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Lot Nr. 32


Ferdinand Georg Waldmüller


Ferdinand Georg Waldmüller - Gemälde des 19. Jahrhunderts

(Wien 1793-1865) Bildnis eines jungen Herrn in blauem Rock, signiert und datiert Waldmüller 1823, Öl auf Leinwand, 71,5 x 58 cm , gerahmt, Krakelees (Rei)

Abgebildet und verzeichnet in: Agnes Husslein-Arco und Sabine Grabner (Hrsg.), Ausstellungskatalog Ferdinand Georg Waldmüller 1793-1865, Belvedere, Louvre, Christian Brandstätter Verlag, Wien 2009, Kat. Nr. 14, S.42. Das erst vor kurzem entdeckte Herrenporträt Waldmüllers wurde erstmals 2009 in der Ausstellung "Ferdinand Georg Waldmüller 1793-1865" im Belvedere in Wien gezeigt. Um 1823 entstanden, zählt es zu den frühesten Porträts Waldmüllers und ist somit ein besonders bemerkenswertes Werk. Der Dargestellte, ein bislang unbekannter junger Herr, befindet sich frontal vor einem neutralen olivgrünen Hintergrund. Durch diese Frontalität und die völlige Konzentration auf den Porträtierten, versteht Waldmüller es den momentanen psychischen Ausdruck einzufangen. Der intensive Blick verleiht eine Aura von Selbstbewusstsein. Ein leichtes Lächeln huscht über das Gesicht des Dargestellten und lässt ihn trotz der korrekten Kleidung mit hochgeschlossenem Kragen natürlich und sympathisch wirken. Das Licht und die Abstufungen der Töne lassen den jungen Mann plastisch hervortreten. Waldmüller beweist hier ein besonderes Gespürt für den stofflichen Erscheinungswert der Haut, des Haares, des steifen Kragens, sowie der samtigen Oberbekleidung. Das Fehlen jeglicher Attribute sowie Bezeichnungen erschwert allerdings eine Identifikation des Dargestellten. Waldmüller gilt jedoch v. a. seit den 20er Jahren des 19. Jahrhunderts als Chronist des Wiener Kunst-, Theater- und Musiklebens. Das typische Wiener Kleinformat, das offenbar wegen seines privaten Charakters von Waldmüllers Klientel bevorzugt wurde, wirkt egalisierend, weil die soziale Stellung nur in Kleidung und Attitüde erkennbar ist. (Ausstellungskatalog Belvedere 2009, S 71, 77) Waldmüller begann als Miniaturmaler, wobei er seine nahsichtige Auffassung und kleinteilige Genauigkeit lernte und perfektionierte. Das Malen von Porträts war Waldmüller sein ganzes Leben hindurch ein großes Bedürfnis, und es steht außer Zweifel, dass in diesem Bereich - neben der Landschaftsdarstellung - seine bedeutendsten Werke entstanden sind. Dabei war es die grundsätzliche Intention des Malers, das Modell so lebensecht wie möglich wiederzugeben und diesem in jedem Detail gerecht zu werden. (Sabine Grabner, Mehr als Biedermeier, Klassizismus, Romantik und Realismus in der Österr. Galerie Belvedere, Wien-München 2006, S 100). Grimschitz spricht vom "Motiv des ruhigen Sitzens", das in den Bildern von Waldmüller mit einer außerordentlichen Wandlungsfähigkeit, v. a. im psychischen Ausdruck vorgestellt wird. So zurückhaltend er das Mienenspiel malt, jede Übersteigerung ebenso vermeidend wie in der Wiedergabe der körperlichen Erscheinung, so lebendig und von aktiver Spannung sind seine Menschen erfüllt. Die Modelle treten mit natürlicher Unbefangenheit vor den Maler, der seine Subjektivität der Auffassung so sehr verleugnet, dass die dargestellten Menschen mit ihrer ganzen Eigenart und ihrer aktiven Selbständigkeit wirken. (Bruno Grimschitz, Ferdinand Georg Waldmüller, Salzburg 1957, S 39, 42). Provenienz: Wiener Privatbesitz

Expertin: Mag. Dimitra Reimüller Mag. Dimitra Reimüller
+43-1-515 60-355

19c.paintings@dorotheum.at

20.04.2010 - 18:00

Erzielter Preis: **
EUR 37.500,-
Schätzwert:
EUR 40.000,- bis EUR 60.000,-

Ferdinand Georg Waldmüller


(Wien 1793-1865) Bildnis eines jungen Herrn in blauem Rock, signiert und datiert Waldmüller 1823, Öl auf Leinwand, 71,5 x 58 cm , gerahmt, Krakelees (Rei)

