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Lot Nr. 126


Giovanni Francesco Barbieri gen. il Guercino


Giovanni Francesco Barbieri gen. il Guercino - Meisterzeichnungen und Druckgraphik bis 1900, Aquarelle, Miniaturen

(Cento 1591-1666 Bologna)
Königin Artemisia wird die Asche ihres Mannes König Mausolus überreicht, um 1642, rote Kreide auf Bütten, 24 x 36,5 cm, Passep., gerahmt, (Sch)

Provenienz:
Privatsammlung, Italien.

Literatur:
Vgl. Nicholas Turner, The Paintings of Guercino. A Revised and Expanded Catalogue Raisonné, Rom 2017, Kat. 282, S. 572; Denis Mahon, Nicholas Turner, The Drawings of Guercino in the Collection of Her Majesty the Queen at Windsor Castle, Cambridge 1989, Nr. 728; Miriam Di Penta, "Guercino's Endymion, Hercules and Artemisia for Alessandro Argoli", in: Journal of the Warburg and Courtauld Institutes, LXVII (2004), S. 233-54, Fig. 10,11; C. C. Malvasia, Felsina pittrice: Vite de' pittori bolognesi, Bd. II, S. 373.

Die Zuschreibung an Giovanni Francesco Barbieri gen. il Guercino wurde von Dr. Nicholas Turner nach einer Begutachtung des Originals bestätigt.

Bei der vorliegenden Zeichnung handelt es sich um eine Vorstudie zu dem Gemälde "Königin Artemisia wird die Asche ihres Mannes König Mausolus überreicht", welches 1642 bei Malvasia erwähnt wird (Malvasia 1678, II, S. 373). Das Gemälde befindet sich heute in der Schoeppler Collection, London.
Die Komposition dürfte im Auftrag von Alessandro Argoli als Pendant zu einem Gemälde mit "Herkules" vermutlich als Geschenk für Taddeo Barberini entstanden sein. Der Legende nach soll Königin Artemisia nach dem Tod ihres Mannes über zwei Jahre lang täglich einen Teil seiner Asche gemischt mit einem Getränk zu sich genommen haben und galt damit als ikonenhaftes Vorbild für das tugendhafte Verhalten einer Witwe. Das Thema des Gemäldes könnte als Hinweis auf die ehelichen Tugenden von Anna Colonna Barberini (1601-58) verstanden werden und dürfte parallel zum "Herkules" als Anspielung auf die Tapferkeit und die militärischen Heldentaten ihres Ehemannes Taddeo entstanden sein.
Ein früherer Entwurf zu der Komposition ist heute nur durch zwei Umdrucke in der Sammlung von Windsor Castle (Turner 2017, Kat. 282; Mahon und Turner 1989, Nr. 728; RCIN 903183), sowie einen Kupferstich von Stefano Mulinari von 1797 (vgl. Di Penta 2004, Fig. 10, 11) überliefert.

Die Komposition ist in dem früheren Entwurf noch als Hochformat angelegt, Artemisia trägt wie auch in der vorliegenden Zeichnung eine Krone, sie umarmt die Urne ihres Mannes mit ihrem linken Arm während sie in der rechten Hand aus einem Kelch die aufgelöste Asche trinkt. Ein ähnlicher Kelch wird Artemisia auch der vorliegenden Zeichnung überreicht.

Laut Dr. Nicholas Turner stellt der vorliegende Entwurf eine Weiterentwicklung zu der früheren Zeichnung dar. Die Hinzufügung einer weiteren Figur sowie die Ausdehnung auf ein größeres Querformat wurden jedoch vermutlich aus Kostengründen vom Auftraggeber zurückgewiesen. In einer späteren Zeichnung zu dem Gemälde, die sich ebenfalls in Windsor Castle befindet, beschränkt sich die Komposition auf die Darstellung von Artemisia, sie ist als Halbfigur in einem Hochformat dargestellt und hält mit beiden Händen die Schale mit der Asche ihres Mannes, ihre Krone liegt auf dem Tisch neben ihr am rechten Bildrand.

Wir danken Dr. Nicholas Turner für die wissenschaftliche Unterstützung in der Katalogisierung der vorliegenden Zeichnung.

Expertin: Mag. Astrid-Christina Schierz Mag. Astrid-Christina Schierz
+43-1-515 60-546

astrid.schierz@dorotheum.at

27.03.2018 - 17:00

Schätzwert:
EUR 20.000,- bis EUR 30.000,-
Rufpreis:
EUR 0,-

Giovanni Francesco Barbieri gen. il Guercino


(Cento 1591-1666 Bologna)
Königin Artemisia wird die Asche ihres Mannes König Mausolus überreicht, um 1642, rote Kreide auf Bütten, 24 x 36,5 cm, Passep., gerahmt, (Sch)

Provenienz:
Privatsammlung, Italien.

