Lot Nr. 144


Fernando Botero *


(Medellin, Kolumbien 1932 geb.; lebt und arbeitet in Paris und New York)
Dame der Gesellschaft, 2000, signiert und datiert 00, Öl auf Leinwand, 33 x 28,5 cm, gerahmt

Zu diesem Werk liegt ein vom Künstler signiertes Fotozertifikat: vor.

Provenienz:
Claudio Poleschi Arte Contemporanea, Lucca
Europäische Privatsammlung

Boteros Arbeit fängt uns mit ihren pummeligen Händen ein, um uns die intimste und buchstäblich grenzenlose Entdeckung der Farbe darzubieten.

Die venezianische Schule der Renaissance beeinflusste den jungen Maler bei seiner ersten Europareise, wo er zum ersten Mal mit klassischer Kunst in Berührung kam.

Wir können den Einfluss auf seinen fundamentalen Abstraktionismus nach Italien zurückvollziehen. Es sind klare, leicht zu lesende Kompositionen, die möglicherweise von Piero della Francesca abgeleitet sind; didaktisch-zeitlichen Artikulationen, wie sie in der toskanischen Kunst und Bildhauerei üblich waren, Farben, die spärlich und nie übertrieben sind, eine Palette, die aus ein paar Farben besteht, die auf einheitliche Leinwände ohne Ränder gezeichnet sind – all dies sind Bestandteile einer durch Monumentalität und hohe visuelle Wirkung gekennzeichneten Malerei.

In Mexiko begann er allerdings in seinen Gemälden (und später auch mit seinen Skulpturen) mit der Erweiterung von Formen und Volumen zu experimentieren, die charakteristisch für seinen unverwechselbaren persönlichen Stil sind, der Figuren verändert und verzerrt – Figuren, die oft direkt aus seinem klassischen Repertoire stammen. Er spielt mit den Missbildungen der Welt, wie sie Kindern erscheinen: groß, fern, tollpatschig.

Monumentalität und emotionale Distanzierung sind die ersten Aspekte, die sich uns in diesen beiden Portraits (Dame der Gesellschaft und Rauchender Mann) offenbaren.

Beide Figuren befinden sich in einer Art gedankenloser Trance, betäubt und benommen, so wie der Künstler Figuren oft darstellt. So erklärte Botero im Jahr 2010: „Nach all dem komme ich immer auf die einfachsten Dinge zurück: Stillleben.“

Das Stillleben wird so zu einem Schlüssel zum Verständnis dieses Künstlers, der sich selbst als „Kolumbianer unter den kolumbianischen Künstler“ bezeichnete. In diesem Genre findet Boteros Palette ihre vollste Ausdrucksweise, und Proportionen werden auf neue Weise sowohl verzerrt als auch wieder neu entdeckt.

28.11.2018 - 17:00

Erzielter Preis: **
EUR 222.600,-
Schätzwert:
EUR 70.000,- bis EUR 100.000,-

Fernando Botero *


(Medellin, Kolumbien 1932 geb.; lebt und arbeitet in Paris und New York)
Dame der Gesellschaft, 2000, signiert und datiert 00, Öl auf Leinwand, 33 x 28,5 cm, gerahmt

Zu diesem Werk liegt ein vom Künstler signiertes Fotozertifikat: vor.

Provenienz:
Claudio Poleschi Arte Contemporanea, Lucca
Europäische Privatsammlung

Boteros Arbeit fängt uns mit ihren pummeligen Händen ein, um uns die intimste und buchstäblich grenzenlose Entdeckung der Farbe darzubieten.

Die venezianische Schule der Renaissance beeinflusste den jungen Maler bei seiner ersten Europareise, wo er zum ersten Mal mit klassischer Kunst in Berührung kam.

Wir können den Einfluss auf seinen fundamentalen Abstraktionismus nach Italien zurückvollziehen. Es sind klare, leicht zu lesende Kompositionen, die möglicherweise von Piero della Francesca abgeleitet sind; didaktisch-zeitlichen Artikulationen, wie sie in der toskanischen Kunst und Bildhauerei üblich waren, Farben, die spärlich und nie übertrieben sind, eine Palette, die aus ein paar Farben besteht, die auf einheitliche Leinwände ohne Ränder gezeichnet sind – all dies sind Bestandteile einer durch Monumentalität und hohe visuelle Wirkung gekennzeichneten Malerei.

In Mexiko begann er allerdings in seinen Gemälden (und später auch mit seinen Skulpturen) mit der Erweiterung von Formen und Volumen zu experimentieren, die charakteristisch für seinen unverwechselbaren persönlichen Stil sind, der Figuren verändert und verzerrt – Figuren, die oft direkt aus seinem klassischen Repertoire stammen. Er spielt mit den Missbildungen der Welt, wie sie Kindern erscheinen: groß, fern, tollpatschig.

Monumentalität und emotionale Distanzierung sind die ersten Aspekte, die sich uns in diesen beiden Portraits (Dame der Gesellschaft und Rauchender Mann) offenbaren.

Beide Figuren befinden sich in einer Art gedankenloser Trance, betäubt und benommen, so wie der Künstler Figuren oft darstellt. So erklärte Botero im Jahr 2010: „Nach all dem komme ich immer auf die einfachsten Dinge zurück: Stillleben.“

Das Stillleben wird so zu einem Schlüssel zum Verständnis dieses Künstlers, der sich selbst als „Kolumbianer unter den kolumbianischen Künstler“ bezeichnete. In diesem Genre findet Boteros Palette ihre vollste Ausdrucksweise, und Proportionen werden auf neue Weise sowohl verzerrt als auch wieder neu entdeckt.


Käufer Hotline Mo.-Fr.: 09.00 - 18.00
kundendienst@dorotheum.at

+43 1 515 60 200
Auktion: Klassische Moderne
Datum: 28.11.2018 - 17:00
Auktionsort: Wien | Palais Dorotheum
Besichtigung: 17.11. - 28.11.2018


** Kaufpreis inkl. Käufergebühr und Mehrwertsteuer

Es können keine Kaufaufträge über Internet mehr abgegeben werden. Die Auktion befindet sich in Vorbereitung bzw. wurde bereits durchgeführt.