Lot Nr. 315 -


Giovanni Bellini Werkstatt

[Saleroom Notice]

(1431/36?–1516 Venedig)
Die Heilige Familie,
Öl auf Holz, auf Holz aufgezogen, 85 x 122,5 cm, gerahmt

Saleroom Notice:

Zusätzliche Literatur: 
A. Tempestini, I collaboratori di Giovanni Bellini, In: Saggi e memorie di storia dell'arte, 33, 2009, S. 56, 72, Nr. 80 (als Pietro degli Ingannati)

Provenienz:
Kunsthandel Jacob Heimann, Los Angeles;
Kunsthandel French & Co., New York, spätestens 1955;
Sammlung Gräfin Nadia de Navarro (1916–2014), Glen Head, New York;
Auktion, Christie’s, New York, 14. April 2016, Lot 111 (als Werkstatt Giovanni Bellini):
Auktion, Christie’s, New York, 31. Oktober 2017, Lot 24 (als Werkstatt Giovanni Bellini);
dort erworben durch den jetzigen Besitzer

Ausgestellt:
Mailand, Palazzo Reale, Arte Europea da una Collezione Americana, März – April 1964, Nr. 8 (als Giovanni Bellini)

Literatur:
B. Berenson, Pitture Italiane del Rinascimento, La Scuola Veneta, London 1958, I, S. 37, Abb. 244 (als Giovanni Bellini, unter „Senza Casa“);
F. Heinemann, Giovanni Bellini e i Belliniani, Venedig 1962, I, S. 18, Nr. 55a, II, Abb. 221 (als Giovanni Bellini [?] – „Con la sola fotografia non è possibile decidere se il quadro sia autografo di Giovanni Bellini. A quanto pare, di buona qualità“);
R. De Grada, Arte Europea da una Collezione Americana, Ausstellungskatalog, Mailand 1964, S. 16, Tafel 8 (als Giovanni Bellini)

Das vorliegende Gemälde wurde traditionell Giovanni Bellini zugeschrieben. Es weist eine große Affinität mit dem Spätwerk des gefeierten Venezianers auf. Stilistische Gemeinsamkeiten zeigen sich insbesondere in der subtilen, durch leichte, weiche Pinselstriche erzielten Formgebung in Verbindung mit einer gekonnten Streuung des Lichts. Derartiges zeigt sich auch in Giovanni Bellinis Noah im Musée des Beaux-Arts in Besançon und in der Beschneidung in der National Gallery in London.

Die Qualität der Ausführung und die Stilmerkmale des vorliegenden Gemäldes veranlassten den berühmten Kunsthistoriker Bernard Berenson, das Bild in seinem Buch Italian Painting of the Renaissance als eigenhändiges Werk Giovanni Bellinis zu veröffentlichen (siehe Literatur). Hingegen konnte sich Fritz Heinemann auf Grundlage eines Fotos hinsichtlich der Zuschreibung nicht festlegen, doch schätzte er das vorliegende Werk als qualitativ hochwertig – „di buona qualità“ – ein (siehe Literatur). Laut Ausstellungskatalog von 1964, in den das vorliegende Gemälde aufgenommen wurde, sah Wilhelm Suida das Gemälde 1937 in Venedig und hielt es für eines der letzten von Giovanni Bellini ausgeführten Sujets mit der Madonna. Den diesbezüglichen Ausführungen im Katalog folgend, glaubten Lionello Venturi und Wilhelm R. Valentiner ebenfalls an ein eigenhändiges Werk Giovanni Bellinis, und auch Rodolfo Pallucchini datierte das Werk in Giovanni Bellinis Spätzeit um 1510. Palluchini stellte den Einfluss Giorgiones auf die Landschaft des Gemäldes fest. Er stützte seine Behauptung auf einen Vergleich mit der Madonna mit Kind im Detroit Institute of Arts (datiert mit 1509) und mit der Madonna mit Kind in der Brera in Mailand (datiert 1510).

Giovanni Bellini war ein führender Vertreter der italienischen Hochrenaissance und revolutionierte mit seinem Umgang mit Licht und Farbe die venezianische Malerei des späten 15. Jahrhunderts von Grund auf. Er war in eine bedeutende Künstlerfamilie hineingeboren und gemeinsam mit seinem älteren Bruder Gentile in der Werkstatt seines Vaters Jacopo ausgebildet worden. Bellinis Schwester heiratete den Maler Andrea Mantegna; es wurde erwogen, dass die skulpturale Qualität in den Bildern Giovannis von diesem Einfluss herrührt. Mit der Weitergabe dieses dynastischen Erbes an Tizian wurde die venezianische Malerei zu einer bestimmenden Kraft in der Geschichte der Kunst.

