Lot Nr. 638


Francesco Fontebasso


Francesco Fontebasso - Alte Meister

(Venedig 1707–1769)
Der heilige Joseph,
Öl auf Leinwand, 46,7 x 38,5 cm, gerahmt

Im Rahmen der Sammlung Wedells (mit Übergabestempeln sowohl auf dem Rahmen wie auf dem Keilrahmen).

Provenienz:
Sammlung Siegfried Wedells (1848–1919), Hamburg;
im Erbgang an die Freie und Hansestadt Hamburg (1919);
Stiftung Haus Wedells, Hamburg (1922);
Kunsthalle, Hamburg;
Auktion Sotheby’s, London, 8. Juli 1959, Lot 62 (als G. B. Piazzetta);
Englische Privatsammlung

Literatur:
Dirksen, Die Sammlung Wedells in Hamburg, in: Kunstchronik und Kunstmarkt, XXXIII, 1922 (zur Sammlung);
Rohde, Die Galerie Wedells in Hamburg, in: Der Cicerone, XIV, no. 12, 1922 (zur Sammlung);
R. van Marle, La Collezione del Haus Wedells di Amburgo, in: Dedalo, XIII, 1933, S. 256, Abb. S. 255 (als G. B. Piazzetta);
E. Martini, La Pittura Veneziana del Settecento, Venedig, 1964 (als F. Fontebasso);
R. Pallucchini, A. Mariuz, L’Opera Completa di Piazzetta, Mailand, 1982; Kat. Nr. A4 (als F. Fontebasso);
M. Magrini, Francesco Fontebasso, Vicenza 1988, Kat. Nr. 1. (als F. Fontebasso)

Ausgestellt:
wohl in der Ausstellung: Die Sammlung Wedells, Kunsthalle, Hamburg, 1935

Wir danken Herrn Prof. Bernard Aikema, der das vorliegende Gemälde anhand einer Fotografie als eigenhändiges Werk Fontebassos bestätigte. Ebenso danken wir Frau Prof. Marina Magrini, die die Eigenhändigkeit des von ihr 1988 publizierten Gemäldes bestätigte. Wir danken auch Frau Dr. Ute Haug von der Kunsthalle, Hamburg, für ihre Informationen zur Provenienz. Bevor das Gemälde 1964 von E. Martini, 1982 von A. Mariuz und 1988 von M. Magrini als Werk Fontebassos publiziert wurde, wurde es Giovanni Battista Piazzetta zugeschrieben. Francesco Fontebasso, talentiertester Schüler Sebastiano Riccis, gilt als einer der letzten Exponenten des monumentalen venezianischen Stils des 18. Jahr-hunderts. Nach einem kurzen Aufenthalt in Rom kehrte Fontebasso 1728 über Bologna in seine Heimatstadt zurück. Der Einfluß der Bologneser Schule ist in seinen frühesten eigenständigen Werken, wie der 1732 entstandenen “Anbetung der Hirten” in der Kirche S. Martino in Burano erkennbar. Um 1730 war er in Udine, wo er die Fresken Tiepolos im Dom und im Patriarchenpalast studierte. In Venedig trat er in persönlichen Kontakt mit Tiepolo. Dennoch blieb der Einfluß Riccis bestimmend. 1731 stach Fontebasso den von Ricci für S. Alessandro della Croce in Bergamo geschaffenen Gregoriusaltar nach. Später übernahm Fontebasso die Lichtführung und Palette Tiepolos, was auch bei dem hier vorliegenden von Magrini auf die Zeit um 1740 datierten Gemälde sichtbar wird. 1761 reiste der Maler auf Einladung der Zarin Katharina II. nach St. Petersburg, wo er zwei Jahre blieb. Für die kaiserlichen Paläste schuf er zahlreiche Dekorationen, malte aber auch Porträts und Genrebilder. Trotz seiner ehrenvollen Berufung als Professor an der kaiserlichen Akademie der Künste zog er es vor, nach Venedig zurückzukehren, wo er 1768 zum Präsidenten der Akademie ernannt wurde. Das hier vorliegende Gemälde Fontebassos stammt aus der illustren Sammlung des Hamburger Kaufmanns Siegfried Wedells und gelangte nach seinem Tod mit vielen anderen bedeutenden Gemälden in den Besitz der Stadt Hamburg. Nach der 1936 aus finanziellen Gründen erfolgten Auflösung der Stiftung Haus Wedells wurden die Gemälde in die Hamburger Kunsthalle transferiert und einige von ihnen im Lauf der Jahre verkauft.
Ein kürzlich auf dem Kunstmarkt aufgetauchtes Gemälde Bernardo Daddis, das ebenfalls in den Fünfzigerjahren von der Stadt Hamburg verkauft wurde, vermittelt einen Eindruck von der hohen Qualität der italienischen Gemälde in der Sammlung Wedells.

Experte: Dr. Alexander Strasoldo Dr. Alexander Strasoldo
+43-1-515 60-556

alexander.strasoldo@dorotheum.at

17.04.2013 - 18:00

Schätzwert:
EUR 30.000,- bis EUR 35.000,-

Francesco Fontebasso


(Venedig 1707–1769)
Der heilige Joseph,
Öl auf Leinwand, 46,7 x 38,5 cm, gerahmt

Im Rahmen der Sammlung Wedells (mit Übergabestempeln sowohl auf dem Rahmen wie auf dem Keilrahmen).

