Lot Nr. 632


Jan Brueghel d. J.


Jan Brueghel d. J. - Alte Meister

(Antwerpen 1601–1678)
Belebte Dorflandschaft mit Bäumen,
Öl auf Holz, 40 x 52,3 cm, gerahmt

Provenienz:
aus süddeutschem Adelsbesitz Wir danken Herrn Dr. Klaus Ertz, der das hier vorliegende und bisher unpublizierte Gemälde als authentisches Werk Jan Brueghels d. J. identifizierte. Ein ausführliches Gutachten liegt bei (15. Februar 2013).

Dr. Ertz schreibt: “Der Erhaltungszustand dieses Gemäldes ist als sehr gut zu bezeichnen. Die Farben des Bildes, an keiner Stelle dünn oder verrieben, sind dick und pastos aufgetragen und machen einen juwelenhaften, leuchtenden Eindruck. Die übereinander liegenden, durchscheinenden Lasuren sind in sehr gutem Zustand vorzufinden ebenso wie die in einem letzten Arbeitsgang aufgetragenen Weißhöhungen [...]”. Als Vorbild für diese Dorflandschaft zieht Ertz einen “Dorfeingang mit Windmühle” (Privatsammlung, datiert 1603) Jan Brueghels d. Ä. heran. In diesem Bild sieht er die früheste “moderne” Dorflandschaft. Ertz weiter: “Der Betrachter blickt nicht mehr wie z. B. bei Pieter Bruegel d. Ä. auf das weit unten liegende Geschehen herab, er hat sich - bildlich gesprochen - in den Bildraum hinab begeben. Doch immer noch hält Jan Brueghel d. J. in dieser belebten Dorflandschaft die Distanz zwischen dem Betrachter und der dargestellten Landschaft aufrecht, in dem er diesen von leicht erhobenem Standpunkt schauen lässt. In dieser Komposition vereinigen sich viele Entwicklungen und Typen: Sie ist sowohl Dorflandschaft als auch Genreszene und Flachlandschaft, hat von allem ein wenig und ist meiner Meinung nach eine der gelungensten Kompositionen, die nach dem Vorbild des Vaters, Jan Brueghels d. Ä., geschaffen worden ist [...] Heute kann als gesichert gelten, dass Jan d. J. das Werk des Vaters am intensivsten und sicherlich auch auf dem höchsten Niveau fortgeführt hat, was das zu begutachtende Gemälde in aller Deutlichkeit zeigt. [...] Die Pinselschrift ist noch feinteilig und detailgenau; mit der im Atelier des Vaters erworbenen technischen Brillanz spürt der Künstler jeder einzelnen Form nach - ein Gemälde von hoher technischer Qualität [...]”. Um das hier vorliegende Gemälde in das Gesamtwerk Jan Brueghels d. J. einzubinden, vergleicht Ertz es mit folgenden Bildern: 1. “Tanz auf der Dorfstraße” (Belgische Privatsammlung, 1625); 2. “Dorfstraße mit Kanal” (Staatsgalerie im Schloss Johannisburg, Aschaffenburg, 1630er Jahre); 3. “Vor der Dorfschänke” (Gemäldegalerie Dresden, datiert 16(4)1). Ertz: “Das zu begutachtende Gemälde ist von seiner zeitlichen Entwicklung her nach meiner Einschätzung in der selben Zeit wie die Vergleichsbilder entstanden. Stilistische Merkmale dieser Schaffenszeit sind u. a. die an der Malweise des Vaters geschulte Pinselführung; die liebevolle und genaue Ausführung der einzelnen Details; die malerische Perfektion, die in seiner Ausführung an den Vater erinnert und die Übernahme und Weiterentwicklung der väterlichen Komposition. Das alles deutet auf eine Entstehung in den 30er Jahren des 17. Jahrhunderts hin [...]”. Das vorliegende Gemälde ist eine wichtige und überaus qualitätvolle Ergänzung zum vielschichtigen Oeuvre Jan Brueghels d. J.

Experte: Dr. Alexander Strasoldo Dr. Alexander Strasoldo
+43-1-515 60-556

alexander.strasoldo@dorotheum.at

17.04.2013 - 18:00

Erzielter Preis: **
EUR 317.500,-
Schätzwert:
EUR 120.000,- bis EUR 160.000,-

Jan Brueghel d. J.