30.04.2019 - 17:00

Erzielter Preis: **
EUR 61.730,-
Schätzwert:
EUR 40.000,- bis EUR 60.000,-

Giovanni Bellini Werkstatt

[Saleroom Notice]

(1431/36?–1516 Venedig)
Die Heilige Familie,
Öl auf Holz, auf Holz aufgezogen, 85 x 122,5 cm, gerahmt

Saleroom Notice:

Zusätzliche Literatur: 
A. Tempestini, I collaboratori di Giovanni Bellini, In: Saggi e memorie di storia dell'arte, 33, 2009, S. 56, 72, Nr. 80 (als Pietro degli Ingannati)

Provenienz:
Kunsthandel Jacob Heimann, Los Angeles;
Kunsthandel French & Co., New York, spätestens 1955;
Sammlung Gräfin Nadia de Navarro (1916–2014), Glen Head, New York;
Auktion, Christie’s, New York, 14. April 2016, Lot 111 (als Werkstatt Giovanni Bellini):
Auktion, Christie’s, New York, 31. Oktober 2017, Lot 24 (als Werkstatt Giovanni Bellini);
dort erworben durch den jetzigen Besitzer

Ausgestellt:
Mailand, Palazzo Reale, Arte Europea da una Collezione Americana, März – April 1964, Nr. 8 (als Giovanni Bellini)

Literatur:
B. Berenson, Pitture Italiane del Rinascimento, La Scuola Veneta, London 1958, I, S. 37, Abb. 244 (als Giovanni Bellini, unter „Senza Casa“);
F. Heinemann, Giovanni Bellini e i Belliniani, Venedig 1962, I, S. 18, Nr. 55a, II, Abb. 221 (als Giovanni Bellini [?] – „Con la sola fotografia non è possibile decidere se il quadro sia autografo di Giovanni Bellini. A quanto pare, di buona qualità“);
R. De Grada, Arte Europea da una Collezione Americana, Ausstellungskatalog, Mailand 1964, S. 16, Tafel 8 (als Giovanni Bellini)

Das vorliegende Gemälde wurde traditionell Giovanni Bellini zugeschrieben. Es weist eine große Affinität mit dem Spätwerk des gefeierten Venezianers auf. Stilistische Gemeinsamkeiten zeigen sich insbesondere in der subtilen, durch leichte, weiche Pinselstriche erzielten Formgebung in Verbindung mit einer gekonnten Streuung des Lichts. Derartiges zeigt sich auch in Giovanni Bellinis Noah im Musée des Beaux-Arts in Besançon und in der Beschneidung in der National Gallery in London.

Die Qualität der Ausführung und die Stilmerkmale des vorliegenden Gemäldes veranlassten den berühmten Kunsthistoriker Bernard Berenson, das Bild in seinem Buch Italian Painting of the Renaissance als eigenhändiges Werk Giovanni Bellinis zu veröffentlichen (siehe Literatur). Hingegen konnte sich Fritz Heinemann auf Grundlage eines Fotos hinsichtlich der Zuschreibung nicht festlegen, doch schätzte er das vorliegende Werk als qualitativ hochwertig – „di buona qualità“ – ein (siehe Literatur). Laut Ausstellungskatalog von 1964, in den das vorliegende Gemälde aufgenommen wurde, sah Wilhelm Suida das Gemälde 1937 in Venedig und hielt es für eines der letzten von Giovanni Bellini ausgeführten Sujets mit der Madonna. Den diesbezüglichen Ausführungen im Katalog folgend, glaubten Lionello Venturi und Wilhelm R. Valentiner ebenfalls an ein eigenhändiges Werk Giovanni Bellinis, und auch Rodolfo Pallucchini datierte das Werk in Giovanni Bellinis Spätzeit um 1510. Palluchini stellte den Einfluss Giorgiones auf die Landschaft des Gemäldes fest. Er stützte seine Behauptung auf einen Vergleich mit der Madonna mit Kind im Detroit Institute of Arts (datiert mit 1509) und mit der Madonna mit Kind in der Brera in Mailand (datiert 1510).

Giovanni Bellini war ein führender Vertreter der italienischen Hochrenaissance und revolutionierte mit seinem Umgang mit Licht und Farbe die venezianische Malerei des späten 15. Jahrhunderts von Grund auf. Er war in eine bedeutende Künstlerfamilie hineingeboren und gemeinsam mit seinem älteren Bruder Gentile in der Werkstatt seines Vaters Jacopo ausgebildet worden. Bellinis Schwester heiratete den Maler Andrea Mantegna; es wurde erwogen, dass die skulpturale Qualität in den Bildern Giovannis von diesem Einfluss herrührt. Mit der Weitergabe dieses dynastischen Erbes an Tizian wurde die venezianische Malerei zu einer bestimmenden Kraft in der Geschichte der Kunst.


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old.masters@dorotheum.at

+43 1 515 60 403
Auktion: Alte Meister
Datum: 30.04.2019 - 17:00
Auktionsort: Wien | Palais Dorotheum
Besichtigung: 20.04. - 30.04.2019


** Kaufpreis inkl. Käufergebühr und Mehrwertsteuer

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