Provenienz:
Sammlung Siegfried Wedells (1848–1919), Hamburg;
im Erbgang an die Freie und Hansestadt Hamburg (1919);
Stiftung Haus Wedells, Hamburg (1922);
Kunsthalle, Hamburg;
Auktion Sotheby’s, London, 8. Juli 1959, Lot 62 (als G. B. Piazzetta);
Englische Privatsammlung

Literatur:
Dirksen, Die Sammlung Wedells in Hamburg, in: Kunstchronik und Kunstmarkt, XXXIII, 1922 (zur Sammlung);
Rohde, Die Galerie Wedells in Hamburg, in: Der Cicerone, XIV, no. 12, 1922 (zur Sammlung);
R. van Marle, La Collezione del Haus Wedells di Amburgo, in: Dedalo, XIII, 1933, S. 256, Abb. S. 255 (als G. B. Piazzetta);
E. Martini, La Pittura Veneziana del Settecento, Venedig, 1964 (als F. Fontebasso);
R. Pallucchini, A. Mariuz, L’Opera Completa di Piazzetta, Mailand, 1982; Kat. Nr. A4 (als F. Fontebasso);
M. Magrini, Francesco Fontebasso, Vicenza 1988, Kat. Nr. 1. (als F. Fontebasso)

Ausgestellt:
wohl in der Ausstellung: Die Sammlung Wedells, Kunsthalle, Hamburg, 1935

Wir danken Herrn Prof. Bernard Aikema, der das vorliegende Gemälde anhand einer Fotografie als eigenhändiges Werk Fontebassos bestätigte. Ebenso danken wir Frau Prof. Marina Magrini, die die Eigenhändigkeit des von ihr 1988 publizierten Gemäldes bestätigte. Wir danken auch Frau Dr. Ute Haug von der Kunsthalle, Hamburg, für ihre Informationen zur Provenienz. Bevor das Gemälde 1964 von E. Martini, 1982 von A. Mariuz und 1988 von M. Magrini als Werk Fontebassos publiziert wurde, wurde es Giovanni Battista Piazzetta zugeschrieben. Francesco Fontebasso, talentiertester Schüler Sebastiano Riccis, gilt als einer der letzten Exponenten des monumentalen venezianischen Stils des 18. Jahr-hunderts. Nach einem kurzen Aufenthalt in Rom kehrte Fontebasso 1728 über Bologna in seine Heimatstadt zurück. Der Einfluß der Bologneser Schule ist in seinen frühesten eigenständigen Werken, wie der 1732 entstandenen “Anbetung der Hirten” in der Kirche S. Martino in Burano erkennbar. Um 1730 war er in Udine, wo er die Fresken Tiepolos im Dom und im Patriarchenpalast studierte. In Venedig trat er in persönlichen Kontakt mit Tiepolo. Dennoch blieb der Einfluß Riccis bestimmend. 1731 stach Fontebasso den von Ricci für S. Alessandro della Croce in Bergamo geschaffenen Gregoriusaltar nach. Später übernahm Fontebasso die Lichtführung und Palette Tiepolos, was auch bei dem hier vorliegenden von Magrini auf die Zeit um 1740 datierten Gemälde sichtbar wird. 1761 reiste der Maler auf Einladung der Zarin Katharina II. nach St. Petersburg, wo er zwei Jahre blieb. Für die kaiserlichen Paläste schuf er zahlreiche Dekorationen, malte aber auch Porträts und Genrebilder. Trotz seiner ehrenvollen Berufung als Professor an der kaiserlichen Akademie der Künste zog er es vor, nach Venedig zurückzukehren, wo er 1768 zum Präsidenten der Akademie ernannt wurde. Das hier vorliegende Gemälde Fontebassos stammt aus der illustren Sammlung des Hamburger Kaufmanns Siegfried Wedells und gelangte nach seinem Tod mit vielen anderen bedeutenden Gemälden in den Besitz der Stadt Hamburg. Nach der 1936 aus finanziellen Gründen erfolgten Auflösung der Stiftung Haus Wedells wurden die Gemälde in die Hamburger Kunsthalle transferiert und einige von ihnen im Lauf der Jahre verkauft.
Ein kürzlich auf dem Kunstmarkt aufgetauchtes Gemälde Bernardo Daddis, das ebenfalls in den Fünfzigerjahren von der Stadt Hamburg verkauft wurde, vermittelt einen Eindruck von der hohen Qualität der italienischen Gemälde in der Sammlung Wedells.

Experte: Dr. Alexander Strasoldo Dr. Alexander Strasoldo
+43-1-515 60-556

alexander.strasoldo@dorotheum.at


Käufer Hotline Mo.-Fr.: 09.00 - 18.00
old.masters@dorotheum.at

+43 1 515 60 403
Auktion: Alte Meister
Datum: 17.04.2013 - 18:00
Auktionsort: Wien | Palais Dorotheum
Besichtigung: 06.04. - 17.04.2013