Lot Nr. 317


Toskanische Schule, 16. Jahrhundert


Bildnis des Dante Alighieri,
Öl auf Holz, 48 x 38 cm, gerahmt
Noch lange nach seinem Tod blieb der gefeierte italienische Dichter Dante Alighieri (Florenz 1265–1321 Ravenna) bei Porträtisten ein beliebtes Bildthema – insbesondere unter den Florentiner Künstlern des 16. Jahrhunderts, wofür auch die vorliegende Komposition Zeugnis ablegt. Die Gesichtszüge des Dichters entsprechen ganz der traditionellen Florentiner Ikonografie.

Das vorliegende Gemälde steht vor allem einem Porträt Dantes in der Pinacoteca Civica im Palazzo Volpi in Como nahe. Eine weitere, leicht abgewandelte Fassung findet sich in der Yale University Art Gallery, New Haven; ein vergleichbares Werk wurde im Dorotheum in Wien versteigert (24. April 2018, Lot 14). Wie auf dem Bild in Como fehlt auf dem vorliegenden Porträt das Detail der ein Buch haltenden Hand. Die Gewandfalten, der hohe Kragen und die Anordnung der Blätter des Lorbeerkranzes sind jedoch ganz ähnlich dargestellt. Der eindringliche Ausdruck und die Gesichtszüge erinnern an Porträts des frühen Florentiner Manierismus, etwa an Werke Pontormos.

Eine der ersten Darstellungen Dantes findet sich im Fresko der Cappella del Podestà im Museo del Bargello, Florenz. Auch angesehene Vertreter der Florentiner Renaissance widmeten sich der Darstellung des berühmten Dichters; davon zeugen das Bildnis Dantes mit der Göttlichen Komödie im Fresko in Santa Maria del Fiore in Florenz von Domenico di Michelino aus dem Jahr 1465 und die Darstellung von Andrea del Castagno in einem Fresko des Abendmahlsaals von Santa Apollonia, Florenz. Künstler wie Raffael in den Stanzen im Vatikan und Bronzino in den Uffizien, aber auch Porträtzyklen illustrer Männer trugen zur Verbreitung einer speziellen Dante-Ikonografie bei.

30.04.2019 - 17:00

Erzielter Preis: **
EUR 19.050,-
Schätzwert:
EUR 15.000,- bis EUR 20.000,-

Toskanische Schule, 16. Jahrhundert


Bildnis des Dante Alighieri,
Öl auf Holz, 48 x 38 cm, gerahmt
Noch lange nach seinem Tod blieb der gefeierte italienische Dichter Dante Alighieri (Florenz 1265–1321 Ravenna) bei Porträtisten ein beliebtes Bildthema – insbesondere unter den Florentiner Künstlern des 16. Jahrhunderts, wofür auch die vorliegende Komposition Zeugnis ablegt. Die Gesichtszüge des Dichters entsprechen ganz der traditionellen Florentiner Ikonografie.

Das vorliegende Gemälde steht vor allem einem Porträt Dantes in der Pinacoteca Civica im Palazzo Volpi in Como nahe. Eine weitere, leicht abgewandelte Fassung findet sich in der Yale University Art Gallery, New Haven; ein vergleichbares Werk wurde im Dorotheum in Wien versteigert (24. April 2018, Lot 14). Wie auf dem Bild in Como fehlt auf dem vorliegenden Porträt das Detail der ein Buch haltenden Hand. Die Gewandfalten, der hohe Kragen und die Anordnung der Blätter des Lorbeerkranzes sind jedoch ganz ähnlich dargestellt. Der eindringliche Ausdruck und die Gesichtszüge erinnern an Porträts des frühen Florentiner Manierismus, etwa an Werke Pontormos.

Eine der ersten Darstellungen Dantes findet sich im Fresko der Cappella del Podestà im Museo del Bargello, Florenz. Auch angesehene Vertreter der Florentiner Renaissance widmeten sich der Darstellung des berühmten Dichters; davon zeugen das Bildnis Dantes mit der Göttlichen Komödie im Fresko in Santa Maria del Fiore in Florenz von Domenico di Michelino aus dem Jahr 1465 und die Darstellung von Andrea del Castagno in einem Fresko des Abendmahlsaals von Santa Apollonia, Florenz. Künstler wie Raffael in den Stanzen im Vatikan und Bronzino in den Uffizien, aber auch Porträtzyklen illustrer Männer trugen zur Verbreitung einer speziellen Dante-Ikonografie bei.


Käufer Hotline Mo.-Fr.: 09.00 - 18.00
old.masters@dorotheum.at

+43 1 515 60 403
Auktion: Alte Meister
Datum: 30.04.2019 - 17:00
Auktionsort: Wien | Palais Dorotheum
Besichtigung: 20.04. - 30.04.2019


** Kaufpreis inkl. Käufergebühr und Mehrwertsteuer

Es können keine Kaufaufträge über Internet mehr abgegeben werden. Die Auktion befindet sich in Vorbereitung bzw. wurde bereits durchgeführt.