Lot Nr. 422


Giuseppe Bernardino Bison


(Palmanova 1762–1844 Mailand)
Das Fest des „Giovedi Grasso“ vor dem Dogenpalast in Venedig,
Öl auf Leinwand, 81 x 111 cm, gerahmt

Provenienz:
Privatsammlung, Italien;
Kunsthandel, London;
dort erworben durch den jetzigen Besitzer

Wir danken Fabrizio Magani für seine Hilfe bei der Katalogisierung des vorliegenden Gemäldes.

Das vorliegende Werk stellt das „Giovedì Grasso“-Fest dar, das traditionell auf der Piazzetta in Venedig stattfand und dem der Doge von der Loggia des Palazzo Ducale aus beiwohnte. Im Fall dieser Komposition findet sich eine große Menge von Zuschauern, die sich versammelt haben, um nicht nur das Feuerwerk zu sehen, das von der auf dem Platz errichteten hoch aufragenden macchina abgefeuert werden wird. Sie wollen auch Zeugen der „forze d’Ercole“ werden, eines Spiels, bei dem zwei Akrobatenteams gegeneinander antreten, um mithilfe von Stäben eine Menschenpyramide zu bauen, und den „Svolo del turco“ verfolgen, ein Bravourstück, bei dem ein mit Flügeln ausgestatteter und an der Hüfte mit einem Flaschenzugsystem verbundener Jugendlicher an einem doppelten Seil, das am Palazzo Ducale befestigt ist, sich von der Spitze des Campanile in die Tiefe stürzt (siehe L. Urbani, Processioni e feste dogali, Vicenza 1998).

Die Komposition leitet sich von einer Bildfindung des Canaletto genannten Giovanni Antonio Canal ab, die etwa 1766 auf einem Kupferstich Giambattista Brustolons reproduziert wurde, von dem sich auch Francesco Guardi für seine Serie der „feste dogali“, der Feste für den Dogen (Musée du Louvre, Paris), inspirieren ließ. Nicht überraschen kann daher, dass sich auch Bison für die Komposition des vorliegenden Gemäldes dieses Stichs bediente und auf seine Erfahrung im Genre der Vedutenmalerei zurückgriff, als er das Beispiel des am meisten gefeierten Spezialisten des Settecento in diesem Bereich aktualisierte. Bison gibt bestimmte Einzelheiten klar wieder, wobei er der Darstellung objektiver historischer Tatsachen den Vorzug gibt. Er konzentriert sich auf die Beschreibung von Gebäuden und hält, wo notwendig, Veränderungen im Gefüge der Stadt fest. Zudem setzt er mit seinen ausgesprochen originellen „macchiette“-Figuren die Stadt belebende Szenen ins Bild.

Magani datiert das vorliegende Gemälde in die Mailänder Zeit des Künstlers. Bison kam 1831 nach Mailand und schuf eine Reihe von Veduten, womit er unter Beweis stellte, dass solche Ansichten im venezianischen Stil des 18. Jahrhunderts in anspruchsvollen Mailänder Sammlerkreisen noch immer Gefallen fanden.

30.04.2019 - 17:00

Erzielter Preis: **
EUR 149.700,-
Schätzwert:
EUR 100.000,- bis EUR 150.000,-

Giuseppe Bernardino Bison


(Palmanova 1762–1844 Mailand)
Das Fest des „Giovedi Grasso“ vor dem Dogenpalast in Venedig,
Öl auf Leinwand, 81 x 111 cm, gerahmt

Provenienz:
Privatsammlung, Italien;
Kunsthandel, London;
dort erworben durch den jetzigen Besitzer

Wir danken Fabrizio Magani für seine Hilfe bei der Katalogisierung des vorliegenden Gemäldes.

Das vorliegende Werk stellt das „Giovedì Grasso“-Fest dar, das traditionell auf der Piazzetta in Venedig stattfand und dem der Doge von der Loggia des Palazzo Ducale aus beiwohnte. Im Fall dieser Komposition findet sich eine große Menge von Zuschauern, die sich versammelt haben, um nicht nur das Feuerwerk zu sehen, das von der auf dem Platz errichteten hoch aufragenden macchina abgefeuert werden wird. Sie wollen auch Zeugen der „forze d’Ercole“ werden, eines Spiels, bei dem zwei Akrobatenteams gegeneinander antreten, um mithilfe von Stäben eine Menschenpyramide zu bauen, und den „Svolo del turco“ verfolgen, ein Bravourstück, bei dem ein mit Flügeln ausgestatteter und an der Hüfte mit einem Flaschenzugsystem verbundener Jugendlicher an einem doppelten Seil, das am Palazzo Ducale befestigt ist, sich von der Spitze des Campanile in die Tiefe stürzt (siehe L. Urbani, Processioni e feste dogali, Vicenza 1998).

Die Komposition leitet sich von einer Bildfindung des Canaletto genannten Giovanni Antonio Canal ab, die etwa 1766 auf einem Kupferstich Giambattista Brustolons reproduziert wurde, von dem sich auch Francesco Guardi für seine Serie der „feste dogali“, der Feste für den Dogen (Musée du Louvre, Paris), inspirieren ließ. Nicht überraschen kann daher, dass sich auch Bison für die Komposition des vorliegenden Gemäldes dieses Stichs bediente und auf seine Erfahrung im Genre der Vedutenmalerei zurückgriff, als er das Beispiel des am meisten gefeierten Spezialisten des Settecento in diesem Bereich aktualisierte. Bison gibt bestimmte Einzelheiten klar wieder, wobei er der Darstellung objektiver historischer Tatsachen den Vorzug gibt. Er konzentriert sich auf die Beschreibung von Gebäuden und hält, wo notwendig, Veränderungen im Gefüge der Stadt fest. Zudem setzt er mit seinen ausgesprochen originellen „macchiette“-Figuren die Stadt belebende Szenen ins Bild.

Magani datiert das vorliegende Gemälde in die Mailänder Zeit des Künstlers. Bison kam 1831 nach Mailand und schuf eine Reihe von Veduten, womit er unter Beweis stellte, dass solche Ansichten im venezianischen Stil des 18. Jahrhunderts in anspruchsvollen Mailänder Sammlerkreisen noch immer Gefallen fanden.


Käufer Hotline Mo.-Fr.: 09.00 - 18.00
old.masters@dorotheum.at

+43 1 515 60 403
Auktion: Alte Meister
Datum: 30.04.2019 - 17:00
Auktionsort: Wien | Palais Dorotheum
Besichtigung: 20.04. - 30.04.2019


** Kaufpreis inkl. Käufergebühr und Mehrwertsteuer

Es können keine Kaufaufträge über Internet mehr abgegeben werden. Die Auktion befindet sich in Vorbereitung bzw. wurde bereits durchgeführt.