Lot Nr. 330


Jan Sanders van Hemessen


(Hemiksem um 1500 – vor 1566 Antwerpen)
Caritas Romana (nach Andrea del Sarto),
Öl auf Holz, 113,8 x 52,5 cm, gerahmt

Provenienz:
Sammlung Giuseppe Bossi (1810–1891), Wien;
dessen Auktion, Miethke, Wien, 10. Mai 1886, Lot 76;
Sammlung August v. Miller-Aichholz (1829–1899), Wien;
im Erbgang an den jetzigen Besitzer

Literatur:
T. v. Frimmel, Einige Bilder aus der Sammlung August v. Miller zu Aichholz in Wien, in: Blätter für Gemäldekunde, Nr. 6/7, S. 129;
F. Winkler, Die altniederländische Malerei, Berlin 1924, S. 297;
F. Antal, Zum Problem des niederländischen Manierismus, Kritische Berichte zur kunstgeschichtlichen Literatur, V, 1929, S. 242, Nr. 5;
P. Wescher, Einige neue Bilder zum Werk Jan van Hemessens, in: Belvedere, VIII, 1929, S. 39;
P. Wescher, Jan van Hemessen und Jan van Amstel, in: Jahrbuch der Berliner Museen, XII, 1970, S. 36;
B. Wallen, Jan van Hemessen: an Antwerpen Painter between Reform and Counter-Reform, Ann Arbor 1983, S. 14, 33, 286, Nr. 8 und 342, Anm. 26, Abb. 21

Obgleich die datierten Werke Hemessens aus dem Zeitraum von 1525 bis 1556 ihn als „einen der herausragendsten Maler unter den Antwerpener Romanisten ausweisen, ist wenig über sein Leben bekannt“ (Wallen, op. cit., S. 9). Hemessen wird von Vasari als einer der angesehensten Maler der Niederlande des 16. Jahrhunderts beschrieben, von denen viele, darunter Jan van Scorel, Michiel Coxcie, Jan van Calcar und Maerten van Heemskerck, sich längere Zeit in Italien aufgehalten hatten. Es gibt zwar keine dokumentarischen Hinweise, die belegen würden, dass Hemessen es ihnen gleichgetan hatte, doch das vorliegende Gemälde, eine Kopie nach Andrea del Sartos Fresko im Chiostro dello Scalzo in Florenz, die F. Winkler als Erster Hemessen zuschrieb, gilt allgemein als Beweis einer solchen Reise, die vermutlich um 1530 stattfand. Die hervortretende Plastizität der Figuren, die kühner und um einiges ausdrucksstärker anmuten als jene seines früheren Schaffens, nehmen die monumentale Richtung vorweg, die er mit seiner Malerei zu Beginn des folgenden Jahrzehnts einschlagen sollte, etwa veranschaulicht durch den Büßenden hl. Hieronymus im Museu Nacional de Arte Antige, Lissabon.

Experte: Dr. Alexander Strasoldo Dr. Alexander Strasoldo
+43-1-515 60-556

alexander.strasoldo@dorotheum.at

30.04.2019 - 17:00

Erzielter Preis: **
EUR 81.550,-
Schätzwert:
EUR 40.000,- bis EUR 60.000,-

Jan Sanders van Hemessen


(Hemiksem um 1500 – vor 1566 Antwerpen)
Caritas Romana (nach Andrea del Sarto),
Öl auf Holz, 113,8 x 52,5 cm, gerahmt

Provenienz:
Sammlung Giuseppe Bossi (1810–1891), Wien;
dessen Auktion, Miethke, Wien, 10. Mai 1886, Lot 76;
Sammlung August v. Miller-Aichholz (1829–1899), Wien;
im Erbgang an den jetzigen Besitzer

Literatur:
T. v. Frimmel, Einige Bilder aus der Sammlung August v. Miller zu Aichholz in Wien, in: Blätter für Gemäldekunde, Nr. 6/7, S. 129;
F. Winkler, Die altniederländische Malerei, Berlin 1924, S. 297;
F. Antal, Zum Problem des niederländischen Manierismus, Kritische Berichte zur kunstgeschichtlichen Literatur, V, 1929, S. 242, Nr. 5;
P. Wescher, Einige neue Bilder zum Werk Jan van Hemessens, in: Belvedere, VIII, 1929, S. 39;
P. Wescher, Jan van Hemessen und Jan van Amstel, in: Jahrbuch der Berliner Museen, XII, 1970, S. 36;
B. Wallen, Jan van Hemessen: an Antwerpen Painter between Reform and Counter-Reform, Ann Arbor 1983, S. 14, 33, 286, Nr. 8 und 342, Anm. 26, Abb. 21

Obgleich die datierten Werke Hemessens aus dem Zeitraum von 1525 bis 1556 ihn als „einen der herausragendsten Maler unter den Antwerpener Romanisten ausweisen, ist wenig über sein Leben bekannt“ (Wallen, op. cit., S. 9). Hemessen wird von Vasari als einer der angesehensten Maler der Niederlande des 16. Jahrhunderts beschrieben, von denen viele, darunter Jan van Scorel, Michiel Coxcie, Jan van Calcar und Maerten van Heemskerck, sich längere Zeit in Italien aufgehalten hatten. Es gibt zwar keine dokumentarischen Hinweise, die belegen würden, dass Hemessen es ihnen gleichgetan hatte, doch das vorliegende Gemälde, eine Kopie nach Andrea del Sartos Fresko im Chiostro dello Scalzo in Florenz, die F. Winkler als Erster Hemessen zuschrieb, gilt allgemein als Beweis einer solchen Reise, die vermutlich um 1530 stattfand. Die hervortretende Plastizität der Figuren, die kühner und um einiges ausdrucksstärker anmuten als jene seines früheren Schaffens, nehmen die monumentale Richtung vorweg, die er mit seiner Malerei zu Beginn des folgenden Jahrzehnts einschlagen sollte, etwa veranschaulicht durch den Büßenden hl. Hieronymus im Museu Nacional de Arte Antige, Lissabon.

Experte: Dr. Alexander Strasoldo Dr. Alexander Strasoldo
+43-1-515 60-556

alexander.strasoldo@dorotheum.at


Käufer Hotline Mo.-Fr.: 09.00 - 18.00
old.masters@dorotheum.at

+43 1 515 60 403
Auktion: Alte Meister
Datum: 30.04.2019 - 17:00
Auktionsort: Wien | Palais Dorotheum
Besichtigung: 20.04. - 30.04.2019


** Kaufpreis inkl. Käufergebühr und Mehrwertsteuer

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