Lot Nr. 523


Ippolito Caffi


(Belluno 1809–1866 Lissa)
Karneval in Rom, das Fest der Moccoletti, Öl auf Leinwand, 63 x 75 cm, gerahmt, (GG) 

Provenienz:
Von Pietro Dovizielli, dem Ur-Urgroßvater des aktuellen Eigentümers, direkt beim Künstler erworben, dann im Erbgang an den heutigen Besitzer, Privatsammlung Italien.

Wir danken Annalisa Scarpa für die freundliche Bestätigung der Echtheit anhand des Originals.

Das vorliegende Werk wird in das sich in der Vorbereitung befindliche und demnächst erscheinende Werkverzeichnis aufgenommen.

Der aus Belluno stammende Maler Ippolito Caffi zog 1835 nach Rom und nahm eine Wohnung in der Via Vittoria 25, die ihm von Pietro Dovizielli vermietet wurde, dem Ururgroßvater des heutigen Eigentümers, der in direkter Linie drei Gemälde Caffis erbte, die in dieser Auktion angeboten werden. 
In diesem Bild taucht Caffi in das Volkstreiben auf dem Höhepunkt des römischen Karnevals ein. Das Gemälde gibt die Atmosphäre der aufregenden Erlebnisse des letzten Tags des Karnevals in allen Einzelheiten wieder, ohne sich in Details zu verlieren. Dabei begegnet der Künstler diesem, für ihn neuen, Spektakel mit großer Neugierde.
Dargestellt ist das Fest des Faschingsdienstags, an dem jeder das Haus kostümiert und mit einem „moccolo“ (einem Licht, einer kleinen Fackel oder sogar einer Laterne) verließ. So ergoss sich ein Strom von Lichtern durch die Straßen, besonders am Corso, und folgendes Spiel trug sich zu: Jeder musste versuchen das „mocoletto“ einer Person des anderen Geschlechts zu löschen, dabei aber das eigene Licht am Brennen zu halten. Wessen Licht erloschen war, musste seine Maske abnehmen. In diesem Menschengedränge, im Schutze der Masken, konnte alles passieren: Scherze, Gemeinheiten, Diebstähle, Erdolchungen, Ehebrüche. 

In unserem Bild ist eine Karnevalsszene auf halber Höhe des Corsos, vor der Kirche San Carlo ai Catinari, mit Blick in Richtung der Piazza del Popolo dargestellt.
Im Zentrum des Vordergrundes befindet sich eine Kalesche, die von zwei scheuenden Pferden gezogen wird und in deren Fond zwei als Araber verkleideten Edelmänner sitzen. Dies ist ein Hinweis, dass die Entstehungszeit dieses Werkes kurz nach Caffis Orientreise von 1843 anzusiedeln ist. In einer Inschrift auf dem Gemälde unten rechts ist zu lesen „Michelangelo Tavani fabbrica di panni“. Dabei handelt es sich um eine Werkstatt, die 1844 im „Diario di Roma“ von Carcas Erwähnung findet und sich nahe der Kirche San Carlo ai Catinari befand. So ergibt sich eine Datierung des Gemäldes nach 1844. 

Das Thema des Festes der Moccoletti wurde von Caffi insgesamt Zweiundvierzig Mal in verschiedenen Varianten und Formaten behandelt. Die älteste Version stammt von 1837, die bekanntesten Ausführungen befinden sich in der Ca‘ Pesaro, der Galleria Nazionale d’arte moderna in Rom und im Museum Thorvaldsen in Kopenhagen. Das zur Auktion angebotene Gemälde, hier erstmals publiziert, zählt zu den größeren Varianten

Experte: Gautier Gendebien Gautier Gendebien
+39-334-777 1603

Gautier.Gendebien@dorotheum.it

24.10.2018 - 18:00

Erzielter Preis: **
EUR 62.500,-
Schätzwert:
EUR 50.000,- bis EUR 70.000,-

Ippolito Caffi


(Belluno 1809–1866 Lissa)
Karneval in Rom, das Fest der Moccoletti, Öl auf Leinwand, 63 x 75 cm, gerahmt, (GG) 

Provenienz:
Von Pietro Dovizielli, dem Ur-Urgroßvater des aktuellen Eigentümers, direkt beim Künstler erworben, dann im Erbgang an den heutigen Besitzer, Privatsammlung Italien.

