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Lot Nr. 1186


Plinio Nomellini


(Livorno 1866–1943 Florenz)
Tagträume, signiert Nomellini, Mischtechnik auf Leinwand, 69 x 133,5 cm, gerahmt, (GG)

Provenienz:
Privatsammlung Italien.

Wir danken Dr. Eleonora Barbara Nomellini für die Bestätigung der Echtheit an Hand des Originals.

107 Jahre nach ihrer erstmaligen öffentlichen Ausstellung kommen zwei Tafelbilder von Plinio Nomellini (Livorno 1866 – Florenz 1943) neuerlich zur öffentlichen Ansicht: Perduto nella meditazione und Sogno a occhi aperti (In der Meditation versunken und tagträumend).
Carlo Spicciani, ein Künstler und Möbelschreiner aus Lucca (Pescia 1879–Lucca 1943), zählte zu den meistgefragten Meisterebenisten, die zu Beginn des 20. Jahrhunderts spezielles Mobiliar herstellten, welches bei der neuen Bourgeoisie besonders gefragt war. Diese Art Nouveau- oder Art Deco-Designs wurden durch Tafelgemälde, Keramiken und Glaseinsätze ergänzt, die eigens von wichtigen Künstlern angefertigt wurden, wie beispielsweise die Keramikdetails von Galileo Chini. Die hier gezeigten Tafelbilder stammen von Plinio Nomellini, ebenso wie einige andere, die sich dem Thema Meer widmen, wie Marina con gabbiani, Vele al tramonto (Hafen mit Seemöwen, Segelboote bei Sonnenuntergang) und die romantischen L’alba, La notte (Morgengrauen, Nacht), welche er speziell für den Speisesaal von Carlo Spicciani angefertigt hatte, den dieser auf der Weltausstellung 1911 in Turin zeigte. (Die Tafelbilder gelangten erst 1970 in Florenz wieder zur öffentlichen Schau, als die San Marco s.a.s. Möbel aus der Villa Giramonte zum Verkauf stellte; ihre Titel waren Giovinetto con ghirlanda di fiori su fondo di paesaggio und Busto di giovinetto in un campo di papaveri (Jüngling mit Blumengirlande vor einer Landschaft und Büste eines Jünglings in einem Mohnblumenfeld).

1911 jährte sich das 50. Jubiläum der Einigung Italiens und wurde mit großen internationalen Ausstellungen zelebriert. Wie es damals üblich war, wurden viele Pavillons in unterschiedlichsten, einfallsreichen architektonischen Stilen errichtet, sowohl als temporäre, als auch als Dauerinstallationen. Die Ausstellungen in der Valle Giulia, auf der Piazza delle Armi und an vielen anderen Orten der Stadt sorgten in Rom für Begeisterung; in Turin wurde die Messe im Parco del Valentino abgehalten. In Florenz wurde das Jubiläum im Palazzo Vecchio im Rahmen der Mostra del ritratto italiano (Ausstellung der italienischen Porträtmalerei) gefeiert.

Im selben Jahr schuf Plinio Nomellini zahlreiche Tafelbilder, die historische Thematiken aufgriffen oder Bezug auf Giuseppe Garibaldi nahmen, für den Pavillon von Livorno als Teil der Regionalen und Ethnographischen Ausstellung in Rom, und zeigte Arbeiten in der Valle Giulia, ebenso wie in Turin Dekorationen, die er für Spicciani angefertigt hatte.

Die Zusammenarbeit zwischen Nomellini und Spicciani hielt an. 1913 stellte Plinio Nomellini zwei seiner Gemälde, Lavori al porto und Ritorno dal lavoro (Arbeit am Hafen und Heimkehr von der Arbeit), Carlo Spicciani für das Villino Calderai in Rom zur Verfügung. Spicciani lieferte im Gegenzug die Möbel und Dekorationen für Nomellinis Einzelausstellung im Rahmen der ersten Ausstellung der Römischen Sezession 1913.

Von den Briefen Spiccianis an Nomellini, die nähere Angaben zu den Vorschlägen des Meisterebenisten bzgl. der Thematiken der Tafelbilder geben, welche er in seine Möbel einfassen würde, sind keine erhalten. Der Künstler ließ bei der Gestaltung der Gemälde seiner Fantasie gewiss freien Lauf, wie es seiner Gewohnheit entsprach. Die beiden Jünglinge tragen die Gesichtszüge seines Sohns Victor, der ihm neben zahlreichen anderen Arbeiten auch für Bacchino Modell gestanden war, welches in der Galerie für Moderne Kunst des Palazzo Pitti in Florenz aufbewahrt wird.

Experte: Gautier Gendebien Gautier Gendebien
+39-334-777 1603

Gautier.Gendebien@dorotheum.it

25.04.2018 - 17:00

Erzielter Preis: **
EUR 18.750,-
Schätzwert:
EUR 15.000,- bis EUR 20.000,-

Plinio Nomellini


(Livorno 1866–1943 Florenz)
Tagträume, signiert Nomellini, Mischtechnik auf Leinwand, 69 x 133,5 cm, gerahmt, (GG)

Provenienz:
Privatsammlung Italien.