(Antwerpen 1601–1678)
Belebte Dorflandschaft mit Bäumen,
Öl auf Holz, 40 x 52,3 cm, gerahmt

Provenienz:
aus süddeutschem Adelsbesitz Wir danken Herrn Dr. Klaus Ertz, der das hier vorliegende und bisher unpublizierte Gemälde als authentisches Werk Jan Brueghels d. J. identifizierte. Ein ausführliches Gutachten liegt bei (15. Februar 2013).

Dr. Ertz schreibt: “Der Erhaltungszustand dieses Gemäldes ist als sehr gut zu bezeichnen. Die Farben des Bildes, an keiner Stelle dünn oder verrieben, sind dick und pastos aufgetragen und machen einen juwelenhaften, leuchtenden Eindruck. Die übereinander liegenden, durchscheinenden Lasuren sind in sehr gutem Zustand vorzufinden ebenso wie die in einem letzten Arbeitsgang aufgetragenen Weißhöhungen [...]”. Als Vorbild für diese Dorflandschaft zieht Ertz einen “Dorfeingang mit Windmühle” (Privatsammlung, datiert 1603) Jan Brueghels d. Ä. heran. In diesem Bild sieht er die früheste “moderne” Dorflandschaft. Ertz weiter: “Der Betrachter blickt nicht mehr wie z. B. bei Pieter Bruegel d. Ä. auf das weit unten liegende Geschehen herab, er hat sich - bildlich gesprochen - in den Bildraum hinab begeben. Doch immer noch hält Jan Brueghel d. J. in dieser belebten Dorflandschaft die Distanz zwischen dem Betrachter und der dargestellten Landschaft aufrecht, in dem er diesen von leicht erhobenem Standpunkt schauen lässt. In dieser Komposition vereinigen sich viele Entwicklungen und Typen: Sie ist sowohl Dorflandschaft als auch Genreszene und Flachlandschaft, hat von allem ein wenig und ist meiner Meinung nach eine der gelungensten Kompositionen, die nach dem Vorbild des Vaters, Jan Brueghels d. Ä., geschaffen worden ist [...] Heute kann als gesichert gelten, dass Jan d. J. das Werk des Vaters am intensivsten und sicherlich auch auf dem höchsten Niveau fortgeführt hat, was das zu begutachtende Gemälde in aller Deutlichkeit zeigt. [...] Die Pinselschrift ist noch feinteilig und detailgenau; mit der im Atelier des Vaters erworbenen technischen Brillanz spürt der Künstler jeder einzelnen Form nach - ein Gemälde von hoher technischer Qualität [...]”. Um das hier vorliegende Gemälde in das Gesamtwerk Jan Brueghels d. J. einzubinden, vergleicht Ertz es mit folgenden Bildern: 1. “Tanz auf der Dorfstraße” (Belgische Privatsammlung, 1625); 2. “Dorfstraße mit Kanal” (Staatsgalerie im Schloss Johannisburg, Aschaffenburg, 1630er Jahre); 3. “Vor der Dorfschänke” (Gemäldegalerie Dresden, datiert 16(4)1). Ertz: “Das zu begutachtende Gemälde ist von seiner zeitlichen Entwicklung her nach meiner Einschätzung in der selben Zeit wie die Vergleichsbilder entstanden. Stilistische Merkmale dieser Schaffenszeit sind u. a. die an der Malweise des Vaters geschulte Pinselführung; die liebevolle und genaue Ausführung der einzelnen Details; die malerische Perfektion, die in seiner Ausführung an den Vater erinnert und die Übernahme und Weiterentwicklung der väterlichen Komposition. Das alles deutet auf eine Entstehung in den 30er Jahren des 17. Jahrhunderts hin [...]”. Das vorliegende Gemälde ist eine wichtige und überaus qualitätvolle Ergänzung zum vielschichtigen Oeuvre Jan Brueghels d. J.

Experte: Dr. Alexander Strasoldo Dr. Alexander Strasoldo
+43-1-515 60-556

alexander.strasoldo@dorotheum.at


Käufer Hotline Mo.-Fr.: 09.00 - 18.00
old.masters@dorotheum.at

+43 1 515 60 403
Auktion: Alte Meister
Datum: 17.04.2013 - 18:00
Auktionsort: Wien | Palais Dorotheum
Besichtigung: 06.04. - 17.04.2013


** Kaufpreis inkl. Käufergebühr und Mehrwertsteuer

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