Wir danken Annalisa Scarpa für die freundliche Bestätigung der Echtheit anhand des Originals.

Das vorliegende Werk wird in das sich in der Vorbereitung befindliche und demnächst erscheinende Werkverzeichnis aufgenommen.

Der aus Belluno stammende Maler Ippolito Caffi zog 1835 nach Rom und nahm eine Wohnung in der Via Vittoria 25, die ihm von Pietro Dovizielli vermietet wurde, dem Ururgroßvater des heutigen Eigentümers, der in direkter Linie drei Gemälde Caffis erbte, die in dieser Auktion angeboten werden. 
In diesem Bild taucht Caffi in das Volkstreiben auf dem Höhepunkt des römischen Karnevals ein. Das Gemälde gibt die Atmosphäre der aufregenden Erlebnisse des letzten Tags des Karnevals in allen Einzelheiten wieder, ohne sich in Details zu verlieren. Dabei begegnet der Künstler diesem, für ihn neuen, Spektakel mit großer Neugierde.
Dargestellt ist das Fest des Faschingsdienstags, an dem jeder das Haus kostümiert und mit einem „moccolo“ (einem Licht, einer kleinen Fackel oder sogar einer Laterne) verließ. So ergoss sich ein Strom von Lichtern durch die Straßen, besonders am Corso, und folgendes Spiel trug sich zu: Jeder musste versuchen das „mocoletto“ einer Person des anderen Geschlechts zu löschen, dabei aber das eigene Licht am Brennen zu halten. Wessen Licht erloschen war, musste seine Maske abnehmen. In diesem Menschengedränge, im Schutze der Masken, konnte alles passieren: Scherze, Gemeinheiten, Diebstähle, Erdolchungen, Ehebrüche. 

In unserem Bild ist eine Karnevalsszene auf halber Höhe des Corsos, vor der Kirche San Carlo ai Catinari, mit Blick in Richtung der Piazza del Popolo dargestellt.
Im Zentrum des Vordergrundes befindet sich eine Kalesche, die von zwei scheuenden Pferden gezogen wird und in deren Fond zwei als Araber verkleideten Edelmänner sitzen. Dies ist ein Hinweis, dass die Entstehungszeit dieses Werkes kurz nach Caffis Orientreise von 1843 anzusiedeln ist. In einer Inschrift auf dem Gemälde unten rechts ist zu lesen „Michelangelo Tavani fabbrica di panni“. Dabei handelt es sich um eine Werkstatt, die 1844 im „Diario di Roma“ von Carcas Erwähnung findet und sich nahe der Kirche San Carlo ai Catinari befand. So ergibt sich eine Datierung des Gemäldes nach 1844. 

Das Thema des Festes der Moccoletti wurde von Caffi insgesamt Zweiundvierzig Mal in verschiedenen Varianten und Formaten behandelt. Die älteste Version stammt von 1837, die bekanntesten Ausführungen befinden sich in der Ca‘ Pesaro, der Galleria Nazionale d’arte moderna in Rom und im Museum Thorvaldsen in Kopenhagen. Das zur Auktion angebotene Gemälde, hier erstmals publiziert, zählt zu den größeren Varianten

Experte: Gautier Gendebien Gautier Gendebien
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Gautier.Gendebien@dorotheum.it


Käufer Hotline Mo.-Fr.: 09.00 - 18.00
kundendienst@dorotheum.at

+43 1 515 60 200
Auktion: Gemälde des 19. Jahrhunderts
Datum: 24.10.2018 - 18:00
Auktionsort: Wien | Palais Dorotheum
Besichtigung: 13.10. - 24.10.2018


** Kaufpreis inkl. Käufergebühr und Mehrwertsteuer

Es können keine Kaufaufträge über Internet mehr abgegeben werden. Die Auktion befindet sich in Vorbereitung bzw. wurde bereits durchgeführt.