Lot Nr. 1404


Prachtvolle Deckelvase mit Schneeballblüten, 4 Vögeln und Vogelkäfig mit 1 Vogel,


Porzellan, 2 Teile Deckel und Baluster, Deckel mit 2 sitzenden Rotkehlchen auf grünen Blattzweigen mit 4 Schneebällen, Baluster mit großem gelben Pirol und buntem Vogel, sie sitzen auf grünen Blattzweigen mit 19 Schneebällen, Vogelkäfig mit durchbrochenem Gitter, darin sitzt 1 kleiner gelber Vogel, außen grüne Blattzweige mit einzelnen Blüten und 4 Schneebällen, Sockel mit grünen Blattzweigen und 4 Schneebällen, Porzellan, farbig staffiert, Vase Höhe 60 cm, Deckel Höhe 24 cm, insgesamte Höhe 83 cm, kleine Restaurierungen, Meißen, unterglasurblaue Schwertermarke 2. Hälfte 19. Jh., Modellnr. 2773, Modell von Johann Joachim Kändler um 1760 (Ru)
Vorliegende Vasen sind eine Weiterentwicklung nach Modell von Johann Joachim Kändler. 1741 und 1742 modellierte er für König Ludwig XV. eine Folge von Vasen.

Lit.:
Ernst Zimmermann, Meissner Porzellan, 1926, S. IX, Dresden, Staatliche Porzellansammlung; Tafel 43, "große Schneeballvase für König Ludwig XV; S. 172, darüber das von einem Lorbeerkranz eingerahmte Reliefbildnis König Ludwig XV.... S. 173.. indem man das Ganze mit den in der vorhergehenden Periode aufgekommenen Schneeblüten über und über belegte",
Lit.:
Staatliche Kunstsammlungen Dresden, Porzellan Sammlung, Führer durch die ständige Ausstellung im Dresdner Zwinger, 1998, S. 162, Abb. Zwei Vogelbauer-Vasen, Höhe 53 cm, Meissen um 1727, ohne Marke, Johanneums Nr. "N=366w"; Vogelbauervasen wurden bereits 1727 in Meissen erzeugt. "Im Zuge der zahlreichen Repliken ostasiatischen Porzellans aus der Sammlung August des Satrken wurden in Meissen auch kompliziertere Formen, wie die sogenannten Vogelbauervasen nach japanischem Vorbild hergestellt. Die kelchartige sich öffnende Becherform hatte aus feinen vergoldeten Metallstäben einen Käfig in der Mitte der Vasenkörper umgeben. Volieren und Menagerien
Der Manufakturinspektor Johann David Reinhard verkündete 1727die erfolgreiche Anfertigung zweier Vasen. Sie wurden als Dekorationsstücke in das Japanische Palais geliefert. Daraufhin wurden gleich 50 weitere Exemplare für das Porzellanschloss angefertigt."
Lit.:
Triumph der blauen Schwerter, Meissener Porzellan für Adel und Bürgertum 1710-1815, Staatliche Kunstsammlungen Dresden, 2010: S. 23 Abbildungen, 1 Vogelbauer-Vase um 1680 Arita, Japan, 1 Vogelbauer-Vase um 1727 Meissen, Staatl. Kunstsammlungen Dresden; S. 136, Abb. 1 Schneeballblütenvase mit Vögeln um 1750, Schloss Lustheim, Bayer. National Museum; S. 347 Abb. 411, Zwei Schneeballblüten-Vasen aus einem Aufsatz mit Vögeln, 1 Vase mit Deckel Höhe 69 cm, ohne Marke um 1760 und 1 Vase ohne Deckel Höhe 58 cm, unterglasurblaue Schwertermarke um 1742, beide Modelle von Johann Joachim Kändler, Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg, Potsdam; "Angeregt vom chinesischen Porzellan, belegte Kändler im Mai 1739 erstmals die Oberfläche eines Kaffee- und Teeservices vollständig mit kleinen Blüten, sodass es an Schneeballblumen erinnerte. 1741/1742 kamen neue Blütenformen hinzu, die vielleicht für den Belag von Deckelvasen mit den Porträts von Ludwig XV. und August III. verwendet wurden, die sich in der Porzellansammlung befinden (Zimmermann 1926, Tafel 43). Große Vasen werden in der Entnahmeliste Friedrichs des Großen von Dezember 1745 als "1 Camin Aufsatz größte Sorte Schneeball Blüten" erwähnt." Besonders bei Kerzenlicht wirken die Vasen wie materiell aufgelöst und erhalten durch die plastsichen Auflagen weitere Blüten sowie die applizierten, farbig staffierte Vögeln eine ungekannte naturalistsiche Wirkung. Schneeballvasen waren ausgesprochen kostspielig und sind deshalb nur in bedeutenden Fürstenhäusern wie am Zarenhof, aber auch in regierenden Häusern in Deutschland nachweisbar. Friedrich der Große entwickelte dafür eine besondere Schwäche und bestellte 1762 für die Ausstattung des Neuen Palais in Potsdam zahlreiche Aufsätze, speziell für die blaue Kammer seiner dortigen Wohnung. Die Vasen wurden auf Konsolen zwischen den Wandpaneelen gestellt, andere fanden auf den Kaminen Platz."
Lit.:
Jean Louis Sponsel, Kabinettstücke der Meissner Porzellan-Manufaktur von Johann Joachim Kändler, Leipzig 1900, S. 144, Schneeball-Vasen mit dem Brustbild August III.; Lit.: Bergmann 1-3000, S. 711, Kat. Nr. 2583;