Abgebildet und verzeichnet in: Agnes Husslein-Arco und Sabine Grabner (Hrsg.), Ausstellungskatalog Ferdinand Georg Waldmüller 1793-1865, Belvedere, Louvre, Christian Brandstätter Verlag, Wien 2009, Kat. Nr. 14, S.42. Das erst vor kurzem entdeckte Herrenporträt Waldmüllers wurde erstmals 2009 in der Ausstellung "Ferdinand Georg Waldmüller 1793-1865" im Belvedere in Wien gezeigt. Um 1823 entstanden, zählt es zu den frühesten Porträts Waldmüllers und ist somit ein besonders bemerkenswertes Werk. Der Dargestellte, ein bislang unbekannter junger Herr, befindet sich frontal vor einem neutralen olivgrünen Hintergrund. Durch diese Frontalität und die völlige Konzentration auf den Porträtierten, versteht Waldmüller es den momentanen psychischen Ausdruck einzufangen. Der intensive Blick verleiht eine Aura von Selbstbewusstsein. Ein leichtes Lächeln huscht über das Gesicht des Dargestellten und lässt ihn trotz der korrekten Kleidung mit hochgeschlossenem Kragen natürlich und sympathisch wirken. Das Licht und die Abstufungen der Töne lassen den jungen Mann plastisch hervortreten. Waldmüller beweist hier ein besonderes Gespürt für den stofflichen Erscheinungswert der Haut, des Haares, des steifen Kragens, sowie der samtigen Oberbekleidung. Das Fehlen jeglicher Attribute sowie Bezeichnungen erschwert allerdings eine Identifikation des Dargestellten. Waldmüller gilt jedoch v. a. seit den 20er Jahren des 19. Jahrhunderts als Chronist des Wiener Kunst-, Theater- und Musiklebens. Das typische Wiener Kleinformat, das offenbar wegen seines privaten Charakters von Waldmüllers Klientel bevorzugt wurde, wirkt egalisierend, weil die soziale Stellung nur in Kleidung und Attitüde erkennbar ist. (Ausstellungskatalog Belvedere 2009, S 71, 77) Waldmüller begann als Miniaturmaler, wobei er seine nahsichtige Auffassung und kleinteilige Genauigkeit lernte und perfektionierte. Das Malen von Porträts war Waldmüller sein ganzes Leben hindurch ein großes Bedürfnis, und es steht außer Zweifel, dass in diesem Bereich - neben der Landschaftsdarstellung - seine bedeutendsten Werke entstanden sind. Dabei war es die grundsätzliche Intention des Malers, das Modell so lebensecht wie möglich wiederzugeben und diesem in jedem Detail gerecht zu werden. (Sabine Grabner, Mehr als Biedermeier, Klassizismus, Romantik und Realismus in der Österr. Galerie Belvedere, Wien-München 2006, S 100). Grimschitz spricht vom "Motiv des ruhigen Sitzens", das in den Bildern von Waldmüller mit einer außerordentlichen Wandlungsfähigkeit, v. a. im psychischen Ausdruck vorgestellt wird. So zurückhaltend er das Mienenspiel malt, jede Übersteigerung ebenso vermeidend wie in der Wiedergabe der körperlichen Erscheinung, so lebendig und von aktiver Spannung sind seine Menschen erfüllt. Die Modelle treten mit natürlicher Unbefangenheit vor den Maler, der seine Subjektivität der Auffassung so sehr verleugnet, dass die dargestellten Menschen mit ihrer ganzen Eigenart und ihrer aktiven Selbständigkeit wirken. (Bruno Grimschitz, Ferdinand Georg Waldmüller, Salzburg 1957, S 39, 42). Provenienz: Wiener Privatbesitz

Expertin: Mag. Dimitra Reimüller Mag. Dimitra Reimüller
+43-1-515 60-355

19c.paintings@dorotheum.at


Käufer Hotline Mo.-Fr.: 09.00 - 18.00
kundendienst@dorotheum.at

+43 1 515 60 200
Auktion: Gemälde des 19. Jahrhunderts
Datum: 20.04.2010 - 18:00
Auktionsort: Wien | Palais Dorotheum
Besichtigung: 10.04. - 20.04.2010


** Kaufpreis inkl. Käufergebühr und Mehrwertsteuer

Es können keine Kaufaufträge über Internet mehr abgegeben werden. Die Auktion befindet sich in Vorbereitung bzw. wurde bereits durchgeführt.