Lot Nr. 525


Joris van der Haagen (Arnheim um 1615 – 1669 Den Haag)


Joris van der Haagen (Arnheim um 1615 – 1669 Den Haag) - Alte Meister

Eine bewaldete Landschaft, rechts im Vordergrund zwei hohe Laubbäume, dahinter eine Reiterin und berittene Jäger, signiert unten links bzw. unten rechts: J Hagen, Öl auf Leinwand, 151 x 140 cm, gerahmt

Gutachten:
Dr. Walther Bernt (... ein einwandfreies, charakteristisches und ausgezeichnet erhaltenes Werk des bedeutenden Hager Landschaftsmalers Joris van der Haagen von musealer Qualität).

Provenienz:
Sammlung E. Swartz, Norrköping (1896);
Sammlung des schwedischen Premierministers und Fabrikanten Carl Swartz, Norrköping (1920);
Europäische Privatsammlung.

Literatur:
O. Granberg, Les Collections Privées de la Suède, Stockholm, 1896, p. 270 (als “Meisterwerk von Jan Wynants”) ;
Ders., Trésors d’Art en Suède, Stockholm 1911, Bd. I, Nr. 48 ;
C. Hofstede de Groot, Beschreibendes und kritisches Verzeichnis der Werke der hervorragenden holländischen Maler des XVII. Jahrhunderts, Bd. VIII, Esslingen Paris 1907, Nr. 230 (als Jan Wynants).

Bei dem hier vorliegenden Gemälde, dessen Figurenstaffage von Johannes Lingelbach stammt, handelt es sich, wie Walther Bernt 1973 schrieb, um ein Werk von musealer Qualität. Ohne Frage ist das Bild in Anbetracht seiner hohen Qualität und des guten Erhaltungszustandes ein Hauptwerk Joris van der Haagens. In Sujet und Größe vergleichbare Werke befinden sich u. a. im Kunsthistorischen Museum, Wien, und im Rijksmuseum, Amsterdam. Joris van der Haagen wuchs als Sohn des Malers Abraham van der Haagen in Arnheim auf. Nach dem Tod des Vaters (1639) verließ er Arnheim, um sich in Den Haag niederzulassen. 1643 wurde er Mitglied der Haager Malergilde, in der er im Lauf der Jahre immer wichtigere Positionen bekleidete. 1644 wurde er Ehrenbürger der Stadt. Zwölf Jahre später verließ van der Haagen die Gilde und begründete zusammen mit einem Malerkollegen eine neue Künstlergilde, die “Confrerie Pictura”.

Walther Bernt schreib über Joris van der Haagen: “Haager Maler von waldigen, flachen oder etwas hügeligen, großgesehenen Landschaften, in denen die Horizontalen besonders betont sind. Daneben Wege mit Hütten am Wasser, stille Wasserläufe im Walde, einzelnstehende Baumgruppen mit Durchblick in die Ferne, sehr fein durchgeführt und gut komponiert. Sie erinnern gelegentlich an die Waldlandschaften der Maler aus der Ruisdael-Gruppe (J. Lagoor und A. Verboom) .... Seine meist signierten Bilder sind selten eigenhändig staffiert: dies haben bei den italienischen Landschaften N. Berchem oder Adrieaen van de Velde besorgt...” Typisch für die Werke van der Haagens sind seine meist von hellem Licht durchdrungenen Landschaftsdarstellungen. Wenngleich sie oft in südliches Licht getaucht werden, handelt es sich bei ihnen eindeutig um niederländische Landschaften. Haagen war bestrebt, die Schönheit und landschaftliche Vielfalt seiner Heimat darzustellen. Seine Landschaftsdarstellungen zeichnen sich durch ihre ausgewogene Komposition, die feine technische Ausführung und durch ihre einfühlsame Stimmung aus. In der Kombination dieser Faktoren ist das hier vorliegende Gemälde ein hervorragendes Beispiel für den hohen Rang und die künstlerische Begabung Joris van der Haagens, die ihn in die erste Reihe der niederländischen Landschaftsmaler des 17. Jahrhunderts treten lässt.