Wir danken Dr. Eleonora Barbara Nomellini für die Bestätigung der Echtheit an Hand des Originals.

107 Jahre nach ihrer erstmaligen öffentlichen Ausstellung kommen zwei Tafelbilder von Plinio Nomellini (Livorno 1866 – Florenz 1943) neuerlich zur öffentlichen Ansicht: Perduto nella meditazione und Sogno a occhi aperti (In der Meditation versunken und tagträumend).
Carlo Spicciani, ein Künstler und Möbelschreiner aus Lucca (Pescia 1879–Lucca 1943), zählte zu den meistgefragten Meisterebenisten, die zu Beginn des 20. Jahrhunderts spezielles Mobiliar herstellten, welches bei der neuen Bourgeoisie besonders gefragt war. Diese Art Nouveau- oder Art Deco-Designs wurden durch Tafelgemälde, Keramiken und Glaseinsätze ergänzt, die eigens von wichtigen Künstlern angefertigt wurden, wie beispielsweise die Keramikdetails von Galileo Chini. Die hier gezeigten Tafelbilder stammen von Plinio Nomellini, ebenso wie einige andere, die sich dem Thema Meer widmen, wie Marina con gabbiani, Vele al tramonto (Hafen mit Seemöwen, Segelboote bei Sonnenuntergang) und die romantischen L’alba, La notte (Morgengrauen, Nacht), welche er speziell für den Speisesaal von Carlo Spicciani angefertigt hatte, den dieser auf der Weltausstellung 1911 in Turin zeigte. (Die Tafelbilder gelangten erst 1970 in Florenz wieder zur öffentlichen Schau, als die San Marco s.a.s. Möbel aus der Villa Giramonte zum Verkauf stellte; ihre Titel waren Giovinetto con ghirlanda di fiori su fondo di paesaggio und Busto di giovinetto in un campo di papaveri (Jüngling mit Blumengirlande vor einer Landschaft und Büste eines Jünglings in einem Mohnblumenfeld).

1911 jährte sich das 50. Jubiläum der Einigung Italiens und wurde mit großen internationalen Ausstellungen zelebriert. Wie es damals üblich war, wurden viele Pavillons in unterschiedlichsten, einfallsreichen architektonischen Stilen errichtet, sowohl als temporäre, als auch als Dauerinstallationen. Die Ausstellungen in der Valle Giulia, auf der Piazza delle Armi und an vielen anderen Orten der Stadt sorgten in Rom für Begeisterung; in Turin wurde die Messe im Parco del Valentino abgehalten. In Florenz wurde das Jubiläum im Palazzo Vecchio im Rahmen der Mostra del ritratto italiano (Ausstellung der italienischen Porträtmalerei) gefeiert.

Im selben Jahr schuf Plinio Nomellini zahlreiche Tafelbilder, die historische Thematiken aufgriffen oder Bezug auf Giuseppe Garibaldi nahmen, für den Pavillon von Livorno als Teil der Regionalen und Ethnographischen Ausstellung in Rom, und zeigte Arbeiten in der Valle Giulia, ebenso wie in Turin Dekorationen, die er für Spicciani angefertigt hatte.

Die Zusammenarbeit zwischen Nomellini und Spicciani hielt an. 1913 stellte Plinio Nomellini zwei seiner Gemälde, Lavori al porto und Ritorno dal lavoro (Arbeit am Hafen und Heimkehr von der Arbeit), Carlo Spicciani für das Villino Calderai in Rom zur Verfügung. Spicciani lieferte im Gegenzug die Möbel und Dekorationen für Nomellinis Einzelausstellung im Rahmen der ersten Ausstellung der Römischen Sezession 1913.

Von den Briefen Spiccianis an Nomellini, die nähere Angaben zu den Vorschlägen des Meisterebenisten bzgl. der Thematiken der Tafelbilder geben, welche er in seine Möbel einfassen würde, sind keine erhalten. Der Künstler ließ bei der Gestaltung der Gemälde seiner Fantasie gewiss freien Lauf, wie es seiner Gewohnheit entsprach. Die beiden Jünglinge tragen die Gesichtszüge seines Sohns Victor, der ihm neben zahlreichen anderen Arbeiten auch für Bacchino Modell gestanden war, welches in der Galerie für Moderne Kunst des Palazzo Pitti in Florenz aufbewahrt wird.

Experte: Gautier Gendebien Gautier Gendebien
+39-334-777 1603

Gautier.Gendebien@dorotheum.it


Käufer Hotline Mo.-Fr.: 09.00 - 18.00
kundendienst@dorotheum.at

+43 1 515 60 200
Auktion: Gemälde des 19. Jahrhunderts
Datum: 25.04.2018 - 17:00
Auktionsort: Wien | Palais Dorotheum
Besichtigung: 14.04. - 25.04.2018


** Kaufpreis inkl. Käufergebühr und Mehrwertsteuer

Es können keine Kaufaufträge über Internet mehr abgegeben werden. Die Auktion befindet sich in Vorbereitung bzw. wurde bereits durchgeführt.