Lot Nr. 1332


Paul Klee


Paul Klee - Klassische Moderne

(Münchenbuchsee bei Bern 1879–1940 Muralto) “Villen”, signiert Klee, betitelt, datiert und nummeriert auf dem Unterlagekarton 1912–68, Aquarell, Tusche auf Japanpapier, vom Künstler auf Karton aufgezogen, 14,2 x 25,8 cm, gerahmt, (PS)

Fotoexpertise:
Dr. Michael Baumgartner, Dr. Christine Hopfengart, Zentrum Paul Klee, Bern, 28.10.2011

Literatur:
Paul Klee, catalogue raisonné, Bd. 1, 1883–1912, Bern 1958, S. 436, Nr. 779 (o. Abb.) Paul-Klee Stiftung, Kunstmuseum Bern (Hrsg.)

Paul Klee lernte 1911 die Künstler des “Blauer Reiter” in München kennen und rezensierte ihre erste Ausstellung in der Galerie Thannhauser. Durch die enge Freundschaft zu diesen Malern nahm Klee an der zweiten und letzten Ausstellung des “Blauer Reiter” in der Kunsthandlung Goltz mit 17 Werken teil und gehörte von da an zur deutschen Avantgarde. Die Verkäufe seiner Bilder hält er ab 1911 in dem eigens von ihm angelegten Werkverzeichnis fest. “Villen” verkaufte er im Februar 1920 an Goltz. (s. WVZ 779)
Paul Klee ist ein überzeugter Verfechter der “primitiven” Kunst. Nach seinen Worten bieten uns die hilflosesten Kinder die lehrreichste Kunst. Für ihn sind es die Uranfänge der Kunst, da sie spontan aus intuitivem Antrieb und nicht nach der Beobachtung gezeichnet werden. (Die Alpen, 6, 1912, S. 302) Bei “Villen” hat Paul Klee sich rein auf die Form konzentriert, die er zunächst durch die Linie und später durch die farbgefüllte Fläche gestaltet und begrenzt. Die Farbe wird hier noch nicht gezielt eingesetzt, sondern Klee scheint noch auf dem “Farbklavier der nebeneinanderstehenden Aquarellnäpfe frei zu phantasieren”. (Paul Klee, Tagebuch März 1910) Die Farben differieren in ihren Helligkeitswerten und Paul Klee experimentiert bei diesem Werk mit der “Tonalität” indem er einzelne Farbtöne übereinandersetzt. Dieses Aquarell verdeutlicht besonders augenscheinlich den noch suchenden Künstler, der erst 1914 in sein Tagebuch notierte: “Die Farbe hat mich, (...) ich und die Farbe sind eins. Ich bin Maler”. (Paul Klee Tagebuch, 16. April 1914)

Fotoexpertise: Dr. Michael Baumgartner, Dr. Christine Hopfengart, Zentrum Paul Klee, Bern, 28.10.2011 Literatur: Paul Klee, catalogue raisonné, Bd. 1, 1883–1912, Bern 1958, S. 436, Nr. 779 (o. Abb.) Paul-Klee Stiftung, Kunstmuseum Bern (Hrsg.) Paul Kle

Expertin: Dr. Petra Maria Schäpers Dr. Petra Maria Schäpers
+49-211-210 77 47

petra.schaepers@dorotheum.de

15.05.2013 - 19:00

Schätzwert:
EUR 55.000,- bis EUR 70.000,-

Paul Klee


(Münchenbuchsee bei Bern 1879–1940 Muralto) “Villen”, signiert Klee, betitelt, datiert und nummeriert auf dem Unterlagekarton 1912–68, Aquarell, Tusche auf Japanpapier, vom Künstler auf Karton aufgezogen, 14,2 x 25,8 cm, gerahmt, (PS)

Fotoexpertise:
Dr. Michael Baumgartner, Dr. Christine Hopfengart, Zentrum Paul Klee, Bern, 28.10.2011

Literatur:
Paul Klee, catalogue raisonné, Bd. 1, 1883–1912, Bern 1958, S. 436, Nr. 779 (o. Abb.) Paul-Klee Stiftung, Kunstmuseum Bern (Hrsg.)

Paul Klee lernte 1911 die Künstler des “Blauer Reiter” in München kennen und rezensierte ihre erste Ausstellung in der Galerie Thannhauser. Durch die enge Freundschaft zu diesen Malern nahm Klee an der zweiten und letzten Ausstellung des “Blauer Reiter” in der Kunsthandlung Goltz mit 17 Werken teil und gehörte von da an zur deutschen Avantgarde. Die Verkäufe seiner Bilder hält er ab 1911 in dem eigens von ihm angelegten Werkverzeichnis fest. “Villen” verkaufte er im Februar 1920 an Goltz. (s. WVZ 779)
Paul Klee ist ein überzeugter Verfechter der “primitiven” Kunst. Nach seinen Worten bieten uns die hilflosesten Kinder die lehrreichste Kunst. Für ihn sind es die Uranfänge der Kunst, da sie spontan aus intuitivem Antrieb und nicht nach der Beobachtung gezeichnet werden. (Die Alpen, 6, 1912, S. 302) Bei “Villen” hat Paul Klee sich rein auf die Form konzentriert, die er zunächst durch die Linie und später durch die farbgefüllte Fläche gestaltet und begrenzt. Die Farbe wird hier noch nicht gezielt eingesetzt, sondern Klee scheint noch auf dem “Farbklavier der nebeneinanderstehenden Aquarellnäpfe frei zu phantasieren”. (Paul Klee, Tagebuch März 1910) Die Farben differieren in ihren Helligkeitswerten und Paul Klee experimentiert bei diesem Werk mit der “Tonalität” indem er einzelne Farbtöne übereinandersetzt. Dieses Aquarell verdeutlicht besonders augenscheinlich den noch suchenden Künstler, der erst 1914 in sein Tagebuch notierte: “Die Farbe hat mich, (...) ich und die Farbe sind eins. Ich bin Maler”. (Paul Klee Tagebuch, 16. April 1914)

Fotoexpertise: Dr. Michael Baumgartner, Dr. Christine Hopfengart, Zentrum Paul Klee, Bern, 28.10.2011 Literatur: Paul Klee, catalogue raisonné, Bd. 1, 1883–1912, Bern 1958, S. 436, Nr. 779 (o. Abb.) Paul-Klee Stiftung, Kunstmuseum Bern (Hrsg.) Paul Kle

Expertin: Dr. Petra Maria Schäpers Dr. Petra Maria Schäpers
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Käufer Hotline Mo.-Fr.: 09.00 - 18.00
kundendienst@dorotheum.at

+43 1 515 60 200
Auktion: Klassische Moderne
Datum: 15.05.2013 - 19:00

Auktionsort:

Wien | Palais Dorotheum

Besichtigung:

04.05. - 15.05.2013