Experte: Dr. Alexander Strasoldo Dr. Alexander Strasoldo
+43-1-515 60-556

alexander.strasoldo@dorotheum.at

17.10.2012 - 18:00

Schätzwert:
EUR 350.000,- bis EUR 450.000,-

Joris van der Haagen (Arnheim um 1615 – 1669 Den Haag)


Eine bewaldete Landschaft, rechts im Vordergrund zwei hohe Laubbäume, dahinter eine Reiterin und berittene Jäger, signiert unten links bzw. unten rechts: J Hagen, Öl auf Leinwand, 151 x 140 cm, gerahmt

Gutachten:
Dr. Walther Bernt (... ein einwandfreies, charakteristisches und ausgezeichnet erhaltenes Werk des bedeutenden Hager Landschaftsmalers Joris van der Haagen von musealer Qualität).

Provenienz:
Sammlung E. Swartz, Norrköping (1896);
Sammlung des schwedischen Premierministers und Fabrikanten Carl Swartz, Norrköping (1920);
Europäische Privatsammlung.

Literatur:
O. Granberg, Les Collections Privées de la Suède, Stockholm, 1896, p. 270 (als “Meisterwerk von Jan Wynants”) ;
Ders., Trésors d’Art en Suède, Stockholm 1911, Bd. I, Nr. 48 ;
C. Hofstede de Groot, Beschreibendes und kritisches Verzeichnis der Werke der hervorragenden holländischen Maler des XVII. Jahrhunderts, Bd. VIII, Esslingen Paris 1907, Nr. 230 (als Jan Wynants).

Bei dem hier vorliegenden Gemälde, dessen Figurenstaffage von Johannes Lingelbach stammt, handelt es sich, wie Walther Bernt 1973 schrieb, um ein Werk von musealer Qualität. Ohne Frage ist das Bild in Anbetracht seiner hohen Qualität und des guten Erhaltungszustandes ein Hauptwerk Joris van der Haagens. In Sujet und Größe vergleichbare Werke befinden sich u. a. im Kunsthistorischen Museum, Wien, und im Rijksmuseum, Amsterdam. Joris van der Haagen wuchs als Sohn des Malers Abraham van der Haagen in Arnheim auf. Nach dem Tod des Vaters (1639) verließ er Arnheim, um sich in Den Haag niederzulassen. 1643 wurde er Mitglied der Haager Malergilde, in der er im Lauf der Jahre immer wichtigere Positionen bekleidete. 1644 wurde er Ehrenbürger der Stadt. Zwölf Jahre später verließ van der Haagen die Gilde und begründete zusammen mit einem Malerkollegen eine neue Künstlergilde, die “Confrerie Pictura”.

Walther Bernt schreib über Joris van der Haagen: “Haager Maler von waldigen, flachen oder etwas hügeligen, großgesehenen Landschaften, in denen die Horizontalen besonders betont sind. Daneben Wege mit Hütten am Wasser, stille Wasserläufe im Walde, einzelnstehende Baumgruppen mit Durchblick in die Ferne, sehr fein durchgeführt und gut komponiert. Sie erinnern gelegentlich an die Waldlandschaften der Maler aus der Ruisdael-Gruppe (J. Lagoor und A. Verboom) .... Seine meist signierten Bilder sind selten eigenhändig staffiert: dies haben bei den italienischen Landschaften N. Berchem oder Adrieaen van de Velde besorgt...” Typisch für die Werke van der Haagens sind seine meist von hellem Licht durchdrungenen Landschaftsdarstellungen. Wenngleich sie oft in südliches Licht getaucht werden, handelt es sich bei ihnen eindeutig um niederländische Landschaften. Haagen war bestrebt, die Schönheit und landschaftliche Vielfalt seiner Heimat darzustellen. Seine Landschaftsdarstellungen zeichnen sich durch ihre ausgewogene Komposition, die feine technische Ausführung und durch ihre einfühlsame Stimmung aus. In der Kombination dieser Faktoren ist das hier vorliegende Gemälde ein hervorragendes Beispiel für den hohen Rang und die künstlerische Begabung Joris van der Haagens, die ihn in die erste Reihe der niederländischen Landschaftsmaler des 17. Jahrhunderts treten lässt.

Experte: Dr. Alexander Strasoldo Dr. Alexander Strasoldo
+43-1-515 60-556

alexander.strasoldo@dorotheum.at


Käufer Hotline Mo.-Fr.: 09.00 - 18.00
old.masters@dorotheum.at

+43 1 515 60 403
Auktion: Alte Meister
Datum: 17.10.2012 - 18:00
Auktionsort: Wien | Palais Dorotheum
Besichtigung: 06.10. - 17.10.2012