Expertin: Ursula Rohringer Ursula Rohringer
+43-1-515 60-382

ursula.rohringer@dorotheum.at

02.05.2019 - 14:00

Schätzwert:
EUR 80.000,- bis EUR 120.000,-

Prachtvolle Deckelvase mit Schneeballblüten, 4 Vögeln und Vogelkäfig mit 1 Vogel,


Porzellan, 2 Teile Deckel und Baluster, Deckel mit 2 sitzenden Rotkehlchen auf grünen Blattzweigen mit 4 Schneebällen, Baluster mit großem gelben Pirol und buntem Vogel, sie sitzen auf grünen Blattzweigen mit 19 Schneebällen, Vogelkäfig mit durchbrochenem Gitter, darin sitzt 1 kleiner gelber Vogel, außen grüne Blattzweige mit einzelnen Blüten und 4 Schneebällen, Sockel mit grünen Blattzweigen und 4 Schneebällen, Porzellan, farbig staffiert, Vase Höhe 60 cm, Deckel Höhe 24 cm, insgesamte Höhe 83 cm, kleine Restaurierungen, Meißen, unterglasurblaue Schwertermarke 2. Hälfte 19. Jh., Modellnr. 2773, Modell von Johann Joachim Kändler um 1760 (Ru)
Vorliegende Vasen sind eine Weiterentwicklung nach Modell von Johann Joachim Kändler. 1741 und 1742 modellierte er für König Ludwig XV. eine Folge von Vasen.

