Lot Nr. 533


Hans von Aachen (Köln 1552–1615 Prag)


Hans von Aachen (Köln 1552–1615 Prag) - Alte Meister

Bildnis Kaiser Ferdinand II. (1578–1637), Öl auf Leinwand, 43,5 x 34,6 cm, gerahmt

Provenienz:
Europäische Privatsammlung.

Ausgestellt: “Hans von Aachen”, Kunsthistorisches Museum, Wien, 2010/2011 (außer Katalog).
Dr. Eliska Fucikova, Prag, hat das bis zur Ausstellung in Wien unpublizierte Gemälde als eigenhändiges Werk des Prager Hofmalers Hans von Aachen bestätigt. Es entstand 1603, in dem Jahr, in dem Kaiser Rudolf II. Hans von Aachen an die Höfe von Graz, Innsbruck, Mantua, Modena und Turin schickte, um die Porträts eventueller Heiratskandidatinnen zu malen. Während seines Aufenthaltes in Graz porträtierte der Künstler nicht nur die in Frage kommenden Erzherzoginnen Eleonore, Konstanze und Maria Magdalena, sondern auch deren fünfundzwanzigjährigen Bruder Ferdinand, den Landesherrn in Innerösterreich (seit 1596). Er war der Sohn des Erzherzogs Karl II. von Innerösterreich und seiner Gemahlin Maria von Bayern. Mit erreichter Volljährigkeit übernahm Ferdinand 1596 die Regierung in Graz. Seit 1600 war er mit seiner Cousine Maria Anna von Bayern verheiratet. Da sein Onkel Kaiser Matthias kinderlos war, wurde Ferdinand als sein Nachfolger eingesetzt. 1617 wurde er zum König von Böhmen, 1618 zum König von Ungarn gewählt. 1619 folgte der Erzherzog seinem verstorbenen Onkel Matthias in der Kaiserwürde. Über Ferdinand II. schrieb man: “Bereits als Landesfürst in Innerösterreich war Ferdinand ein entschiedener Vorkämpfer der Gegenreformation und verfolgte nach 1619 in den Erblanden dieselben Ziele. Seine Regierungszeit als Kaiser fällt vollständig in die Zeit des Dreißigjährigen Krieges. Es gelang ihm, die ständische Macht weitgehend einzuschränken, wie dies vor allem in Böhmen durch die erneuerte Landesordnung von 1627 deutlich wurde. Seine unbeugsame Haltung ist vor allem in der konsequenten Verfolgung des Restitutionsediktes deutlich. Die beiden großen Siege in der Schlacht am weißen Berge 1620 und bei Nördlingen 1634 sind die größten äußeren Zeichen des Erfolges der kaiserlichen Politik. Der Kaiser starb 1637...” (zit. nach: Porträtgalerie zur Geschichte Österreichs 1400–1800, Wien 1982, S. 122).

Ebenfalls 1603 schuf Hans von Aachens Malerkollege Joseph Heintz d. Ä. ein ganzfiguriges Bildnis des damaligen Erzherzogs Ferdinand mit einem Hofzwerg (heute im Kunsthistorischen Museum, Wien).

Experte: Dr. Alexander Strasoldo Dr. Alexander Strasoldo
+43-1-515 60-556

alexander.strasoldo@dorotheum.at

17.10.2012 - 18:00

Erzielter Preis: **
EUR 44.220,-
Schätzwert:
EUR 35.000,- bis EUR 45.000,-

Hans von Aachen (Köln 1552–1615 Prag)


Bildnis Kaiser Ferdinand II. (1578–1637), Öl auf Leinwand, 43,5 x 34,6 cm, gerahmt

Provenienz:
Europäische Privatsammlung.

Ausgestellt: “Hans von Aachen”, Kunsthistorisches Museum, Wien, 2010/2011 (außer Katalog).
Dr. Eliska Fucikova, Prag, hat das bis zur Ausstellung in Wien unpublizierte Gemälde als eigenhändiges Werk des Prager Hofmalers Hans von Aachen bestätigt. Es entstand 1603, in dem Jahr, in dem Kaiser Rudolf II. Hans von Aachen an die Höfe von Graz, Innsbruck, Mantua, Modena und Turin schickte, um die Porträts eventueller Heiratskandidatinnen zu malen. Während seines Aufenthaltes in Graz porträtierte der Künstler nicht nur die in Frage kommenden Erzherzoginnen Eleonore, Konstanze und Maria Magdalena, sondern auch deren fünfundzwanzigjährigen Bruder Ferdinand, den Landesherrn in Innerösterreich (seit 1596). Er war der Sohn des Erzherzogs Karl II. von Innerösterreich und seiner Gemahlin Maria von Bayern. Mit erreichter Volljährigkeit übernahm Ferdinand 1596 die Regierung in Graz. Seit 1600 war er mit seiner Cousine Maria Anna von Bayern verheiratet. Da sein Onkel Kaiser Matthias kinderlos war, wurde Ferdinand als sein Nachfolger eingesetzt. 1617 wurde er zum König von Böhmen, 1618 zum König von Ungarn gewählt. 1619 folgte der Erzherzog seinem verstorbenen Onkel Matthias in der Kaiserwürde. Über Ferdinand II. schrieb man: “Bereits als Landesfürst in Innerösterreich war Ferdinand ein entschiedener Vorkämpfer der Gegenreformation und verfolgte nach 1619 in den Erblanden dieselben Ziele. Seine Regierungszeit als Kaiser fällt vollständig in die Zeit des Dreißigjährigen Krieges. Es gelang ihm, die ständische Macht weitgehend einzuschränken, wie dies vor allem in Böhmen durch die erneuerte Landesordnung von 1627 deutlich wurde. Seine unbeugsame Haltung ist vor allem in der konsequenten Verfolgung des Restitutionsediktes deutlich. Die beiden großen Siege in der Schlacht am weißen Berge 1620 und bei Nördlingen 1634 sind die größten äußeren Zeichen des Erfolges der kaiserlichen Politik. Der Kaiser starb 1637...” (zit. nach: Porträtgalerie zur Geschichte Österreichs 1400–1800, Wien 1982, S. 122).

Ebenfalls 1603 schuf Hans von Aachens Malerkollege Joseph Heintz d. Ä. ein ganzfiguriges Bildnis des damaligen Erzherzogs Ferdinand mit einem Hofzwerg (heute im Kunsthistorischen Museum, Wien).

Experte: Dr. Alexander Strasoldo Dr. Alexander Strasoldo
+43-1-515 60-556

alexander.strasoldo@dorotheum.at


Käufer Hotline Mo.-Fr.: 09.00 - 18.00
old.masters@dorotheum.at

+43 1 515 60 403
Auktion: Alte Meister
Datum: 17.10.2012 - 18:00
Auktionsort: Wien | Palais Dorotheum
Besichtigung: 06.10. - 17.10.2012


** Kaufpreis inkl. Käufergebühr und Mehrwertsteuer

Es können keine Kaufaufträge über Internet mehr abgegeben werden. Die Auktion befindet sich in Vorbereitung bzw. wurde bereits durchgeführt.