himmel aufzugehen. Ein Effekt, der insbesondere Die Heiligen Drei Könige (Tafel 80), Schloß Mossburg in Kärnten (Tafel 81) und andere Blätter des Jahres 1919 kennzeichnet. Die expressionsartige Dynamik, die sich dem Blickwinkel einer extremen Aufsicht oder Froschwinkelperspektive und damit einer rasanten Fluchtlinienbeschleunigung verdankt, macht auch vor grundsätzlich idyllischen Motiven, wie dem der in der Wiese sitzenden Verlobten nicht halt (Tafeln 78, 79). …
Klaus Albrecht Schröder – aus der oben angeführten Literatur


Käufer Hotline Mo.-Fr.: 09.00 - 18.00
kundendienst@dorotheum.at

+43 1 515 60 200
Auktion: Klassische Moderne
Datum: 21.11.2017 - 18:00
Auktionsort: Wien | Palais Dorotheum
Besichtigung: 11.11. - 21.11.2017


** Kaufpreis inkl. Käufergebühr und Mehrwertsteuer

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