Lit.:
Ernst Zimmermann, Meissner Porzellan, 1926, S. IX, Dresden, Staatliche Porzellansammlung; Tafel 43, "große Schneeballvase für König Ludwig XV; S. 172, darüber das von einem Lorbeerkranz eingerahmte Reliefbildnis König Ludwig XV.... S. 173.. indem man das Ganze mit den in der vorhergehenden Periode aufgekommenen Schneeblüten über und über belegte",
Lit.:
Staatliche Kunstsammlungen Dresden, Porzellan Sammlung, Führer durch die ständige Ausstellung im Dresdner Zwinger, 1998, S. 162, Abb. Zwei Vogelbauer-Vasen, Höhe 53 cm, Meissen um 1727, ohne Marke, Johanneums Nr. "N=366w"; Vogelbauervasen wurden bereits 1727 in Meissen erzeugt. "Im Zuge der zahlreichen Repliken ostasiatischen Porzellans aus der Sammlung August des Satrken wurden in Meissen auch kompliziertere Formen, wie die sogenannten Vogelbauervasen nach japanischem Vorbild hergestellt. Die kelchartige sich öffnende Becherform hatte aus feinen vergoldeten Metallstäben einen Käfig in der Mitte der Vasenkörper umgeben. Volieren und Menagerien
Der Manufakturinspektor Johann David Reinhard verkündete 1727die erfolgreiche Anfertigung zweier Vasen. Sie wurden als Dekorationsstücke in das Japanische Palais geliefert. Daraufhin wurden gleich 50 weitere Exemplare für das Porzellanschloss angefertigt."
Lit.:
Triumph der blauen Schwerter, Meissener Porzellan für Adel und Bürgertum 1710-1815, Staatliche Kunstsammlungen Dresden, 2010: S. 23 Abbildungen, 1 Vogelbauer-Vase um 1680 Arita, Japan, 1 Vogelbauer-Vase um 1727 Meissen, Staatl. Kunstsammlungen Dresden; S. 136, Abb. 1 Schneeballblütenvase mit Vögeln um 1750, Schloss Lustheim, Bayer. National Museum; S. 347 Abb. 411, Zwei Schneeballblüten-Vasen aus einem Aufsatz mit Vögeln, 1 Vase mit Deckel Höhe 69 cm, ohne Marke um 1760 und 1 Vase ohne Deckel Höhe 58 cm, unterglasurblaue Schwertermarke um 1742, beide Modelle von Johann Joachim Kändler, Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg, Potsdam; "Angeregt vom chinesischen Porzellan, belegte Kändler im Mai 1739 erstmals die Oberfläche eines Kaffee- und Teeservices vollständig mit kleinen Blüten, sodass es an Schneeballblumen erinnerte. 1741/1742 kamen neue Blütenformen hinzu, die vielleicht für den Belag von Deckelvasen mit den Porträts von Ludwig XV. und August III. verwendet wurden, die sich in der Porzellansammlung befinden (Zimmermann 1926, Tafel 43). Große Vasen werden in der Entnahmeliste Friedrichs des Großen von Dezember 1745 als "1 Camin Aufsatz größte Sorte Schneeball Blüten" erwähnt." Besonders bei Kerzenlicht wirken die Vasen wie materiell aufgelöst und erhalten durch die plastsichen Auflagen weitere Blüten sowie die applizierten, farbig staffierte Vögeln eine ungekannte naturalistsiche Wirkung. Schneeballvasen waren ausgesprochen kostspielig und sind deshalb nur in bedeutenden Fürstenhäusern wie am Zarenhof, aber auch in regierenden Häusern in Deutschland nachweisbar. Friedrich der Große entwickelte dafür eine besondere Schwäche und bestellte 1762 für die Ausstattung des Neuen Palais in Potsdam zahlreiche Aufsätze, speziell für die blaue Kammer seiner dortigen Wohnung. Die Vasen wurden auf Konsolen zwischen den Wandpaneelen gestellt, andere fanden auf den Kaminen Platz."
Lit.:
Jean Louis Sponsel, Kabinettstücke der Meissner Porzellan-Manufaktur von Johann Joachim Kändler, Leipzig 1900, S. 144, Schneeball-Vasen mit dem Brustbild August III.; Lit.: Bergmann 1-3000, S. 711, Kat. Nr. 2583;

Expertin: Ursula Rohringer Ursula Rohringer
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Käufer Hotline Mo.-Fr.: 09.00 - 18.00
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Auktion: Antiquitäten und Möbel
Datum: 02.05.2019 - 14:00
Auktionsort: Wien | Palais Dorotheum
Besichtigung: 20.04. - 02.05.2019