Literatur:
Vgl. Nicholas Turner, The Paintings of Guercino. A Revised and Expanded Catalogue Raisonné, Rom 2017, Kat. 282, S. 572; Denis Mahon, Nicholas Turner, The Drawings of Guercino in the Collection of Her Majesty the Queen at Windsor Castle, Cambridge 1989, Nr. 728; Miriam Di Penta, "Guercino's Endymion, Hercules and Artemisia for Alessandro Argoli", in: Journal of the Warburg and Courtauld Institutes, LXVII (2004), S. 233-54, Fig. 10,11; C. C. Malvasia, Felsina pittrice: Vite de' pittori bolognesi, Bd. II, S. 373.

Die Zuschreibung an Giovanni Francesco Barbieri gen. il Guercino wurde von Dr. Nicholas Turner nach einer Begutachtung des Originals bestätigt.

Bei der vorliegenden Zeichnung handelt es sich um eine Vorstudie zu dem Gemälde "Königin Artemisia wird die Asche ihres Mannes König Mausolus überreicht", welches 1642 bei Malvasia erwähnt wird (Malvasia 1678, II, S. 373). Das Gemälde befindet sich heute in der Schoeppler Collection, London.
Die Komposition dürfte im Auftrag von Alessandro Argoli als Pendant zu einem Gemälde mit "Herkules" vermutlich als Geschenk für Taddeo Barberini entstanden sein. Der Legende nach soll Königin Artemisia nach dem Tod ihres Mannes über zwei Jahre lang täglich einen Teil seiner Asche gemischt mit einem Getränk zu sich genommen haben und galt damit als ikonenhaftes Vorbild für das tugendhafte Verhalten einer Witwe. Das Thema des Gemäldes könnte als Hinweis auf die ehelichen Tugenden von Anna Colonna Barberini (1601-58) verstanden werden und dürfte parallel zum "Herkules" als Anspielung auf die Tapferkeit und die militärischen Heldentaten ihres Ehemannes Taddeo entstanden sein.
Ein früherer Entwurf zu der Komposition ist heute nur durch zwei Umdrucke in der Sammlung von Windsor Castle (Turner 2017, Kat. 282; Mahon und Turner 1989, Nr. 728; RCIN 903183), sowie einen Kupferstich von Stefano Mulinari von 1797 (vgl. Di Penta 2004, Fig. 10, 11) überliefert.

Die Komposition ist in dem früheren Entwurf noch als Hochformat angelegt, Artemisia trägt wie auch in der vorliegenden Zeichnung eine Krone, sie umarmt die Urne ihres Mannes mit ihrem linken Arm während sie in der rechten Hand aus einem Kelch die aufgelöste Asche trinkt. Ein ähnlicher Kelch wird Artemisia auch der vorliegenden Zeichnung überreicht.

Laut Dr. Nicholas Turner stellt der vorliegende Entwurf eine Weiterentwicklung zu der früheren Zeichnung dar. Die Hinzufügung einer weiteren Figur sowie die Ausdehnung auf ein größeres Querformat wurden jedoch vermutlich aus Kostengründen vom Auftraggeber zurückgewiesen. In einer späteren Zeichnung zu dem Gemälde, die sich ebenfalls in Windsor Castle befindet, beschränkt sich die Komposition auf die Darstellung von Artemisia, sie ist als Halbfigur in einem Hochformat dargestellt und hält mit beiden Händen die Schale mit der Asche ihres Mannes, ihre Krone liegt auf dem Tisch neben ihr am rechten Bildrand.

Wir danken Dr. Nicholas Turner für die wissenschaftliche Unterstützung in der Katalogisierung der vorliegenden Zeichnung.

Expertin: Mag. Astrid-Christina Schierz Mag. Astrid-Christina Schierz
+43-1-515 60-546

astrid.schierz@dorotheum.at


Käufer Hotline Mo.-Fr.: 09.00 - 18.00
kundendienst@dorotheum.at

+43 1 515 60 200
Auktion: Meisterzeichnungen und Druckgraphik bis 1900, Aquarelle, Miniaturen
Datum: 27.03.2018 - 17:00
Auktionsort: Wien | Palais Dorotheum
Besichtigung: 17.03. - 27.03.2018